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Schwellenländer im Abwärtstaumel




07.09.18 17:00
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.aktiencheck.de) - Die Türkei steckt seit Wochen in einer tiefen Krise, doch eine Entspannung ist nicht in Sicht, so die Börse Stuttgart.

Nach einer leichten Erholung Mitte August sei die Türkische Lira (ISIN EU000A0C32V9/ WKN A0C32V) in den letzten Tagen erneut unter Druck geraten - in der Spitze habe der Wechselkurs bei knapp 7,90 Euro gelegen. Die Währungskrise werde durch die steigende Inflation der Türkei weiter vorangetrieben: Allein im August habe die Teuerungsrate gegenüber dem Vormonat um 17,9 Prozent zugenommen. Die Türkische Zentralbank habe sich angesichts der Zahlen besorgt gezeigt und am Montag Maßnahmen angekündigt, um die Inflation einzudämmen. Der geldpolitische Kurswechsel solle noch im September erfolgen.

Auch andere Schwellenländer stünden zunehmend unter Druck: Der "MSCI Emerging Market Currency Index", der die Entwicklung der Währungen von Schwellenländern im Vergleich zum Dollar abbilde, habe seit seinem Jahreshoch Ende Januar rund acht Prozent verloren. Insbesondere Argentinien stehe zurzeit im Fokus, denn das südamerikanische Land stecke wie die Türkei in einer tiefen Währungskrise: Der Argentinische Peso habe im August gegenüber dem Dollar rund 40 Prozent verloren. Die argentinische Notenbank habe den Leitzins bereits von 45 auf 60 Prozent erhöht, damit Anleger ihr Geld nicht ins Ausland transferieren würden. Doch selbst das habe den Währungsverfall des Pesos nicht stoppen können. Präsident Macri habe deshalb in dieser Woche Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgenommen und um eine vorzeitige Finanzhilfe gebeten.

Der IWF habe Argentinien im Juni bereits 50 Milliarden Dollar zugesichert, 15 Milliarden davon habe das Land bereits kurz nach der Zusicherung in Anspruch genommen. Neben Argentinien seien es insbesondere Brasilien, Südafrika und Indien, die unter dem Verfall ihrer Landeswährung leiden würden: Gegenüber dem Dollar sei der Brasilianische Real (ISIN XC000A0AEUP8/ WKN A0AEUP) seit Jahresbeginn um rund 25 Prozent gefallen, der Südafrikanische Rand (ISIN US23129T1043/ WKN A0G9EW) um rund 16 Prozent, die Indische Rupie um rund 10 Prozent.

Der Währungsverfall lasse auch die Risikoaufschläge für die Staatsanleihen der Schwellenländer in die Höhe schnellen: Die Rendite der zehnjährigen türkischen Staatsanleihe liege noch immer bei rund 20 Prozent, bei den argentinischen und den brasilianischen zehnjährigen Papieren seien es über 10 Prozent. Zum Vergleich: Die Rendite der 10-jährigen deutschen Benchmark-Anleihe betrage 0,38 Prozent. Als einer der Auslöser für die aktuellen Turbulenzen vieler Schwellenländer-Währungen gelte die Geldpolitik in den USA. Denn durch die seit Ende 2015 wieder ansteigenden Zinsen - die nächste Zinserhöhung sei diesen Monat geplant - werde der Dollar für viele Investoren wieder attraktiv, wodurch sie Geld aus den Schwellenländern abziehen würden. (07.09.2018/ac/a/m)






 
 
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