Schweizer Electronic: 2021 über Erwartungen abgeschlossen - Aktienanalyse




11.04.22 16:41
Montega AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Schweizer Electronic-Aktienanalyse von der Montega AG:

Nicolas Gruschka, Aktienanalyst der Montega AG, bestätigt in einer aktuellen Aktienanalyse sein Anlagevotum für die Aktie der Schweizer Electronic AG (ISIN: DE0005156236, WKN: 515623, Ticker-Symbol: SCE).

Schweizer habe vergangene Woche vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 sowie den Ausblick für 2022 vorgelegt. Letzterer bleibe sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig hinter den bisherigen Erwartungen zurück, was aber im Wesentlichen auf die Folgen der veränderten geopolitischen Lage zurückzuführen sei. Zur Stärkung des Eigenkapitals dürfte es nun zu einer weiteren Kapitalmaßnahme bei der Tochtergesellschaft in China kommen.

Mit einem Jahreserlös in Höhe von 122,7 Mio. Euro (+24,8% yoy) liege Schweizer 2021 im Zielkorridor der Guidance (Umsatz: +20-30% yoy) und habe die Analysten-Prognose übertreffen können (MONe: 119,0 Mio. Euro). Damit sei im Schlussquartal ein zweistelliges Wachstum erzielt worden (+10,8% yoy auf 29,3 Mio. Euro). Ursächlich hierfür sei nach Unternehmensangaben vor allem eine verstärkte Nachfrage seitens der Automotive-Kunden in den Jahresendmonaten. Etwas besser als erwartet habe sich auch das EBITDA mit einem Fehlbetrag von -8,5 Mio. Euro gezeigt, was eine EBITDA-Marge von rund -6,9% impliziere (MONe: -10,7 Mio. Euro; Guidance EBITDA-Marge: 0 bis -6%).

Einerseits sei dies auf eine deutlich gestiegene Profitabilität auf Konzernebene (ex. China) zurückzuführen (EBITDA 2021: +9,1 Mio. Euro). Andererseits hätten durch Optimierungen des Produktportfolios weitere Verluste in Jintan eingedämmt werden können, was insgesamt zu einer EBITDA-Marge von -4,9% in Q4 führe und eine unterjährige Verbesserung impliziere (9M: -7,6%).

Für das Jahr 2022 erwarte Schweizer ein Umsatzwachstum von 10 bis 20% yoy bei einer EBITDA-Marge von -4 bis +1%. Diese Werte lägen signifikant unter der bisherigen Analysten-Schätzung (MONe Umsatz: 185,0 Mio. Euro; EBITDA-Marge: +4,5%). So verzögere sich aufgrund der zunehmenden Lieferkettenprobleme durch die vor allem in China erneut stattfindenden Lockdowns sowie die Folgen des Kriegsausbruchs in der Ukraine der Hochlauf des Jintan-Werkes. Insbesondere die Ukraine liefere neben Neongas weitere wichtige Komponenten für den ohnehin bereits angespannten Halbleitermarkt. Wenngleich sich der Auftragsbestand zum Jahresbeginn auf einem sehr hohen Niveau befunden habe (31.12.2021: 191,8 Mio. Euro vs. 31.12.2020: 109,2 Mio. Euro), ei zurzeit nicht abzuschätzen, wie sich die Produktionsbedingungen Schweizers sowie die Nachfrage im Jahresverlauf entwickeln würden.

So habe beispielsweise Toyota in Asien aufgrund des Chip-Mangels verkündet, im laufenden Geschäftsjahr deutlich weniger Autos zu produzieren als ursprünglich geplant. Im Zuge der reduzierten Umsatzschätzung dürfte sich entsprechend auch der Break-Even für das China-Werk verzögern. Zusätzlich dürften die signifikant gestiegenen Energiepreise weiter margenbelastend wirken. Aufgrund der geringen Visibilität hinsichtlich der operativen Entwicklung im Zuge der möglichen Lieferkettenausfälle und resultierenden Produktionsaussetzungen der OEMs reduziere der Analyst seine Annahmen für die Tochtergesellschaft in China und positioniere sich vorerst sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig am unteren Enden der Zielkorridore auf Konzernebene.

