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Kolumnist: Gerd Bennewirtz

SJB FondsEcho. Liquiditätsschwemme. Kritisiert. BNY Mellon Global Equity Income .




22.06.17 20:11
Gerd Bennewirtz

SJB FondsEcho. BNY Mellon Global Equity Income Fund.


 


Liquiditätsschwemme. Kritisiert.


An der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und scheiden sich die Geister. Während Befürworter argumentieren, die Null- und Negativzinsen von EZB-Präsident Mario Draghi hätten mit zur Stabilisierung der europäischen Wirtschaft und Aktienmärkte beigetragen, sehen Gegner die Lage weit kritischer: Durch das massive Anleihenkaufprogramm und die beliebig verfügbare Liquidität seien die Kurse an den europäischen Finanzmärkten bis aufs Äußerste nach oben getrieben worden, so dass ein baldiger Absturz fast unvermeidlich sei.


Zu den entschiedenen Kritikern von Mario Draghi zählt Nick Clay, Mitglied im Global Equity Income Team der britischen Newton Investment Management. Clay betont, dass Draghi durch seine fortgesetzte Liquiditätsschwemme den Märkten jede Menge „Zucker“ gegeben habe, dessen Entzug nun mit jedem Tag schwieriger werde. Das billige Geld, das sowohl die Verschuldung von Staaten und Unternehmen als auch die Aktienmärkte auf immer neue Rekordhochs getrieben hat, werde zusehends zum Problem. Für Clay ist das Ende des liquiditätsgetriebenen Aufschwungs ganz nah. Zugleich verweist er auf eine unmittelbare Konsequenz der auf Rekordtiefs gefallenen Renditen am Anleihenmarkt: Investoren, die vorzugsweise auf der Suche nach regelmäßigen Erträgen sind, finden bei europäischen Anleihen fast keine Papiere mehr, die attraktive Ausschüttungen bieten können. Damit müssen sich Anleger im Bereich der Dividendenfonds umsehen, wenn sie weiterhin planbare Erträge aus ihren Investments erhalten wollen. In diesem Segment ist der BNY Mellon Global Equity Income Fund A EUR (ISIN IE00B3V93F27, WKN A1C9L2) beheimatet, der laufende Ausschüttungen mit einem langfristigen Kapitalwachstum kombinieren möchte. Im Rahmen des von BNY Mellon verfolgten Boutique-Konzeptes verwaltet FondsManager Nick Clay von Newton das Investmentprodukt, wobei dieser seine 25-jährige Investmenterfahrung in die Strukturierung des Portfolios einbringen kann. Clay hat nicht nur Volkswirtschaft, sondern auch Philosophie an der Leeds University studiert, wobei der Brite betont, dass sich dieser Abschluss für ihn während seiner Laufbahn als FondsManager bereits mehrfach als hilfreich erwiesen hat. In seinem ertragsorientierten globalen Aktienfonds nutzt Clay die Möglichkeit zur weltweiten Diversifikation über dividendenorientierte Aktienanlagen, so dass das Anlageergebnis nicht von der Entwicklung eines einzelnen Landes oder einer bestimmten Wirtschaftsregion abhängt. Seine global anlegende Dividendenstrategie legt den Fokus auf eine nachhaltige Dividendenentwicklung und sorgt so auch für eine nachhaltige Wertentwicklung. Gerade mit der strikten Ertragsorientierung hat FondsManager Clay in schwierigen Marktphasen eine beachtliche Widerstandsfähigkeit bewiesen – eine Eigenschaft, die bald wieder gefragt sein könnte.


Der BNY Mellon Global Equity Income Fund wurde am 29. Juli 2010 aufgelegt und besitzt aktuell ein FondsVolumen von 721,6 Millionen Euro; als Vergleichsindex wird der FTSE World Index TR verwendet. Mit seinem ertragsorientierten globalen Aktienportfolio hat Clay über die letzten fünf Jahre eine annualisierte Rendite von +11,89 Prozent in Euro erzielt und damit seine Vergleichsgruppe beim Analysehaus Lipper geschlagen, die sich mit einem jährlichen Plus von +11,41 Prozent begnügt. Wie sieht die so erfolgreiche Anlagestrategie im Detail aus?


