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Russland: Wirtschaft stagniert Ende 2017




13.02.18 16:54
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die russische Wirtschaft ist laut der ersten Schätzung des Statistikamtes im vergangenen Jahr um 1,5% gewachsen, so die Analysten der DekaBank.

Nach einer Schrumpfung in 2015 und 2016 möge eine positive Wachstumsrate an sich zwar schon ein Fortschritt sein, doch im internationalen Vergleich des eher starken Jahres 2017 sehe Russland blass aus. In der zweiten Jahreshälfte sei die Konjunktur (nach den von den Analysten errechneten) Quartalszahlen stagniert, vor allem der Bergbau und das Verarbeitende Gewerbe hätten sich schwach gezeigt. Die Einkaufsmanagerindices würden auch für Januar keine starke Dynamik aufzeigen: Der Index für das Verarbeitende Gewerbe sei mit 52,1 Punkten nahezu unverändert geblieben, während der Indikator für die Dienstleistungen um über 1,5 Punkte auf 55,1 eingebrochen sei . Ein Wachstumswunder in 2018 sei somit trotz der gestiegenen Ölpreise nicht zu erwarten.

Die Inflationsrate sei im Januar 2018 weiter gesunken und habe mit 2,2% deutlich unterhalb des Zentralbankziels (4%) gelegen. In Verbindung mit der schwachen Konjunkturentwicklung scheine die moderate Inflationsdynamik die Zentralbank zu einer schnelleren geldpolitischen Lockerung zu bewegen. Bei ihrer Sitzung am 9. Februar habe die Zentralbank den Leitzins nicht nur wie erwartet um 25 BP auf nun 7,50% gesenkt, sondern auch auf die Risiken für die Konjunktur hingewiesen und eingeräumt, dass das neutrale Leitzinsniveau bereits in 2018 erreicht werden dürfte. Da das Statement so "dovish" ausgefallen sei, würden die Analysten nun noch 100 statt 50 BP Leitzinssenkungen in diesem Jahr erwarten, sofern die globalen Finanzmärkte nicht aus dem Korrektur- in den Krisenmodus schalten würden.

Das Wachstumspotenzial sei in Russland wegen der demographischen Situation und der niedrigen Produktivitätsgewinne, die auf geringe Investitionen zurückzuführen seien, mit ca. 1,5% verhalten. Sowohl die Geld- als auch Fiskalpolitik seien in erster Linie auf Stabilität bedacht und würden keine positiven Impulse für die Konjunktur liefern. Der zur Erhöhung des Potenzialwachstums dringend notwendige Reformprozess werde durch den mangelnden Willen der Machthaber behindert. Das internationale Sanktionsregime verstärke Russlands wirtschaftliche Isolation.

Ende Januar habe das US-Finanzministerium mehrere Papiere veröffentlicht, die sich mit einer möglichen Ausweitung der US-amerikanischen Wirtschaftssanktionen beschäftigen würden. Die lange Liste der "wichtigen Russen" biete kaum eine Grundlage für individuelle Sanktionen, weil sie nach formellen Merkmalen erstellt worden sei und keinerlei Unterscheidung nach Nähe zu Wladimir Putin beinhalte. In Bezug auf die Einschränkung im Bereich der russischen Staatsanleihen habe das Finanzministerium darauf hingewiesen , dass sich hierdurch für US-amerikanische Finanzinstitute Wettbewerbsnachteile ergäben und solche Maßnahmen nur in Koordination mit der EU erfolgen sollten. Ein Teil der Untersuchungen sei als "geheim" klassifiziert. Die veröffentlichen Stellen würden jedoch vermuten lassen, dass aktuell keine Ausweitung der Sanktionen bevorstehe, auch wenn das Verhältnis zwischen Russland und den USA weiterhin angespannt bleibe.

Die gesunkene Unsicherheit in Bezug auf die Sanktionen erhöhe die Wahrscheinlichkeit für ein Rating-Upgrade Russlands (derzeit: Ba1/BB+/BBB-) in den Investment-Grade Bereich. Die Ratings seien von soliden Staatsfinanzen und der niedrigen externen Verschuldung untermauert. Die neue fiskalische Regel, nach der der Budgetplanung ein Ölpreis von 40 USD/Fass zugrunde gelegt werde und aus Mehreinnahmen der Ölfonds aufgestockt werde, bedeute eine sehr konservative Budgetplanung. Von der Präsidentschaftswahl am 18. März seien keine Überraschungen zu erwarten: Wladimir Putin dürfte in der ersten Runde für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt werden. (Ausgabe Februar 2018) (13.02.2018/ac/a/m)






 
 
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