Weitere Suchergebnisse zu "WTI Rohöl NYMEX Rolling":
 Rohstoffe      Zertifikate    


Rohöl: Globale Nachfragesituation bleibt robust




14.05.18 16:44
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Wie befürchtet bestätigte US-Präsident Trump die Sorgen der Marktteilnehmer vor einer drohenden Angebotsverknappung mit dem Austritt der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und der angekündigten Wiedereinführung von Sanktionen gegen den iranischen Erdölexportsektor, so die Analysten der NORD LB.

Im Nachgang würden die Märkte durch Gewinnmitnahmen mit vergleichsweise moderaten Preisanstiegen reagieren, sodass das Barrel Brent am Freitag mit 77,12 USD um 3,4% fester geschlossen habe als in der Vorwoche.

Marktteilnehmer, die iranisches Rohöl über den amerikanischen Bankensektor gegen US-Dollar importieren würden, hätten nun insgesamt 180 Tage bis zum 4. November 2018 Zeit, ihre Importe iranischen Öls zu reduzieren, um Strafmaßnahmen der USA zu entgehen. Fraglich bleibe, ob die Sanktionen gegen den - mit rund 3,75 Millionen Barrel täglicher Förderung und annähernd 2,5 Millionen Barrel Export - drittgrößten Rohöl-Exporteur der OPEC erneut die gleiche Effektivität aufweise wie bei den Sanktionierungen in 2012, bei denen die iranische Erdölproduktion binnen eines Jahres um rund 1 Million Barrel täglich um mehr als ein Viertel ausgetrocknet habe.

In Anbetracht der Importanteile iranischen Öls, das zum Großteil nach China, Indien, Südkorea, Japan, die Türkei und die EU fließe, halte die NORD LB insbesondere ob der politischen Spannungen zwischen den USA und China, sowie der EU im Rahmen des Handelskonflikts eine deutlich schwächere Reaktion der Exportmengen als bei den letztmaligen Sanktionen für möglich. Besonders beim wichtigsten Importeur China sei eine Kooperation im Sinne der US-Sanktionen trotz des großen Konfliktpotenzials mit den USA fraglich. Zum einen müsse China seine große Rohölnachfrage zu möglichst günstigen Preisen decken, zum anderen bestehe nicht zuletzt aufgrund des kürzlich in Shanghai aufgelegten Yuan-denominierten Rohölfutures die Möglichkeit, den US-Dollar basierten Handel gänzlich zu umgehen. In diesem Rahmen hätten sich nach der Sanktionsentscheidung Trumps die Handelsaktivitäten im genannten Future über Nacht verdoppelt und sich in der vergangenen Handelswoche bereits auf einen globalen Marktanteil von rund 12% summiert. Dem chinesischen Ziel der Etablierung einer dritten Rohöl-Leitsorte in Shanghai dürfte die Entscheidung des US-Präsidenten damit zuträglich sein. Geringen Anreiz zur Kooperation bestehe zudem für die Türkei, wo der Iran wahrscheinlich eine Euro-Abwicklung akzeptieren sollte. Dies gelte zwar auch für die EU, jedoch bleibe hier stärker noch als im Falle Chinas abzuwarten, inwieweit die wirtschaftliche Kooperation mit den USA durch eine etwaige Nichtbeachtung der Sanktionen belastet werden solle und ob die damit drohenden Strafmaßnahmen der USA gegen europäische Unternehmen und Staaten in Kauf genommen würden.

Zentral bleibe darüber hinaus die Frage nach einer möglichen Kompensation der ausfallenden Exportmengen durch die übrigen OPEC und non-OPEC Staaten. In diesem Rahmen sei Seitens der Vereinigten Arabischen Emirate und anderer Nationen der Willen zum Ausgleich über Förderquotenanhebungen zu vernehmen. Unklar bleibe die Haltung Saudi-Arabiens, das auf der einen Seite - auch im Hinblick auf den geplanten Börsengang von Saudi Aramco - auf einen Ölpreis zwischen 80 und 100 USD abziele, wobei es auf der anderen Seite nicht an einer Kompensation das Feindes Iran über höhere Rohölpreise interessiert sein dürfte. Die häufig im Raum stehende Sorge vor einer erneuten Beschleunigung der US-Frackingölproduktion - die im letzten Monat gemäß Baker Hughes auf nunmehr 844 aktive Fördereinheiten erneut gestiegen sei - erachte die NORD LB in Anbetracht der Kapazitätsbeschränkungen durch Personal und Infrastruktur nicht als stichhaltiges Argument gegen preisunterstützende Fördermengenbeschlüsse der OPEC. Zusammengenommen würden in den kommenden Wochen die nachfrageseitigen Signale der Importeure iranischen Öls sowie die angebotsseitigen Signale des Förderkartells im Fokus bleiben. Die globale Nachfragesituation werde als weiterhin robust angenommen. Weiteres Aufwärtspotenzial gehe indes von möglichen US-Sanktionen gegen den ohnehin tief in der Krise befindlichen Venezuelanischen Erdölsektor im Nachgang der dortigen Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag den 20. Mai aus. (14.05.2018/ac/a/m)






 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.


hier klicken zur Chartansicht

Werte im Artikel
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
  = Realtime
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

Meistgelesene Artikel
Aktuelle Diskussionen
Antw. Thema Zeit
40 Potenzial chart 18.07.18
1321 WTI Rohöl 14.04.18
4867 + + Wir haben ÖL Peak + + 12.04.18
27 nach der 46 € Marke im Brent . 22.11.16
65 Korektur im Dax wäre mir rech. 10.08.16
RSS Feeds




Bitte warten...