 


FondsStrategie. Bottom-up-Analyse. Praktiziert.


Der BNY Mellon Global Equity Income Fund hat es sich zum Ziel gesetzt, durch vorwiegende Anlage in Aktien und aktienähnliche globale Wertpapiere jährliche Ausschüttungen und langfristiges Kapitalwachstum zu generieren. Der Fonds investiert weltweit und kann Unternehmen sämtlicher Größen (kleinere, mittlere und große Firmen) und aus sämtlichen Branchen für sein Portfolio erwerben. Das geographische Anlageuniversum ist unbeschränkt; auch Investitionen in Schwellenländer und den russischen Aktienmarkt sind möglich. FondsManager Nick Clay wendet bei seiner Titelselektion strenge renditefokussierte Investmentkriterien an und präferiert Aktien von Unternehmen, die hohe Cashflows generieren und besonders attraktive Dividendenrenditen aufweisen. Dieser Investmentansatz wird kontinuierlich optimiert, um Veränderungen auf Unternehmensseite frühzeitig zu erkennen und neue Anlagechancen zu identifizieren. Aktienstratege Clay strukturiert das Portfolio des BNY Mellon Global Equity Income Fund mittels eines ganzheitlichen, researchorientierten Investmentprozesses nach dem Bottom-up-Ansatz. Dabei konzentriert er sich auf Engagements in attraktiv bewertete Aktien von Firmen mit viel versprechenden Wachstumsaussichten und attraktiven Fundamentaldaten. Bei der Suche nach renditestarken Einzeltiteln geht Clay nach einer festen wertorientierten Ausrichtung vor: So muss die erwartete Rendite jeder Aktie zum Zeitpunkt des Kaufs um 25 Prozent über der des FTSE World Index liegen. Umgekehrt wird jede Position, deren Rendite unter die des Vergleichsindex fällt, verkauft. Letztlich entsteht so ein konzentriertes Portfolio aus Aktien hoch qualitativer Unternehmen, die zuverlässige und überdurchschnittliche Dividendenrenditen bieten. Wie ist das Portfolio im Einzelnen strukturiert?


 


FondsPortfolio. USA. Führend.


In der Länderallokation des BNY Mellon Global Equity Income Fund liegen die USA mit 44,3 Prozent Anteil am FondsVermögen auf Platz eins. Deutlich dahinter folgt Großbritannien, das 20,3 Prozent der Bestände auf sich vereint. Auf dem dritten Platz der Länderaufteilung liegt die Schweiz mit 10,6 Prozent des FondsVolumens. Die Niederlande besitzen einen Portfolioanteil von 5,8 Prozent, Dividendentitel aus Frankreich sind mit 5,7 Prozent gewichtet. Abgerundet wird die geographische Aufteilung des Dividenden-Fonds durch kleinere Positionen in Norwegen, Japan und Schweden. Sonstige Länder machen insgesamt 7,2 Prozent der geographischen FondsAllokation aus.


Bei der Branchengewichtung des BNY Mellon-Fonds befindet sich der Konsumgütersektor mit 25,6 Prozent des FondsVermögens auf dem ersten Platz. Gesundheitstitel bringen es auf 15,0 Prozent des FondsVolumens und werden unter den Top-Holdings des Fonds von der Novartis AG und Merck & Co vertreten. Konsumdienstleister sind mit 14,7 Prozent im Portfolio repräsentiert, Technologieaktien wie Cisco Systems machen 13,9 Prozent der FondsBestände aus. Durchschnittlich stark ist FondsManager Clay im Bereich der Finanzwerte (8,8 Prozent) sowie bei Versorgern (6,8 Prozent) engagiert. Industrieaktien mit 5,9 Prozent sowie Öl- und Gas-Titel (3,9 Prozent) komplettieren das Portfolio. Größte Einzelposition ist der US-Softwareriese Microsoft, auch die beiden Tabakkonzerne Reynolds American und Philip Morris liegen weit vorn unter den Top 10-Positionen. Insgesamt bleibt Clay jedoch wegen der hohen Verschuldung sowie aufgrund des fragilen Wachstumsumfelds für US-Titel zurückhaltend. Dies gelte vor allem im Hinblick auf die jüngsten Fehlschläge der Trump-Regierung bei der Durchsetzung ihrer Reformpläne für das Steuersystem und die Infrastrukturausgaben sowie wegen der weiter unsicheren Aussichten für die Gesundheitsreform.


