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Kolumnist: Holger Steffen

Sixt: Neue Wachstumsstory




20.03.19 08:55
Holger Steffen

Der Münchner Autovermieter Sixt hat im vergangenen Jahr blendend
verdient. Dass der Konzern starke Zuwachsraten zum Wochenbeginn vorlegen
würde, war erwartet worden Und auch schon eingepreist. Dennoch lohnt ein
Blick auf die Zahlen wie auch auf die Frage, wo zukünftiges Wachstum
herkommen soll.
Die bisherige Wachstumsstory von Sixt ist ganz klar vom Auslandsgeschäft
geprägt. Während man im deutschen Heimatmarkt seinen Umsatz im letzten
Jahr um 7 % steigern konnte, wuchs dieser im Ausland um 20 %.
Zusammengenommen verbesserte Sixt seine Erlöse um 12,6 % auf 2,93
Milliarden Euro. Daraus ergab sich ein Vorsteuergewinn von 553
Millionen, ein Plus von 86 %. Darin ist allerdings der Verkaufsgewinn
aus der DriveNow-Beteiligung enthalten, die man im letzten Jahr an den
Partner BMW abgab. Dies herausgerechnet, hätte sich das
Vorsteuerergebnis aber immer noch um 17,2 % verbessert.

Davon sollen auch die Aktionäre etwas haben. Denn Sixt will nun für das
letzte Jahr pro Stammaktie 2,15 Euro ausschütten (Vorjahr 1,95 Euro).
Das entspricht einer aktuellen Dividendenrendite von knapp 2,3 %. Der
Ausblick blieb noch etwas ungenau. Der Konzernumsatz soll sich deutlich
steigern, während der Vorsteuergewinn stabil bleiben soll. Das ist
gewohnt konservativ und lässt im Jahresverlauf Luft nach oben. Und Sixt
liefert eine neue Wachstumsstory gleich mit. Denn in den Tagen vor der
Berichtsvorlage stand ein gänzlich anderes Thema im Mittelpunkt: Die
Digitalisierung des Geschäftes und die Neupositionierung der operativen
Angebote.

Sixt hat nämlich ein eigenes CarSharing-Angebot aus der Taufe gehoben.
Dieses wird mit dem Verleihgeschäft verschmolzen und auf einer
gemeinschaftlichen App-Plattform angeboten. Sixt spannt diesen Rahmen
allerdings noch weiter und integriert auch andere Mobilitäts-Services
wie Fahrdienste und Taxis. Das Ganze steht unter dem derzeitigen
Trend-Schlagwort MaaS (Mobility as a Service). Bekanntlich expandieren
in diesem Bereich auch viele Autohersteller, wie das neue Joint-Venture
zwischen BMW und Daimler (ShareNow) zeigt. Sixt mit geschätzt rund
250.000 Fahrzeugen (inklusive Franchisenehmer) hat hier aber sicherlich
eine gewaltige Ausgangsbasis, auch wenn bislang nur wenige tausend
Fahrzeuge über die neue App gebucht und geöffnet werden können.

Dies ist indes nur ein technisches Problem, das Sixt wohl relativ zügig
abarbeiten kann. Was auch für das jeweilige regionale Angebot gilt. Das
Thema sollte die Aktie auch weiter beflügeln. Wobei wir hier an einer
ganz interessanten Position sind, nämlich an der gleichen wie bei
unserer letzten Besprechung Mitte Oktober 2018. Damals hatten wir auf
dem Niveau um 95 Euro davon abgeraten, schon einzusteigen. Im weiteren
Verlauf erwies sich das als richtig, denn die Aktie korrigierte noch
einmal bis auf rund 64 Euro. Die in diesem Jahr bereits erfolgte
Erholung hat zwar schon relativ viel von den neuen Wachstumschancen
eingepreist. Doch sehen wir hier nach wie vor gute Chancen, dass
mindestens mittelfristig das alte 12-Monats-Hoch bei knapp 120 Euro
anvisiert wird. Der Neuaufbau einer Position ist damit immer noch attraktiv.


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