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Kolumnist: Feingold-Research

Scalable, aktive Fonds die ING – Trauerspiele




19.04.20 07:35
Feingold-Research

Robo-Investment sollte das große Zaubermittel für die Geldanlage sein. Der Corona-Crash hat gezeigt, wie leer die Versprechungen sind und dass aktive Fonds ebenso mau aussehen. 2019 zeigte die ING Bank eine große Kampagne für Robo Advisor. Man hatte eine Kooperation mit Scalable beschlossen und die Kunden sollten über diesen Weg den Zugang zur Aktienanlage finden. Heute muss man ein bisschen suchen auf der Homepage bis man den Slogan „Profis machen lassen“ findet. Garniert mit einer 500-Euro-Prämie. Die allerdings schnell aufgezehrt sein könnte. Denn das Anlegermagazin Börse Online hat die Robo-Advisor in der Krise getestet und ausgerechnet das Aushängeschild der ING – Scalable – schneidet besonders schlecht ab. Minus 27 Prozent stehen im Test-Depot vom 20.2 bis 16.3 zu Buche. Falls ein Roboter am Werk war, war er verdammt schlecht programmiert.


Doch nicht nur Robo-Advisor versagen. Ende Januar 2020 fand die große Schau der aktiven Fonds statt, einmal jährlich abgehalten in Mannheim. Dort trifft sich alles, was Rang und Namen hat und um Anlegergelder wirbt. Ein einfacher Job, lief der Aktienmarkt doch bis Ende Januar 2020 seit Jahren nach oben und konnten Bankberater ihre Anleger fröhlich mit den Renditen der letzten Jahre ködern. Dies passierte auch kräftig, wie unsere Recherchen bei Feingold Research zeigen. Besonders oberhalb der 13.000 Punkte im DAX häuften sich die Anrufe der Fondsverkäufer in den Banken und Sparkassen bei privaten Anlegern. Verständlich, konnte man doch einen brillant laufenden Aktienmarkt vorzeigen und kaufen deutsche Anleger leider eben auch gerne, wenn die Märkte oben sind und nicht, wenn sie gerade unten sind. So wie jetzt.


Leider laufen die Renditen der meisten aktiven Fonds denen einen simplen Indexzertifikats aus der Zertifikatebranche ebenso hinterher wie den meisten ETFs. Von den Gebühren ganz zu schweigen, bei denen die Zertifikate-Anleger mitunter weit weniger als einem halben Prozent jährlich bezahlen während Fonds-Freunde oft mit 2 Prozent oder mehr zur Kasse gebeten werden.


Blöd lief es insgesamt dann ab Februar. Natürlich nicht für alle. Ausnahmen wie den Mischfonds von Flossbach von Storch konnte man finden. Dahinter steht auch ein Team, das sein Handwerk versteht. Ansonsten vielfach Ebbe. Die große Mehrzahl der aktiven Fonds machte den Börsencrash voll mit und es gelang damit das dritte Mal nach 2000 und 2008 das eigene Versprechen ad absurdem zu führen. Nämlich, dass man im Aufschwung verstärkt dabei ist und dank aktivem Management im Crash besser dasteht.


Das Gegenteil ist der Fall. Nach Gebühren hängt man in guten Börsenphasen mit fast allen aktiven Fonds hintendran während man die Fahrt nach unten voll mitnimmt. Der Bestseller M&G(Lux)Optimal Income Fd.A Dis hat es sogar geschafft, als Mischfonds jetzt in jedem Zeitfenster der letzten 5 Jahre im Minus zu notieren. Genauso der Amundi Fds.Global Ecology ESG, ebenso ein Bestseller.


Auf einer großen Vergleichsseite für Fonds findet man ausgerechnet Anfang April nun ein schönes Quiz, wie gut man den deutschen Fondsverband BVI kennt. Bei den meisten Anlegern muss die Antwort wohl lauten – leider nicht gut genug. Sonst würden sie von fast allen aktiven Fonds die Finger lassen. Diese Lehre haben nun drei Börsencrashs seit dem Jahr 2000 hinterlassen.



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