 


FondsVergleichsindex. Korrelation. Ausgeprägt.


Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse haben wir den BNY Mellon Global Equity Income Fund dem MSCI World EUR NETR als Vergleichsindex gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse mit dem Kursbarometer für den weltweiten Aktienmarkt zeigt eine ausgeprägte Übereinstimmung der beiden Kursverläufe. Mit 0,90 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem hohen Niveau, für ein Jahr fällt sie mit 0,83 etwas geringer aus. Insgesamt verläuft die Kursentwicklung von BNY Mellon-Fonds und SJB-Benchmark weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,81, über ein Jahr geht sie auf 0,69 zurück. Damit haben sich mittelfristig 19 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 31 Prozent. In den letzten zwölf Monaten hat FondsManager Clay die Benchmarkunabhängigkeit seines Portfolios dividendenstarker Qualitätsunternehmen demnach erhöht. Der Tracking Error des Fonds fällt mit 5,59 Prozent im Dreijahreszeitraum moderat aus, über ein Jahr geht die Spurabweichung auf 3,60 Prozent zurück. Die Zahlen belegen, dass FondsManager Clay mit seinen Investments ein äußerst geringes aktives Risiko eingeht. Welche Schwankungsneigung hat das FondsPortfolio aufzuweisen?


 



 


FondsRisiko. Volatilität. Gedämpft.


Der BNY Mellon Global Equity Income Fund weist für drei Jahre eine Volatilität von 12,48 Prozent auf, die noch unterhalb des Schwankungsniveaus liegt, das der MSCI World EUR NETR mit 14,48 Prozent im selben Zeitraum zu verzeichnen hat. Auch über ein Jahr schwankt der auf dividendenstarke Titel spezialisierte Aktienfonds merklich geringer als die von der SJB gewählte Benchmark. Hier beträgt die „Vola“ des BNY Mellon-Produktes 7,70 Prozent, wohingegen der MSCI-Referenzindex eine Schwankungsbreite von 8,59 Prozent aufweist. Die über beide Zeithorizonte geringere Volatilität des aktiv gemanagten Aktienfonds gegenüber dem passiven Referenzindex macht den BNY Mellon-Fonds zum klaren Sieger mit Blick auf die Risikostruktur. Die von FondsManager Clay ausgewählten besonders ertragsstarken Titel schwanken erfreulich gering – gleich ein doppelter Vorteil für Investoren, die Rendite und Sicherheit ihres Portfolios im Blick haben.


Die moderate Schwankungsintensität des Dividendenfonds manifestiert sich auch in dem attraktiven Beta von 0,80 über den letzten Dreijahreszeitraum. Über ein Jahr legt die Risikokennzahl geringfügig auf 0,81 zu, verbleibt aber klar unter Marktniveau. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre bekräftigt das positive Szenario. In 34 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume präsentierte sich das Beta niedriger als der Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei einen Wert von 0,62 im Tief an. Lediglich in zwei der analysierten Einjahresperioden verzeichnete das FondsPortfolio höhere Wertschwankungen als der Markt und generierte ein Beta von 1,03 in der Spitze. Die Quintessenz der Beta-Analyse: Das Risikoprofil des global anlegenden BNY Mellon-Fonds ist ausgezeichnet, die geringe Anfälligkeit der Dividenden-Titel für Kursschwankungen überzeugt. Welche Renditen kann Marktstratege Clay mit seinem Portfolio generieren?


