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Sanktionen gegen Russland - Auswirkungen für Anleger




17.04.18 11:51
aktiencheck.de

Berlin (www.aktiencheck.de) - Es ist ein Vergeltungsschlag gegen Russland, als Reaktion auf die Einflussnahme bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016: Die US-Regierung unter Präsident Trump hat neue Sanktionen gegen Russland verhängt, so die Experten von GAM.


 


Nun sollten nicht nur die Unternehmen sanktioniert werden, sondern auch ihre Eigentümer sowie Staatsbedienstete. Russische Vermögenswerte seien daraufhin in den Keller gefallen. Denn die Sanktionen würden sich von denen unterscheiden, die im Jahr 2014 nach der russischen Krim-Invasion verhängt worden seien. Damals sei es US-amerikanischen Anlegern untersagt worden, neue Wertpapiere zu kaufen. Nun dürften sie keinerlei Schuldtitel oder Aktien der sanktionierten Emittenten mehr halten. "Der starke Rückgang der russischen Vermögenswerte resultierte daraus, dass Anleger durch die Sanktionen dazu gezwungen wurden, ihre bestehenden Positionen zu verkaufen. Der Aktienmarkt sackte um 8 Prozent ab, die Renditen von Staatsanleihen stiegen um 50 Basispunkte und der Rubel gab um 10 Prozent nach", erläutere Paul McNamara, Investment Director bei GAM Investments.


 


Der Umfang der Abverkäufe sei auf die Unsicherheit der Anleger zurückzuführen, dass solche Sanktionen auf breiterer Basis zur Anwendung kämen und damit weitere Zwangsverkäufe auslösen könnten. "Aber auch die starke Positionierung in lokalen Anlagewerten macht sich hier bemerkbar: Russland ist in Portfolios mit Schwellenmarktaktien und -anleihen häufig übergewichtet worden. Dies hat für erhebliche Mittelzuflüsse gesorgt. Grund hierfür waren die sich verbessernden wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Landes", erkläre McNamara.


 


Das Wachstum habe sich erholt - wenn auch weniger stark als erwartet angesichts der Bonitätskennzahlen - während die höheren Ölpreise der Handels- und Haushaltsbilanz zugute gekommen seien. Auch die Devisenreserven hätten einen stetigen Anstieg von 350 Milliarden US-Dollar Anfang 2015 auf 458 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Anders als in der Türkei seien der Staatshaushalt und die Zahlungsbilanz von Russland also grundsolide.


 


"Staatsanleihen sind nicht direkt von den Sanktionen betroffen", hebe McNamara hervor. Schätzungen zufolge würden ausländische Anleger ein Drittel des russischen Anleihenmarktes halten. Dies entspreche einem Wert von 40 Milliarden US-Dollar. "Aktuell sieht es so aus, als ob Anleger eher US-Dollar gegen Rubel kaufen, um das Währungsrisiko in Verbindung mit ihren Anleihepositionen zu neutralisieren, als zu versuchen, Anleihen unter angespannten Marktbedingungen zu verkaufen", so McNamara. Dies erkläre auch, warum der Russische Rubel weitaus stärker unter den Sanktionen gelitten habe als lokale Anleihen.


 


Anleger sähen sich derzeit mit dem folgenden Problem konfrontiert: Eine Ausweitung der Sanktionen hätte zweifelsohne weitere negative Konsequenzen für russische Vermögenswerte. Ohne sie wären die makroökonomischen Auswirkungen jedoch wahrscheinlich so minimal, dass die Bewertungen übermäßig günstig erschienen, so die Experten von GAM. Die Unberechenbarkeit der Trump-Regierung erschwere es Anlegern zudem, die Situation treffend einzuschätzen.


 


Die russischen Behörden hätten auf die US-Sanktionen mit der Aussetzung von routinemäßigen US-Dollar-Käufen und der Verpfändung von Liquidität an lokale Marktteilnehmer reagiert. Im nächsten Schritt könnte die Zentralbank ihren Zinssenkungszyklus verkürzen. "Allerdings rechnen wir nicht mit einer Intervention in den Devisenmarkt, solange der Rubel nicht erheblich vom derzeitigen Stand abgewertet wird", so McNamara weiter. Da die Krise politischer Natur sei, sei es nur schwer vorhersehbar, ob Käufe oder Verkäufe russischer Anlagen der richtige Weg wären und ob die technischen Risiken eine potenzielle Bewertungslücke ausgleichen könnten. "Unsere stark an die Benchmark angelehnte Position scheint angemessenen Schutz zu bieten, bis mehr Klarheit herrscht", schließe McNamara. (17.04.2018/ac/a/m)



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