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Rasanter Anstieg einiger Rohstoff- und Rohmaterialpreise befeuert Inflationserwartungen




08.06.21 09:27
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der rasante Anstieg einiger Rohstoff- und Rohmaterialpreise befeuert die Inflationserwartungen und steht damit im Fokus der Märkte, berichten die Analysten der DekaBank.

Die Preise für Kupfer, Palladium, Holz, Eisenerz und Stahl hätten neue Rekordhöchststände erreicht. An sich sei die derzeit zu beobachtende Verteuerung von Rohstoffen in einer starken Erholungsphase nach einer tiefen wirtschaftlichen Rezession nicht außergewöhnlich. Aber die Geschwindigkeit der Preisanstiege sei überraschend. Die rohstoffintensiven Industriesektoren würden boomen, und die durch die Corona-Rezession aufgestaute Nachfrage entlade sich gerade dynamisch. Auch die Bauindustrie weltweit laufe stark und frage hohe Mengen an Baumaterialen nach.

Im Gegensatz zur Finanzkrisenrezession 2008/09 sei dieses Mal sowohl der konjunkturelle Absturz als auch die Erholung viel schneller vonstatten gegangen. Dies habe Folgen für die Logistik. Eine kurzzeitig extrem hohe Nachfrage im Zuge der Nachholeffekte könne nicht ohne Lieferengpässe und massive Aufschläge bei den Frachtraten bedient werden. Es handle sich also weniger um eine allgemeine Rohstoffknappheit als vielmehr um ein Transportkapazitätsproblem. Hinzu kämen finanzmarktspezifische Faktoren, die die Investorennachfrage und damit die Preisrallye verstärken würden: reichliche Liquidität, historisch niedrige Realzinsen, umfangreiche Fiskalimpulse und der schwache US-Dollar. Solange aber keine grundsätzliche Knappheit die Märkte dominiere, werde diese Aufwärtsspirale früher oder später durchbrochen. Wenn die Corona-Nachholeffekte auslaufen würden, würden sich die entsprechenden Rohstoff- und Rohmaterialienmärkte normalisieren. Bis dahin könnten allerdings noch einige Monate vergehen.

Im Jahr 2021 werde die Corona-Krise mit Hilfe der Impfstoffe weitgehend überwunden. Die Weltwirtschaft erhole sich in zügigem Tempo von den krisenbedingten Einschränkungen. Dies gelte auch für die Rohstoffnachfrage. Auf absehbare Zeit dürften sich Phasen von starken Corona-Nachholeffekten und Phasen von Unsicherheit darüber, wie dynamisch die Weltwirtschaft in der NachCorona-Welt sein werde, abwechseln. In der Summe erwarten die Analysten der DekaBank einen nur moderaten Aufwärtstrend der Rohstoffpreise. Konjunktursensitive Bereiche wie Industriemetalle und Energierohstoffe könnten vom Aufholprozess der Weltwirtschaft profitieren. Die Edelmetalle würden auf absehbare Zeit Unterstützung durch die anhaltend expansive Geld- und Fiskalpolitik erfahren. Die Anlageklasse Rohstoffe eigne sich nach wie vor als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio. Allerdings müsse beachtet werden, dass bei Rohstoffanlagen jederzeit starke Preisschwankungen auftreten könnten. (Ausgabe Juni 2021) (08.06.2021/ac/a/m)





 
 
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