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Kolumnist: Markus Fugmann

Saudi-Arabien: Zahlen zeigen noch keine Wende weg vom Öl- das große Dilemma




19.08.17 07:55
Markus Fugmann

Saudi-Arabien hat große Pläne. Man will weg von der Öl-Abhängigkeit, groß investieren in andere Industrien, groß in Bildung investieren und und und. Was zeigt die Gegenwart? Noch ist von den Zukunftsplänen nichts zu spüren. Da die Saudis nächstes Jahr anfangen wollen ihr Tafelsilber (die staatliche Ölgesellschaft Saudi-Aramco) an die Börse zu bringen, hat man eine „Transparenzoffensive“ gestartet, wenn man es so nennen will.

Daher liegen nun auch staatliche Statistiken auf Quartalsbasis vor. Der saudische Staatshaushalt (also der Haushalt des Königs) verdiente im 2. Quartal 100,99 Milliarden saudische Riyals (ca 23 Milliarden Euro) durch Ölverkäufe. Das ist ein Anstieg von 28% gegenüber dem 2. Quartal 2016. Die gesamten saudischen Staatseinnahmen sind im 2. Quartal im selben Vergleichszeitraum aber nur um 6% auf 163,9 Milliarden Riyals gestiegen.


Der Öl-Anteil an allen Einnahmen stieg auf Jahresbasis von 51% auf 62%. Demnach hat die Abhängigkeit der Saudis vom Öl noch mal deutlich zugenommen! Die höheren Verkaufserlöse gehen natürlich darauf zurück, dass sich der Ölpreis (wenn auch auf tiefem Niveau) gegenüber dem Vorjahr leicht erholt hat. Die Staatsausgaben waren mit 210 Milliarden Riyals nur 1,3% geringer als im Vorjahr. Das Budgetdefizit im 2. Quartal war mit 46,5 Milliarden Riyals geringer als 58,4 Milliarden Riyals vor einem Jahr, aber es ist immer noch ziemlich groß. Im vorigen Quartal lag das Defizit nur bei 26,2 Milliarden Riyals.


Bei -1,3% bei den Ausgaben kann man von einem wirklich brutalem Zusammenstreichen der Staatsausgaben nicht sprechen, wie es eigentlich nötig wäre. Denn der Staat versorgt Millionen Menschen mit Jobs, subventioniert massiv Energie uvm. Der leicht höhere Ölpreis half die Einnahmen zu steigern. Wenn man aber noch höhere Preise zulässt, fegen die Fracker aus Nordamerika die OPEC-Länder mehr und mehr aus dem Markt. Das wollte man vor zwei Jahren eigentlich verhindern.


Mit der aktuellen Fördermengenkürzung der OPEC wollen die Saudis nun aber die Preise wieder moderat ansteigen lassen. Bei weniger Fördermenge und moderat höheren Preisen wäre das grob gesagt ein Nullsummenspiel für die Saudis. Es ist ein echtes Dilemma, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Das ist nun mal das Problem von Volkswirtschaften, dies sich wie Russland oder in gewissem Umfang auch Australien von einem Produkt abhängig machen.


Quelle: finanzmarktwelt.de


 



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