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Schlaraffenland ist abgebrannt!




10.05.22 11:37
StarCapital

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Wunderbare zwölf Jahre mit einer beispiellosen zinsgetriebenen Kapitalmarkthausse liegen hinter uns, so Dr. Manfred Schlumberger, Leiter Portfoliomanagement der StarCapital AG.

Lediglich einige überschaubare Korrekturen und ein brutaler Corona-Crash hätten die positive Aktienmarktentwicklung stets nur kurz unterbrochen. Was sei nach den historisch schlechtesten Auftaktmonaten für das restliche Börsenjahr 2022 zu erwarten? Die Gewinne der Unternehmen würden sich immer noch auf einem sehr hohen Niveau bewegen, auf dem sie aber vermutlich nicht bleiben würden und die wichtigsten Einflussgrößen auf die Aktienmärkte, nämlich Zinsen und Liquidität, würden nichts Gutes erwarten lassen.

Die konjunkturellen Frühindikatoren würden weltweit auf eine wirtschaftliche Abschwächung hindeuten. Chinas Einkaufsmanagerindices lägen sowohl im Industrie- wie im Dienstleistungssektor bereits im kontraktiven Bereich. Die harte Lockdown-Politik zur Bekämpfung des Omikron-Virus laste schwer auf der Konjunktur. Man schätze, dass der Lockdown in der wichtigen Shanghai-Region bereits mehr als 2% Wachstum gekostet habe. Und anstatt die Führung bei Biontech und Moderna wirksame Impfstoffe bestelle, beharre sie auf ihrer harten Coronapolitik. Gleichzeitig erlaube die Immobilienblase abgesehen von verbalen Versprechungen keine starken geld- und fiskalpolitischen Impulse. Über die erneut massiv gestörten Lieferketten werde vor allem die europäische Wirtschaft und hier vorneweg Deutschland getroffen.

Europa sei zudem aus wirtschaftlicher Sicht der Hauptleidtragende des Kriegs in der Ukraine. Das geplante Öl-Embargo gegenüber Russland werde die Energiepreise weiter verteuern und Wachstum kosten. Komme es gar zu einem Gas-Embargo, egal von welcher Seite, sei mit einer schweren Rezession, wenn nicht sogar einer Depression zu rechnen. Energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie müssten in Deutschland um ihre Existenz bangen. Beruhigenden Prognosen von sogenannten "Wirtschaftsweisen", die lediglich eine kurze Rezession erwarten würden, sollte man ein gesundes Maß an Misstrauen entgegenbringen.

Die USA seien in wirtschaftlicher Hinsicht eher ein Profiteur des Krieges in Europa. Die Gewinne von Rüstungs-, Agrar- und fossilen Energiekonzernen würden weiter massiv steigen. Gleichzeitig treffe jedoch die Verteuerung der Kreditkosten viele wenig oder gar nicht profitable Wachstumsunternehmen. Die US-Konjunktur insgesamt werde vermutlich auf einem moderaten Pfad weiter wachsen. Die Eintrübung des weltwirtschaftlichen Wachstums werde jedoch die aktuell noch sehr hohen Unternehmensgewinne sinken lassen. (10.05.2022/ac/a/m)







 
 
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