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Kolumnist: Bernd Raschkowski

Rohöl nach Talfahrt stabilisiert




16.09.20 16:02
Bernd Raschkowski

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

In den vergangenen zwei Wochen vollzog der Ölpreis eine Korrektur von rund zwölf Prozent. Gestern stabilisierte sich die Notierungen, heute geht es erstmals wieder nach Norden. Am Mittwochnachmittag kostet ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent 41,36 US-Dollar – immerhin ein Plus von 1,7 Prozent.


Verantwortlich für die kleine Besserung sind überraschend gute Konjunkturdaten aus China, welche eine anhaltende Erholung nach der Corona-Krise signalisieren. Auch aus den USA kamen zuletzt eher positive Daten, was die Nachfrage nach Öl vergrößert Zudem profitiert der Ölpreis generell von der schwächeren Tendenz des US-Dollars.


In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung des Öls der Nordsee-Sorte Brent seit 2019 dargestellt (in US-Dollar je Barrel, Candlestick-Chart, eine Kerze entspricht einem Tag):


 



 


Corona-Krise dämpft den weltweiten Ölverbrauch


Generell ist die Lage am Ölmarkt derzeit allerdings durchwachsen. Die Corona-Krise schlug natürlich massiv auf die Notierungen durch. Von rund 60 Dollar im Februar ging es bis auf 15 Dollar abwärts. Mittlerweile erholte sich der Energieträger wieder deutlich, dennoch ist das Öl noch weit vom Vor-Corona-Niveau entfernt. In der Spitze der bisherigen Erholungsbewegung kostete ein Barrel (159 Liter) 46 Dollar.


 


US-Energiebehörde senkt die Prognose


Die Frage die sich unweigerlich stellt: Wie weit wird sich der Ölpreis in Home-Office-Zeiten und angespannter Wirtschaftslage überhaupt erholen? Wie entwickelt sich die Corona-Pandemie und welche Folgen ergeben sich für die globale Konjunktur? Trotz der Wirtschaftsbelebung in weiten Teilen der Erde bleibt der Bedarf nach dem Energieträger schwach. Dies bestätigte kürzlich auch die US-Energiebehörde EIA, welche in ihrem Monatsbericht die Prognose für die globale Ölnachfrage für 2020 und auch für das nächste Jahr erneut senkte.


 


Indien im Blickpunkt


Neben den großen bekannten Belastungsfaktoren steht auch Indien mehr und mehr im Fokus des Ölmarktes. Denn der drittgrößte Öl-Importeur der Welt leidet momentan stark unter der Corona-Krise – deutlich mehr als andere Länder der Erde. Die Wirtschaft brach im zweiten Quartal um über 20 Prozent ein und eine Besserung der dortigen Lage ist nur zögerlich in Sicht. Die fehlende Nachfrage nach dem Schmierstoff der Wirtschaft belastet den Kurs.


 


BP äußert sich skeptisch zur Entwicklung des Öls


Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Aussage des Öl-Konzerns BP. Während die meisten Analysten – und erst recht die Opec sowie die Öl-Konzerne selbst – von einem langfristig steigenden Ölpreis sprechen, äußert sich BP pessimistisch.


BP erwartet trotz der nachlassenden Reisebeschränkungen und der teilweisen Normalisierung des öffentlichen Lebens kaum eine anhaltende Erholung des Ölpreises. In den kommenden Jahren werde das vermehrte Arbeiten im Home-Office zu einer generell niedrigeren Nachfrage führen, hieß es seitens des Unternehmens. BP führt darüber hinaus ein Szenario auf, in welchem der Höhepunkt der Öl-Nachfrage bereits im Jahr 2019 erreicht wurde. Insgesamt gesehen drängt sich derzeit ein Investment in den Rohstoff nicht auf.


 


Freundliche Grüße aus Köln


Bernd Raschkowski
Chefredakteur
www.rohstoff-und-devisen-news.de



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