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Rohöl: Stärkere "OPEC+" Förderleistung und mögliche US-Waiver unterbrechen Preisrally




08.10.18 17:20
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Die Nordseesorte Brent ging am Freitag nach abermals deutlichen Preisanstiegen in der ersten Hälfte der vergangenen Woche insgesamt mit einem Plus von 2,1% aus dem Handel, so die Analysten der Nord LB.

Seit dem erneuten Höchststand bei über USD 86 pro Barrel Brent am Donnerstagmorgen, dominiere jedoch Abgabedruck die Ölmärkte und lasse auch die aktuelle Woche mit merklichen Kursverlusten starten. Grund hierfür sei die Kombination zweier Faktoren. Zum einen würden Berichte aus Washington für Entlastung sorgen, nach denen das Weiße Haus nun verstärkt erwäge, Ausnahmegenehmigungen für einzelne Staaten zu gewähren. In Betracht käme hier der wichtige Importeur Indien, welcher seine Importe im letzten Monat zwar deutlich reduziert habe, der jedoch für November - somit nach Eintritt der Sanktionen - Importe von rund 300 Tsd. bpd aus dem Iran plane.

Der zweite und fundamental gewichtigere Faktor sei indes die Steigerung der Fördermengen innerhalb der "OPEC+". Diesbezüglich habe Saudi Arabiens Kronprinz Bin-Salman davon gesprochen, dass dem aktuellen Verlust der Iran Exporte i.H.v. 700 Tsd. bpd eine Ausweitung der "OPEC+" Förderleistung von rund 1,5 mbd gegenüberstehe, womit die Märkte gegenwärtig ausreichend versorgt seien. Zudem sei Saudi Arabien zur Not in der Lage, seine letzte verbleibende Reservekapazität i.H.v. 1,3 mbd kurzfristig an den Markt zu bringen. Rechnerisch sei damit eine Angebotsknappheit auch bei harten Einschnitten in die Exportmengen des Irans ab kommendem Monat nicht zwingend.

Zwar würden die Analysten im Hinblick auf die verbleibenden 1,8 Millionen Barrel täglicher Iranexporte (per August) ebenfalls keine zwingende Angebotsknappheit erwarten, jedoch werde sich der Markt in den kommenden Wochen aufgrund der sinkenden Reservekapazitäten nochmals einengen, womit die Sensibilität gegen mögliche Förderprobleme oder politische Unruhen zunehmen sollte. Insgesamt würden die Analysten damit in der kurzen Frist ein unverändert hohes Preisniveau und die Gefahr verstärkter Volatilitäten erwarten. Mittelfristig sollte das starke non-OPEC Förderwachstum im kommenden Kalenderjahr für eine Entspannung der Angebotsseite und leichtere Ölpreise sorgen. (08.10.2018/ac/a/m)





 
 
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