 


FondsRendite. Alpha. Wechselnd.


Per 19. Juni 2017 hat der BNY Mellon Global Equity Income Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +39,33 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von +11,68 Prozent p.a. entspricht. Noch besser fallen die Performancezahlen der SJB-Benchmark zum weltweiten Aktienmarkt aus: Der MSCI World EUR NETR kann mit einer Gesamtrendite von +42,25 Prozent auf Eurobasis bzw. einem Ergebnis von +12,45 Prozent jährlich aufwarten. Auch beim Wechsel des Vergleichszeitraums auf ein Jahr muss der ertragsorientierte Aktienfonds dem SJB-Vergleichsindex den Vortritt lassen: Während das BNY Mellon-Produkt mit einer Rendite von +7,70 Prozent in Euro aufwartet, kann der weltweit anlegende MSCI Index mit einer Wertentwicklung von +8,59 Prozent überzeugen. Die Zahlen zeigen: In der aktuellen Börsensituation auf breiter Front steigender globaler Aktienkurse gelingt es FondsManager Clay trotz gekonnter Aktienauswahl nicht, mit Dividendentiteln den breiten globalen Aktienmarkt zu schlagen. Laufen die großen Börsen jedoch in die zu erwartende Korrekturbewegung hinein, dürften ertragsstarke Einzeltitel ihren Mehrwert gegenüber Standardaktien wieder zur Geltung bringen.


Die geringe Schwankungsneigung des BNY Mellon-Fonds sorgt dafür, dass dieser im Vergleich zum internationalen Referenzindex ein positives Alpha erzielen kann, das über drei Jahre bei 0,14 liegt. Auf Jahressicht rutscht die Renditekennzahl mit -0,25 hingegen ins Minus. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre zeichnet ein gemischtes Bild. In 17 der letzten 36 Einjahreszeiträume verzeichnete der Dividenden-Fonds ein Renditeplus zum Referenzindex und markierte positive Alpha-Werte bis 0,72 in der Spitze. Dem stehen 19 Einzelperioden gegenüber, in denen ein negatives Alpha von zutiefst -0,50 generiert wurde. Insgesamt wechselten sich über die letzten drei Jahre Perioden der Mehr- und Minderrendite ab, wobei die Zeitspannen mit einer Underperformance leicht in der Mehrheit sind. Ein klarer Gewinner im Renditewettstreit zwischen MSCI-Benchmark und BNY Mellon-Fonds ist aber nicht auszumachen, selbst wenn das aktiv gemanagte Investmentprodukt über drei Jahre eine leicht negative Information Ratio von -0,12 aufweist.


 


SJB Fazit. BNY Mellon Global Equity Income Fund.


Die unverantwortliche Liquiditätsflut von Mario Drahi und seiner EZB hat es Investoren praktisch unmöglich gemacht, zur Erzielung regelmäßiger Erträge auf ein Anleihenportfolio zurückzugreifen. In dieser längst nicht beendeten Börsenphase von Negativrenditen und Niedrigzins bieten sich globale Aktienfonds dividendenstarker Titel an, um weiter attraktive Ausschüttungen bei moderatem Risiko zu erhalten. FondsManager John Clay setzt in seinem BNY Mellon Global Equity Income Fund dieses Prinzip vorbildlich um und kreiert ein ausgewogenes Portfolio ertragsstarker Qualitätsunternehmen, das über eine überdurchschnittliche Rendite verfügt. Das schwankungsarme FondsProdukt sollte seine Stärken gerade in der drohenden Korrektur ausspielen können!


 


 


Erläuterungen


 


Alpha


Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.


 


Beta


Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.


 


Dividendenrendite


Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.


 


Information Ratio


Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.


 


Korrelation


Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.


 


Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)


Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.


 


Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)


Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.


 


Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)


Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.


 



Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.


 


Sharpe Ratio


Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.


 


Tracking Error


Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.


 


Value-at-risk (VAR)


Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.


 


Autor:


Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.


 


 
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