Kolumnist: Feingold-Research

RWE – der Strom-Riese im Wandel




14.10.19 10:39
Feingold-Research

Der bekannte Energieversorgungskonzern RWE hat angekündigt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Um das zu erreichen wurde ein Milliarden-Deal mit Konkurrent E.ON ausgehandelt. Innerhalb dieses Deals erwarb RWE ein umfangreiches Portfolio aus erneuerbaren Energien und wurde somit auf einen Schlag viertgrößter Produzent von Ökostrom weltweit. Anleger greifen zur Aktienanleihe VF9AUJ  von Vontobel oder dem Discounter SR4LAN der Societe Generale. 


RWE will klimaneutral werden


Der bekannte Energieversorger RWE hat angekündigt bis 2040 klimaneutral zu werden. Das untermauert die Ambition des Konzerns bei erneuerbaren Energien an die Spitze zu gelangen. Nachdem das Unternehmen bis vor kurzem an seinem Hauptgeschäftsfeld, der konventionellen Stromproduktion, festgehalten hat, kündigte der Vorstandschef Rolf Martin Schmitz am vergangenen Montag eine tiefgreifende Transformation an. Diese läutete er mit den entschlossenen Worten „Heute beginnt die Ära der neuen RWE“ ein.


Der Essener Stromproduzent hatte im Zuge eines Tauschgeschäfts sowohl ein umfangreiches Portfolio aus erneuerbaren Energien von E.ON als auch die erneuerbaren Energien von innogy erhalten und im Gegenzug die restlichen Geschäftsfelder von innogy an E.ON übertragen. Alleine dieser Erhalt des Geschäfts mit erneuerbaren Energien führte dazu, dass RWE auf einen Schlag zum weltweit viertgrößten Produzenten von grünem Strom aufgestiegen ist. Somit wurde ein klares Zeichen bezüglich der zukünftige Strategieausrichtung des Konzerns gesetzt. Diese neue Ausrichtung hat zur Folge, dass das Unternehmen zukünftig EUR 1,5 Mrd. netto pro Jahr bereitstellt, die zusätzlich in erneuerbare Energien investiert werden sollen.


Strategiewechsel als neue Chance für die Zukunft


Während sich das Image von RWE in Zeiten präsenter Klimaaktivisten stetig verschlechtert hat, litt auch das Geschäft unter dem operativen Fokus des Unternehmens auf das Auslaufmodell konventioneller Stromproduktion. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie von EUR 18,70 auf EUR 27,90 zulegen und gehört damit zu den Top Drei im Leitindex DAX.



E.ON


Während RWE sich nun gänzlich auf erneuerbare Energien konzentrieren möchte, vollzieht Konkurrent E.ON einen vollständigen Rückzug aus diesem Geschäft. Das Kerngeschäft des Konzerns wird in Zukunft vor allem durch einen Fokus auf Netze und Vertrieb geprägt, wodurch erneuerbare Energien nur noch bei Auslandsbeteiligungen eine Rolle spielen. Die Aktie hat jedoch nicht stark auf den Strategiewechsel reagiert und sich seit Jahresbeginn lediglich um 2,07 % positiv entwickelt.


Quelle: Vontobel, eigene



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