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Russland überrascht mit weltweit erster Zulassung eines COVID-19-Impfstoffs




16.09.20 14:20
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.aktiencheck.de) - Russland überraschte die Welt im August mit der weltweit ersten Zulassung eines Impfstoffs gegen das neue Coronavirus (SARS-CoV-2), so die Analysten von Raiffeisen Capital Management im aktuellen "emreport".

Während einige Schwellenländer umgehend Interesse bekundet hätten, seien die Reaktionen im westlichen Ausland überwiegend skeptisch bis ablehnend ausgefallen. Bemängelt worden seien vor allem fehlende klinische Studien in größerem Umfang und es sei hinterfragt worden, wie Russland so rasch einen Impfstoff habe entwickeln können? Ersteres wolle Russland in den kommenden Monaten erbringen und in Bezug auf letzteres hätten die beteiligten Forschungsinstitute erklärt, dass sie auf jahrzehntelange Vorarbeiten auf dem Gebiet von Vektor-Impfstoffen hätten zurückgreifen können.

Ende August habe ein mutmaßlicher Giftanschlag auf den russischen Oppositionspolitiker Nawalny für Schlagzeilen und neue diplomatische Spannungen gesorgt. Nawalny sei auf eigenen Wunsch und Einladung der deutschen Bundesregierung umgehend zur weiteren Behandlung nach Deutschland ausgeflogen worden. Bei Redaktionsschluss hätten noch keinerlei Beweise zu möglichen Urhebern des mutmaßlichen Anschlags vorgelegen. Während die russischen Ärzte keine Vergiftung oder entsprechende Substanzen festgestellt hätten, habe Deutschland erklärt, Nawalny sei zweifelsfrei mit einem Gift aus der Familie der Nowitschok-Chemiekampfstoffe attackiert worden. Zwar sei nicht sicher, wer dahinterstecke, Bundeskanzlerin Merkel habe aber dennoch mögliche neue Sanktionen gegen Russland ins Spiel gebracht.

Selbst Maßnahmen gegen die kurz vor der Fertigstellung stehende Pipeline Nordstream 2 würden erwogen. Allerdings sei fraglich, ob es dazu komme, denn gerade Deutschland würde in hohem Maße von dieser Erdgasleitung profitieren. Es sei auch unklar, welches Motiv Russlands Führung für einen solchen Mordanschlag hätte, denn Nawalny habe innenpolitisch sehr wenig Einfluss. Trotz eines Bekanntheitsgrades von ca. 50% komme er in unabhängigen Umfragen seit Jahren landesweit nur auf 1 bis 5% der Wählerstimmen. Gleichwohl drohe eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen.

Die russischen Finanzmärkte hätten bislang gelassen auf die Entwicklungen reagiert. Der Moskauer Aktienindex habe im August rund 2% zugelegt. Volkswirtschaftlich würden sich Stabilisierungs- und Erholungstendenzen zeigen. Die Wirtschaftsleistung sei im Juli nicht mehr so stark gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen wie noch im Juni, und der Einkaufsmanagerindex für den produzierenden Bereich sei im August auf Expansionsniveau zurückgekehrt (51,1). Das sei vor allem auf das Konto einer steigenden Produktion und wachsender Ordereingänge gegangen. (Ausgabe September 2020) (16.09.2020/ac/a/m)







 
 
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