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Rohöl: Angebotsseite bleibt klar im Fokus




09.07.18 16:21
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Während der sich beschleunigende Handelskonflikt zwischen den USA und China Zweifel an der Robustheit derzeitiger globaler Wachstumsprognosen und der damit einhergehenden Rohöl-Nachfragewachstumsraten aufkommen lässt, bleibt an den Märkten die Angebotsseite, insbesondere aufgrund geopolitischer Spannungen, klar im Fokus, so die Analysten der NORD LB.

Neben den ungeplanten Ausfällen in Venezuela und Libyen sorge dabei auf amerikanischer Seite der anhaltende Ausfall der 360 Tsd. Barrel starken kanadischen Syncrude-Anlage für den geringsten Rohöl-Lagerbestand in Cushing seit über drei Jahren. Auch diesseits des Atlantiks bleibe die Angebotsseite im Fokus. Bei derzeit stabilen Exportzahlen des Irans beginne der europäische Raffineriesektor, iranisches Öl durch andere Bezugsquellen zu substituieren und signalisiere damit bereits, dass sich hier nicht auf die europäische Blocking Statute verlassen werde. Ein weiterer wichtiger Importeur, Südkorea, plane ab August einen vollständigen Verzicht auf iranisches Öl, womit der Startschuss zur Reduktion iranischer Importe bereits vor Inkrafttreten der US-Sanktionen gegeben werde.

Derweil würden ranghohe iranische Militärs in Reaktion auf die US-Sanktionen mit der Schließung der Straße von Hormus drohen. Das wichtigste Rohöl-Nadelöhr der Welt durchquere täglich rund 30% des gesamten maritimen Rohöltransportvolumens, womit eine erfolgreiche Schließung ad-hoc ein drastisches globales Angebotsdefizit und explodierende Preise zur Folge hätte. Die Analysten der NORD LB würden eine vollständige Unterbindung des Rohöltransports durch die Straße von Hormus jedoch als unwahrscheinlich erachten. Zum einen transportiere der Iran selbst einen Großteil seines Öls durch diesen Engpass, zum anderen seien alle bisherigen Versuche an der Gegenwehr gescheitert, was in Anbetracht der Präsenz der US-Navy auch in diesem Fall zu erwarten wäre. Nichtsdestotrotz berge eine kriegerische Auseinandersetzung in der Straße von Hormus deutliches Aufwärtspotenzial für die globalen Rohölnotierungen. Zusammengenommen würden die Analysten der NORD LB ihre Preisprognose halten - die Aufwärtsrisiken im Rahmen der geopolitischen Spannungen im Mittleren Osten, aber auch in Libyen und Venezuela würden die Abwärtsrisiken im Rahmen eines Handelskrieges jedoch deutlich überwiegen. (09.07.2018/ac/a/m)





 
 
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