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Rohstoffe: Konjunkturerholung stützt Notierungen




10.09.21 13:05
Postbank Research

Bonn (www.aktiencheck.de) - Rohöl wird aktuell rund 10% unter seinem Drei-Jahreshoch gehandelt, so die Analysten von Postbank Research.

Ein Grund: Corona-bedingte Mobilitätsbeschränkungen in China und weiteren Ländern Asiens dürften die Nachfrage im laufenden Quartal um rund 1 Million Barrel (1 Fass = 159 Liter) pro Tag drücken. Außerdem würden die Organisation erdölexportierender Länder und ihre Partner (OPEC+) ab September monatlich zusätzlich 400.000 Barrel pro Tag fördern, und in den USA steige die Zahl der aktiv betriebenen Öl-Förderanlagen. Mittlerweile seien fast 400 Anlagen in Betrieb - im August 2020 seien es noch knapp 180 gewesen.

Eine Ausweitung der Öl-Produktion könnte das Aufwärtspotenzial der Ölpreise nicht nur kurz- bis mittelfristig begrenzen. Die US-Produzenten würden zwar wahrscheinlich auch bei einer global steigenden Nachfrage ihre aktuelle Kapitaldisziplin beibehalten und den Anstieg ihres Angebots begrenzen. Die OPEC+ dürfte aber in diesem Szenario ihre Kapazitätsreserven nutzen und die Produktion ausweiten, um die Rohölmärkte 2022 im Gleichgewicht zu halten und den weiteren Abbau weltweiter Lagerbestände zu begrenzen. Die Postbank erwarte auf Sicht von zwölf Monaten eine Seitwärtsbewegung bei den Rohölpreisen. Die Prognose für Ende September 2022 belaufe sich aktuell auf 75 US-Dollar je Barrel der US-Sorte WTI.

Chinesische Stahlunternehmen dürften ihre Produktion im zweiten Halbjahr 2021 aufgrund behördlicher Beschränkungen gegenüber dem ersten Halbjahr um rund 10% drosseln. Die verminderte Nachfrage habe bereits zu einem Rückgang der Eisenerzpreise geführt. Mit zuletzt rund 160 US-Dollar pro Tonne notiere der Grundstoff zwar rund 30% unter seinem Allzeithoch von Ende Juli, aber immer noch über dem langjährigen Durchschnittsniveau. Außerdem unterstütze aktuell eine stabile Nachfrage in den USA und Europa die Notierungen.

Ein Angebotsschock bei Kupfer sei ausgeblieben, die Bergarbeiter der weltweit
größten Kupfermine Escondida in Chile hätten ein Tarifangebot der Minenbetreiber akzeptiert. Escondida solle dieses Jahr etwa 5% der globalen Kupfernachfrage bedienen. Aktuell bewege sich der Preis des Basismetalls seitwärts entlang der Marke von 9.500 US-Dollar je Tonne.

Die Notierungen dürften in den kommenden Monaten aber von der wirtschaftlichen Erholung profitieren. Infrastrukturprojekte in den USA und in Europa, insbesondere aber die auf die Dekarbonisierung der Wirtschaft abzielenden Konjunkturmaßnahmen (z. B. Ausbau erneuerbarer Energien) könnten einen Preisanstieg auslösen - zumal die Kupfervorräte in China und den USA zur Neige gehen würden. Für Ende September 2022 prognostiziere die Postbank aktuell einen Kupferpreis von 10.000 US-Dollar je Tonne.

Die seit Monaten recht volatile Preisentwicklung bei Gold könnte sich vorerst fortsetzen. Verantwortlich dafür sei weniger das reale Zinsniveau, das in den USA seit Wochen recht stabil sei. Die jüngsten Ausschläge der Notierungen würden die Erwartungen der Investoren an eine Straffung der US-Geldpolitik widerspiegeln. Steigende Nominalzinsen, weniger Anleihekäufe durch die FED und verbesserte Wachstumsaussichten dürften das Potenzial für eine positive Entwicklung der Goldnotierungen begrenzen. Eine Beimischung des Edelmetalls zur Absicherung im Depot erscheine aber sinnvoll. Gold dürfte als physisches Wertaufbewahrungsmittel seine exponierte Stellung in wichtigen Abnehmerländern wie China und Indien behalten - und bleibe damit für langfristig orientierte Anleger eine interessante Anlageoption. (Perspektiven September 2021) (10.09.2021/ac/a/m)







 
 
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