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Rohstoffe treten auf der Stelle - Aktien zeigen sich erholt




02.12.19 13:35
WisdomTree Europe

London (www.aktiencheck.de) - Wir warten immer noch auf eine Bestätigung eines "Phase 1-Abkommens" zwischen den USA und China, wobei der Begriff "Phase 1" wirklich nur von den USA verwendet wird, Nitesh Shah, Director Research bei WisdomTree.

In Ermangelung eines Abkommens könnte es am 15. Dezember zu einer Erhöhung der US-Zölle auf chinesische Waren kommen, obwohl man glaube, dass die Frist zur Fortsetzung der Verhandlungen noch weiter bis zur letzten Minute hinausgeschoben werden könnte. So oder so - die Experten von WisdomTree Europe seien nicht zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr ein sinnvolles Abkommen erreicht werde - die Phase 1 als ein erster Teilvertrag werde sowieso kein umfassendes Abkommen darstellen. Vor diesem Hintergrund würden defensive Absicherungen über Gold trotz der vorzeitigen Erholung an den Aktienmärkten in der Gunst der Marktteilnehmer bleiben.

Der Bereich der Industriemetalle teile nicht den gleichen Optimismus wie die Aktienmärkte. Sie hätten im vergangenen Monat um 4,8 Prozent nachgegeben, angeführt von Nickel mit minus 14,0 Prozent. Der Grund liege in der Besorgnis über die Auswirkungen auf die Nachfrage angesichts länger andauernder Handelszwistigkeiten. Der Sektor der Energiewirtschaft habe sich gegen den Trend der Preisrückgänge im Rohstoffkomplex behaupten können, aber ob die dort verzeichneten Gewinne anhalten würden, werde von der politischen Sitzung der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) Anfang Dezember abhängen. Die Experten von WisdomTree Europe würden erwarten, dass das Kartell die aktuellen Versorgungseinschnitte zumindest verlängere, wenn nicht sogar vertiefe, denn dies dürfte die einzig sinnvolle Maßnahme sein.

Angesichts zaghafter Anzeichen für einen beginnenden Aufschwung in der US-Wirtschaft werde die US-Notenbank am 10. und 11. Dezember am Status quo festhalten. Es sei zudem unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung am 12. Dezember die politischen Rahmenbedingungen ändern werde, aber unter der neuen Präsidentin könnte die EZB zum ersten Mal seit acht Jahren Hinweise über eine Kursänderung in den kommenden Monaten geben. Die Zentralbanken würden es generell vermeiden, die Märkte in Schrecken zu versetzen, da die Liquidität in den letzten Wochen des Jahres tendenziell abnehme.

Im Rückblick der vergangenen zwölf Monate hätten Edelmetalle mit einem Plus von 18 Prozent die deutlich bessere Performance im Rohstoffkomplex verzeichnet. Einzelne Rohstoffe wie Nickel mit plus 33 Prozent und Palladium mit plus 58 Prozent hätten sich aus spezifischen Gründen außerordentlich gut entwickelt. Wieder einmal habe Erdgas die Energiebilanz belastet, während die Öl- und Produktpreise gegenüber dem Vorjahr gestiegen seien.

Da das Angebot der Nicht-OPEC-Staaten weiter zunehme, steige der Druck auf die OPEC, das Angebot zu verknappen und so das globale Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Die sinkende Zahl der Ölförderanlagen in den USA sei Warnsignal dafür, wie nachhaltig das Produktionswachstum in einer Zeit schwacher Preise sein könne.

Bei der Performance von Agrarrohstoffen und Getreide habe sich im letzten Monat eine Aufspaltung ergeben. Die kurze Rally bei Kaffee, Kakao und Zucker habe dazu beigetragen, dass sich die Preise der Soft Commodities - mit Ausnahme von Baumwolle - erholt hätten. Getreide habe dagegen - angeführt von Mais, Sojabohnen und Weizen - aufgrund schwächerer Ernteaussichten einen Rückgang bei den spekulativen Nettopositionierungen verzeichnet.

Die Unsicherheit der Handelsvereinbarungen belaste den Sektor der Industriemetalle erneut. Diese hätten nach einer leichten Erholung im Vormonat einen weiteren schwierigen Monat notiert, da sich das an den Aktienmärkten vorherrschende bullishe Sentiment nicht ganz auf den Sektor der Basismetalle niedergeschlagen habe. Industriemetalle hätten wegen des ausbleibenden Durchbruchs zwischen den USA und China beim Thema Handel nicht im Wert bewegt. Einzig Palladium sei ein Lichtblick in diesem für Edelmetalle weiterhin eintönigen Monat.

An den Aktienmärkten habe dagegen allgemein eine risikofreundliche Marktstimmung geherrscht, was auf die guten Wirtschaftsdaten des dritten Quartals in den USA sowie auf den verhaltenen Optimismus an der amerikanisch-chinesischen Handelsfront zurückzuführen gewesen sei. Die Preise für Edelmetalle hätten im Lauf des Monats nachgegeben, da die Nachfrage nach Safe-Haven-Investments nachgegeben habe. Palladium habe den Sektor der Edelmetalle überstrahlt und damit seine Zuwächse der Monate weiter gesteigert. (02.12.2019/ac/a/m)







 
 
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