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RWE-Aktie: Radikale Dividendenentscheidung trübt die Gemütslage - Aktienanalyse




22.02.16 11:00
BÖRSE am Sonntag

EssenBad Nauheim (www.aktiencheck.de) - RWE-Aktienanalyse von der "BÖRSE am Sonntag":

Die Experten der "BÖRSE am Sonntag" nehmen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Energiekonzerns RWE AG (ISIN: DE0007037129, WKN: 703712, Ticker-Symbol: RWE, Nasdaq OTC-Symbol: RWNFF) unter die Lupe.

Dass es bei dem inzwischen über Jahre hinweg arg gebeutelten Energieriesen RWE schon bald ans Eingemachte gehen könnte, hätten die Spatzen ohnehin schon seit geraumer Zeit von den Essener Dächern gepfiffen. Die Wucht, mit der das Sparprogramm nun aber verschärft werden solle, dürfte selbst absolute Insider durchaus überraschen. Nachdem RWE vergangenes Jahr noch Dividendenzahlungen im Ausmaß von einem Euro je Aktie an seine Anteilseigner ausgeschüttet habe, würden die Aktionäre heuer völlig verdutzt in die Röhre schauen. Für Stammaktionäre - diese würden die überwältigende Mehrheit der RWE-Aktionäre bilden - solle es gar nichts geben, während die wenigen Vorzugsaktionäre mit 13 Cent je Anteilsschein auch nicht gerade fürstlich entlohnt würden.

Mitte April sollten die Pläne bei der Hauptversammlung abgesegnet werden. Besonders die nordrhein-westfälischen Kommunen, die circa 25 Prozent der RWE-Anteile halten würden, würden Alarm schlagen. Alleine der Stadt Essen würden durch das Dividenden-Aus happige 18 Millionen Euro entgehen, Dortmund würden sogar 20 Millionen Euro in der Kasse fehlen, bei weiteren Städten im Ruhrgebiet sehe es kaum besser aus. Auch die Börse habe diese Meldung mit Empörung aufgenommen - die sowieso schon krisengeschüttelte Aktie habe an einem Tag zeitweise über 13 Prozent verloren.

Laut RWE-Chef Peter Terium, in dessen Amtszeit sich der Aktienkurs des einstigen "Witwen- und Waisenpapiers" RWE mehr als halbiert habe, sei dem Konzern der Schritt zur Dividendenentscheidung nicht leicht gefallen. "Sie ist jedoch notwendig, um unser Unternehmen zu stärken", versichere der Niederländer. Neben den Aktionären müssten besonders die Arbeitnehmer für die Misere des mit 16 Millionen Strom- und sieben Millionen Gaskunden größten deutschen Energiekonzerns bluten. Obwohl die Essener bereits Tausende Stellen abgebaut hätten und nur noch 59.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen würden, dürften weitere Arbeitsplätze auf der Kippe stehen, um die angekündigte Aufstockung des Sparprogramms von zwei Milliarden auf 2,5 Milliarden Euro realisieren zu können. Diese Verschärfung scheine in der augenblicklichen Situation alternativlos zu sein.

Alleine im vergangenen Jahr habe das Unternehmen einen dramatischen Verlust von 200 Millionen Euro schlucken müssen, der vor allem wegen Abschreibungen auf Kohle- und Gaskraftwerke zustande gekommen sei. Diese desaströse Summe stelle einen abermals traurigen Höhepunkt in der RWE-Abwärtsspirale der vergangenen Monate und Jahre dar. Auch im laufenden Jahr werde sich der permanente Druck, unter dem der Energieriese seit dem kostspieligen Atomausstieg stehe, kaum verringern. Auch der Preisverfall beim Strom dürfte sich weiter negativ bemerkbar machen. Und so rechne RWE für 2016 mit einem Rückgang des Betriebsergebnisses auf 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro. Erst vergangenes Jahr habe es sich von vier Milliarden auf 3,8 Milliarden Euro verschlechtert.

Derlei Nachrichten würden gerade zum absolut falschen Zeitpunkt kommen. Schließlich habe sich das RWE-Papier in den ersten Wochen dieses Jahres entgegen den Trend erstaunlich gut entwickelt. Doch angesichts der jüngsten Nachrichten dürfte das zarte aus dem Boden sprießende RWE-Pflänzchen im Nu wieder abgemäht sein. Zuvor habe die geplante Aufspaltung des Essener Konzerns bei Anlegern für Phantasien gesorgt. Noch dieses Jahr sollten Teile einer neuen Tochter, die das Geschäft mit erneuerbaren Energie sowie das Netz- und Vertriebsgeschäft umfasse, an die Börse gebracht werden. Im Mutterkonzern verharre das Geschäft mit Öl, Gas und Atomkraftwerken.

