SCHUMAG: Geschäftsjahr 2019/20 durch Corona belastet - Herabstufung der Aktie - Aktienanalyse




09.03.21 14:43
GSC Research

Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - SCHUMAG-Aktienanalyse von GSC Research:

Jens Nielsen, Aktienanalyst von GSC Research, stuft die SCHUMAG-Aktie (ISIN: DE0007216707, WKN: 721670, Ticker-Symbol: SCM) von "kaufen" auf "halten" herab.

In dem am 30. September abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 habe die Corona-Krise die operative Entwicklung der SCHUMAG AG merklich gedämpft. Trotzdem hätten jedoch bei der Umsetzung des Sanierungskonzepts essenzielle Meilensteine erreicht, die finanzielle Situation stabilisiert und so der Restrukturierungsprozess weiter vorangetrieben werden können. In diesem Rahmen seien bereits diverse Altlasten bereinigt, die IT-Hard- und Software erneuert sowie die Personalaufwendungen deutlich reduziert worden.

Allerdings würden aus dem Konjunktur-, Branchen- und Corona-bedingt verringerten Umsatzniveau nach wie vor personelle Überkapazitäten resultieren. Gleichzeitig sei aufgrund des mit 46 Jahren relativ hohen Altersdurchschnitts der Belegschaft in Zukunft mit einem verstärkten altersbedingten Verlust von Mitarbeitern und damit auch von Know-how zu rechnen. Hier steuere die Gesellschaft mit verstärkten Aus-, Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen sowie gezielten Neueinstellungen gegen.

Eine weitere "Baustelle" stelle der veraltete Maschinenpark dar, der zu ausfallbedingten Produktionsunterbrechungen und hohen Instandhaltungsaufwendungen führe. Hier könnten die erforderlichen Erneuerungsinvestitionen liquiditätsbedingt nur in begrenztem Umfang vorgenommen werden. Daher habe das Unternehmen zusätzlich zu der sukzessiven Modernisierung der Anlagen Maßnahmen zur Hebung von Effizienzsteigerungspotenzialen, Verbesserung der Prozessqualität und Erhöhung der Maschinenverfügbarkeit implementiert.

Auf der Vertriebsseite verfolge die Gesellschaft mehrere Ansätze. Zum einen solle mittelfristig die Gewichtung des Bereichs Großdiesel verringert werden. Hierzu würden eine Diversifikation im Non-Automotive-Sektor sowie die Aufnahme antriebsunabhängiger Artikel ins Portfolio forciert. Zum anderen werde das Produktportfolio insgesamt profitabler ausgerichtet.

Darüber hinaus fokussiere sich das Unternehmen auf die strategisch wichtigen Kunden, die für 70 Prozent der Erlöse stünden. Angesichts eines auf lediglich drei Adressen entfallenden Umsatzanteils von rund 43 Prozent sollten hierbei nach Meinung der Analysten allerdings "Klumpenrisiken" reduziert bzw. vermieden werden. Chancen verspreche sich der Vorstand auch von einer Erhöhung der Fertigungstiefe und der damit verbundenen Verlängerung der Wertschöpfungskette.

Großes Potenzial werde ebenfalls im Bereich Remanufacturing/Aftermarket für das Kerngeschäft mit Injektoren und Hochdruckpumpen gesehen. Hier sowie in der Diversifizierung würden die Schwerpunkte der Vertriebsstrategie liegen. Allerdings würden die verstärkt vorangetriebenen Maßnahmen im Vertriebsbereich erst im Laufe der kommenden Jahre Wirkung zeigen.

Trotz der Vielzahl der bereits vollzogenen und noch in Umsetzung befindlichen Schritte zur Sanierung der Gesellschaft stelle sich die Situation der SCHUMAG AG weiterhin herausfordernd dar. Das zum Bilanzstichtag leicht negative Konzerneigenkapital dürfte aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes in den nächsten Jahren durch die Entwicklung der Pensionsrückstellungen weiterhin belastet werden. Daher sei es von entscheidender Bedeutung, dass die Umsatz- und Ertragslage sukzessive verbessert und damit die erreichte finanzielle Stabilisierung aufrechterhalten werden könne.

Wie bereits in der ausführlichen Erstanalyse von GSC Research vom 7. September 2020 dargelegt, sei der Analyst jedoch trotz der nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen positiv gestimmt, dass dies dem Unternehmen unter der jetzigen Gesellschafterstruktur und personellen Aufstellung gelingen werde. Wenngleich der Analyst seine Schätzungen für das laufende Geschäftsjahr zurückgenommen habe, bleibe er deshalb auch optimistisch, dass in 2022/23 der Turnaround erreicht werden könne.

Insgesamt bestätige Nielsen daher sein Kursziel von 1,50 Euro für die SCHUMAG-Aktie. Seit seiner Kaufempfehlung im Rahmen der Coverage-Aufnahme habe die Notierung des Anteilsscheins um über 25 Prozent zugelegt und bewege sich nun im Bereich seines Kursziels. Auf diesem Niveau betrachte der Analyst das Papier derzeit als fair bepreist.

Daher nimmt Jens Nielsen, Aktienanalyst von GSC Research, sein Rating von "kaufen" auf "halten" zurück. Dabei erachte er den Titel vor allem für risikobereitere Anleger unverändert als interessante mittelfristige Turnaround-Spekulation.

Vor dem Hintergrund des auch nach der Kapitalerhöhung weiterhin sehr geringen Handelsvolumens sollten Aufträge in der Aktie immer mit einem Limit versehen werden. (Analyse vom 09.03.2021)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze SCHUMAG-Aktie:

Börse Stuttgart-Aktienkurs SCHUMAG-Aktie:
1,52 EUR -5,00% (09.03.2021, 13:30)

ISIN SCHUMAG-Aktie:
DE0007216707

WKN SCHUMAG-Aktie:
721670

Ticker-Symbol SCHUMAG-Aktie:
SCM

Kurzprofil SCHUMAG:

Die Firma SCHUMAG (ISIN: DE0007216707, WKN: 721670, Ticker-Symbol: SCM) wurde 1830 als Nadelmanufaktur gegründet und erweiterte ihre Produktpalette Ende des 19. Jahrhunderts um Präzisionsteile für die Uhrenindustrie. Heute ist SCHUMAG ein börsennotiertes Unternehmen mit ca. 500 Mitarbeitern, dessen Präzisionsprodukte in Aachen "Made in Germany" gefertigt und von hier aus in 20 Länder exportiert werden.

Die Stärke SCHUMAGs, höchste Präzision auch über große Stückzahlen (100.000+) zu garantieren, ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Mannschaftsleistung. SCHUMAG verfügt auf 35.000 qm Produktionsfläche über eine breite Palette an Fertigungsverfahren, sodass mit Hilfe von über 500 Maschinen Kundenwünsche zügig und prozesssicher umgesetzt werden können.

Über 14.000 Messmittel, vom Handmessmittel bis zum Weisslicht-Interferometer, garantieren die Einhaltung selbst kleinster Toleranzen und erfüllen auf diese Weise höchste Ansprüche an Präzision gerade bei großen Stückzahlen. SCHUMAG ist nach ISO TS 16949 und DIN EN ISO 9001 zertifiziert. (09.03.2021/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
 
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