Im vergangenen Jahr habe Schweizer avisiert, eine Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung möglicher Kapitalmaßnahmen von mindestens 10 bis 15% zu halten. Allerdings hätten die strengen Compliance-Richtlinien aus der bestehenden Kapitalverflechtung in Kombination mit der "Zero-Corona-Politik" in China die Vertragsverhandlungen mit dem langjährigen Aktionär WUS erschwert, sodass das finale Closing der geplanten Kapitalerhöhung erst im Januar 2022 vollzogen worden sei. So habe sich zum Bilanzstichtag eine kurzzeitig geringere Eigenkapitalquote von 5,3% ergeben. Unter Berücksichtigung der 12,8%-Kapitalerhöhung an der chinesischen Tochter, die zu einem Mittelzufluss von rund 10,5 Mio. Euro geführt habe, hätte sich eine Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag am unteren Ende der Guidance ergeben (10,5%).

Für das laufende Jahr avisiere Schweizer eine Eigenkapitalquote von 6 bis 11%. Dafür würden weitere Kapitalmaßnahmen zwingend erforderlich sein. So befinde sich das Unternehmen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis aktuell erneut in Vertragsverhandlungen mit einem potenziellen Investor für das Werk in China. Der Analyst rechne mit einer Transaktion in ähnlicher Höhe und zu einer vergleichbaren Bewertung (ca. 82 Mio. Euro) wie der Maßnahme im Januar.

Darüber hinaus strebe Schweizer deutliche Einsparmaßnahmen für das Jahr 2022 an. Um die Liquidität zu schonen, werde das Unternehmen zudem die CAPEX-Ausgaben deutlich reduzieren (MONe: 6,4 Mio. Euro vs. zuvor: 14,4 Mio. Euro). Auf Konzernebene verfüge Schweizer noch über ausreichende Liquiditätsbestände und freie Kreditlinien, sodass die weitere operative Entwicklung nicht von der kurzfristigen Umsetzung der Kapitalmaßnahme abhänge.

Der hohe Auftragsbestand untermauere Schweizers Zukunftspotenzial in einem durch strukturelle Trends gekennzeichneten Marktumfeld. Allerdings hätten die Krisen der vergangenen Jahre (Pandemie, Russland-Ukraine-Konflikt, Liefer- und Energieengpässe) zu deutlichem Gegenwind geführt, sodass der Hochlauf des China-Werkes nicht mit der ursprünglich erwarteten Dynamik verlaufe und entsprechend das Eigenkapital belaste. Das Jahr 2022 dürfte daher für Schweizer noch herausfordernd sein, bevor sich in 2023 das deutliche Hochlaufen des China-Werkes in positiven Ergebnisbeiträgen materialisieren sollte.

Nicolas Gruschka, Aktienanalyst der Montega AG, bestätigt seine Empfehlung "halten" mit einem neuen Kursziel von 10,00 Euro (zuvor: 14,00 Euro). (Analyse vom 11.04.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze Schweizer Electronic-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Schweizer Electronic-Aktie:
9,60 EUR -1,03% (11.04.2022, 10:55)

Xetra-Aktienkurs Schweizer Electronic-Aktie:
9,76 EUR +4,27% (11.04.2022, 16:21)

ISIN Schweizer Electronic-Aktie:
DE0005156236

WKN Schweizer Electronic-Aktie:
515623

Ticker-Symbol Schweizer Electronic-Aktie:
SCE

Kurzprofil Schweizer Electronic AG:

Die Schweizer Electronic AG (ISIN: DE0005156236, WKN: 515623, Ticker-Symbol: SCE) steht für modernste Spitzentechnologie und Beratungskompetenz in der Leiterplattenindustrie. Durch die hochmodernen Produktionsstätten in Schramberg/Deutschland und Jintan/China sowie den engen Partnerschaften mit anderen Technologieführern bietet SCHWEIZER individuelle Leiterplatten- & Embedding-Lösungen. SCHWEIZERs innovative Leiterplatten-Technologien kommen in anspruchsvollsten Anwendungen, wie z.B. in den Bereichen Automotive, Aviation, Industry & Medical sowie Communications & Computing zum Einsatz und zeichnen sich durch ihre höchste Qualität und ihre energie- und umweltschonenden Eigenschaften aus. Das im Jahr 1849 von Christoph Schweizer gegründete Unternehmen ist an den Börsen in Stuttgart und Frankfurt zugelassen. (11.04.2022/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Die diesem Artikel zugrundeliegende Finanzanalyse / Studie zu dieser Gesellschaft ist im Auftrag dieser Gesellschaft oder einer dieser Gesellschaft nahe stehenden Person oder Unternehmens erstellt worden.







 
 
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