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Kolumnist: Michael Beck, Leiter Portfolio Management

Rohölpreis-Hausse




09.05.18 13:17
Michael Beck, Leiter Portfolio Management

„Nach Rohöl drängt, am Rohöl hängt doch alles.“ – Dieses abgewandelte faustische Zitat scheint auch in Zeiten der Energiewende und Hinwendung zu erneuerbaren Energien zu gelten. Der Preis für Rohöl hat sich in den letzten Monaten stetig verteuert und befindet sich mit ca. 75 USD für das Fass BRENT-Crude Oil (ca. 159 Liter) auf einem Niveau, das kaum jemand auf der Rechnung hatte. Seit Juni 2017 stieg der Ölpreis damit von 45 USD auf 75 USD – immerhin eine Steigerung von knapp 67 %. Dies ist wieder einmal ein Beispiel für eine Preisentwicklung in einer Zeit, in der eigentlich jeder Analyst überzeugt war, dass das Angebot an Rohöl komfortabel ausreicht, um die leicht wachsende Nachfrage einer wachsenden Weltwirtschaft zu befriedigen. Die Vereinigten Staaten sind mit ihrer Fracking-Industrie sogar zum Exporteur von Öl aufgestiegen. Die daraus resultierende Erwartung war eigentlich, dass aufgrund des vor einiger Zeit sehr niedrigen Ölpreises stillgelegte Fracking-Förder-Kapazitäten problemlos wieder hochgefahren werden können. Dies geschieht zwar auch, aber eine andere US-amerikanische Entwicklung machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Der nun verkündete Austritt aus dem Iran-Atomabkommen durch die USA in Verbindung mit der überaus umstrittenen Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem führt zu einer weiteren Verschärfung der angespannten Lage im arabischen Raum und lässt die Verunsicherung am Ölmarkt stark wachsen. Ein militärischer Konflikt in dieser Region, der sich bereits in Scharmützeln zwischen Israel und iranischen Einheiten auf syrischem Terrain andeutet, hätte mit ziemlicher Sicherheit massive Versorgungsengpässe zur Folge, die den Ölpreis auf weit über 100 USD treiben könnten. Dieser Umstand wäre der Fracking-Industrie und einigen Freunden Donald Trumps wohl nicht unwillkommen.

Es bleibt zu hoffen, dass die USA ihre Meinung zu dem Iran-Atomabkommen ändern werden. Immerhin liegt ein Kompromiss-Vorschlag auf dem Tisch, denn auch die Europäer befürworten inzwischen Verhandlungen über eine erweiterte Fassung des Atom-Abkommens. Für die Wirtschaft zumindest wächst die Belastung aus den steigenden Ölpreisen. Und die Achillesferse der internationalen Finanzmärkte stellt zurzeit die Inflationsentwicklung dar. Ein zu stark steigender Ölpreis könnte mit dazu führen, dass die Inflationsraten doch höher ausfallen als erwartet. Zinsängste könnten verstärkt werden und die internationalen Aktienmärkte wieder belasten. Die Erholung der letzten Wochen wäre Makulatur. Die Hoffnung schwindet, dass der US-Präsident Vernunft walten lässt. Auch beim wichtigen Thema der Handelszölle. Die transatlantischen Beziehungen befinden sich auf einem Tiefpunkt, wie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Es ist zu befürchten, dass Trumps Klientelpolitik und aggressiver Wahlkampfmodus vor den Midterm-Wahlen im Herbst weiteren Schaden verursachen werden. Die Regierungskrise in Italien tritt dagegen völlig in den Hintergrund. Den internationalen Finanzmärkten stehen unruhige Wochen bevor.     

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Hinweise:


Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.


 





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