Laut eines Berichts der Rheinischen Post solle der bisherige Chef des Gesamtkonzerns, Terium, künftig an vorderster Front die Geschicke der neuen Gesellschaft leiten, während die RWE AG mit den restlichen Konzernteilen in die Hände von dem bisherigen RWE-Vize Rolf Martin Schmitz gegeben werden solle. Letzterem werde ein besonders guter Draht zur Politik nachgesagt, was ihm angesichts der ausstehenden Abwicklungen der Atomkraft- und Braunkohle-Aktivitäten sicherlich zugute kommen dürfte.

Bernhard Günther, aktuell Finanzvorstand des Energiekonzerns, solle in Zukunft die Finanzen der neuen Gesellschaft, die etwa zwei Drittel der knapp 60.000 RWE-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassen solle, managen. Als Vorstand für das Netzgeschäft sei die langjährige Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Hildegard Müller, im Gespräch. Personalvorstand Uwe Tigges solle in einer Doppelfunktion die Verantwortung für das Personal in beiden Gesellschaften übernehmen. Auf sie alle wartet eine große Herausforderung, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag". (Analyse vom 19.02.2016)

Börsenplätze RWE St.-Aktie:

Xetra-Aktienkurs RWE St.-Aktie:
10,67 EUR +3,64% (22.02.2016, 10:23)

Tradegate-Aktienkurs RWE St.-Aktie:
10,674 EUR +3,95% (22.02.2016, 10:38)

ISIN RWE St.-Aktie:
DE0007037129

WKN RWE St.-Aktie:
703712

Ticker-Symbol RWE St.-Aktie:
RWE

Eurex Optionskürzel RWE St.-Aktie:
RWE

Nasdaq OTC Ticker-Symbol RWE St.-Aktie:
RWNFF

Kurzprofil RWE AG:

Die RWE AG (ISIN: DE0007037129, WKN: 703712, Ticker-Symbol: RWE, Nasdaq OTC-Symbol: RWNFF) ist einer der fünf führenden Strom- und Gasanbieter in Europa. Mit seinem Know-how bei der Gewinnung von Braunkohle, der Stromerzeugung aus Gas, Kohle, Kernkraft und regenerativen Quellen, dem Energiehandel sowie der Verteilung und dem Vertrieb von Strom und Gas ist RWE auf allen Stufen der Energiewertschöpfungskette tätig. Seine rund 60.000 Mitarbeiter versorgen 16 Millionen Stromkunden und 7 Millionen Gaskunden zuverlässig und zu fairen Preisen mit Energie. Im Geschäftsjahr 2014 hat RWE einen Umsatz von 48 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der Markt von RWE ist Europa. Gemessen am Absatz ist RWE dort die Nr. 3 bei Strom und die Nr. 5 bei Gas. In Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien gehört RWE bei beiden Produkten zu den größten Anbietern. In Tschechien ist RWE die Nr. 1 im Gasgeschäft. Auch in anderen Märkten Zentralost- und Südosteuropas hat RWE führende Positionen.

Der europäische Energiesektor wandelt sich grundlegend. Politische Eingriffe erschweren das Geschäft von RWE. Außerdem führt der subventionierte Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland zu rückläufigen Margen und Einsatzzeiten konventioneller Kraftwerke. All das hat massive Auswirkungen auf die Ertragslage von RWE. Um in diesem Umfeld zu bestehen, hat RWE das Programm "RWE 2015" gestartet. Es sieht umfangreiche Maßnahmen zur Kostensenkung und Erlössteigerung vor. Investitionskürzungen und Schuldenabbau sollen die finanzielle Flexibilität von RWE erhöhen. Außerdem strebt RWE eine Unternehmenskultur an, die den Einzelnen darin bestärkt, mit Kreativität und Mut notwendige Veränderungen voranzubringen.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen leistet RWE seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des europäischen Energiesystems - und zeichnet sich dabei durch Glaubwürdigkeit und Leistungsstärke aus. RWE investiert in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in die Modernisierung seiner Netze. Und RWE nutzt Marktchancen, die sich ihm durch neue Kundenbedürfnisse eröffnen: mit einer breiten Palette innovativer Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Energie. (22.02.2016/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
14,785 € 14,645 € 0,14 € +0,96% 26.08./20:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0007037129 703712 16,49 € 9,13 €
Werte im Artikel
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+0,96%
10,69 plus
+0,80%
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
14,759 € +1,68%  26.08.16
Hamburg 14,765 € +1,34%  26.08.16
Frankfurt 14,80 € +1,33%  26.08.16
Xetra 14,785 € +0,96%  26.08.16
Stuttgart 14,69 € +0,75%  26.08.16
München 14,62 € +0,27%  26.08.16
Düsseldorf 14,605 € +0,10%  26.08.16
Hannover 14,565 € -0,03%  26.08.16
Berlin 14,57 € -0,07%  26.08.16
Nasdaq OTC Other 16,75 $ -2,33%  18.08.16
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