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Kolumnist: Hannes Huster

Rohstoffe reagieren empfindlich




23.06.18 12:10
Hannes Huster

Der Freitag (15.06.2018) war ein dunkelroter Tag im Rohstoffsektor. Just mit der Ankündigung der Einfuhrzölle rutschten die Rohstoffpreise in den Keller. Die Begründung für den Einbruch ist ein zu erwartender Rückgang im Welthandel.


Neben den deutlichen Abschlägen auf den Rohstoffpreisen haben wir eine starke Bewegung nach unten beim chinesischen Yuan gesehen und an den chinesischen Börsen.


Der Markt nimmt nun also an, dass diese Strafzölle dazu führen werden, dass sich der Welthandel deutlich abschwächt und die Chinesen auch deutlich weniger Rohstoffe kaufen werden. Ich denke das ist eine Fehlannahme bzw. wird überbewertet.


Die Zölle gleichen im Grunde vorherige Differenzen aus. Sowohl die EU als auch China haben auf Importe aus anderen Ländern bereits hohe Zölle und dies korrigiert Trump nun. Die entsprechenden Grafik finden Sie oben.


Zudem weiß man nie, ob Trump diesen ersten Vorstoß auch in diesem Umfang halten kann. Wir kennen ihn mittlerweile. Erst legt er hoch vor und meist trifft man sich dann irgendwo in der Mitte.


Sie alle kennen den Spruch: „politische Börsen haben kurze Bein“. Ich denke das wird auch in diesem Fall so sein.


Der Markt bewertet die negativen Auswirkungen (Welthandel) aus meiner Sicht über und vergisst die wirklichen Folgen.


Zum einen werden Waren und Rohstoffe durch diese zusätzlichen Zölle teurer. Daran führt kein Weg vorbei:


Entweder, die Amerikaner bezahlen die Zölle auf die Waren oder sie produzieren sie selber.


In beiden Szenarien steigen die Preise.


Dies wird dann die Inflation anheizen. Komischerweise zeigt dies der Markt bereits in gewisser Art und Weise an, doch man ist so geblendet von dem Thema Handelskrieg, dass man vor lauter Rauchbomben den Feind nicht mehr sieht.


Schauen wir uns ein paar Charts an.


Zunächst der Bloomberg Rohstoff-Index. Diese hat in wenigen Tagen die komplette Aufwärtsbewegung seit April korrigiert. Erst der „Fast-Ausbruch“ nach oben, dann die heftige Bewegung nach unten. Der Index ist massiv überverkauft:


Bloomberg Rohstoffindex; Quelle: www.stockcharts.com


Auf der anderen Seite steigt die Inflation seit Monaten an.


Im Mai lag die offizielle Inflationsrate in den USA bei 2,80%:



Quelle: www.tradingeconomics.com


Demgegenüber sehen wir die 10-Jahresrenditen in den USA stagnieren. 


Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen; Quelle: www.stockcharts.com


Bei einer Rendite auf 10 Jahre von 2,89% und einer Inflationsrate von 2,80% verbleibt beim Anleger eine fast schon lächerliche Real-Rendite (Real-Zins) von 0,09% in der Tasche.



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