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Q4-Ausblick: Solide Wachstumsaussichten trotz aktuell hoher Volatilität




11.10.21 12:25
Nordea Asset Management

Stockholm (www.aktiencheck.de) - Die Weltwirtschaft leidet unter einer Reihe erheblicher wirtschaftlicher Schocks zu einer Zeit, in der einige Marktsegmente aufgrund der hohen Erwartungen an ein langfristiges Wachstum relativ teuer sind, so Sébastien Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management.

Während sich viele dieser Risiken seit Wochen aufbauen würden, scheinen die Kreditkrise in China und die steigenden Energiepreise dem Optimismus zuletzt einen Dämpfer verpasst zu haben. Die Weltwirtschaft zeige in der Tat Anzeichen dafür, dass sie schneller als erwartet an Momentum verliere, insbesondere in China. Indes sei die Inflation ein Thema, das in den Industrieländern verspätet angegangen werde. Diese aktuelle Phase der Volatilität eröffne jedoch den Weg zu besseren Einstiegsniveaus, zumal sich die wirtschaftlichen Aussichten letztlich als sehr förderlich für die Risikobereitschaft erweisen dürften. Die Liquidität bleibe einfach reichlich und schwappe im Moment herum, wobei sie die Ängste der Experten quasi wegschwemme.

1. Eine Reihe von wirtschaftlichen Schocks

Die Weltwirtschaft verlangsame sich in einem schnelleren Tempo als erwartet, da die Inflation weiterhin hoch bleibe. Der Hauptgrund dafür sei, dass sich die Weltwirtschaft viel schneller erholt habe, als im vergangenen Jahr erwartet. Dies habe dank höherer Löhne für gering qualifizierte Arbeitskräfte, Störungen in den Lieferketten und einer übermäßigen Nachfrage nach einigen Rohstoffen wie Erdgas zu einem starken Preisanstieg geführt. Ein Teil dieser Inflation werde aufgrund von Engpässen und einer Nachfragerückbildung als vorübergehend angesehen, während ein anderer Teil als dauerhafter eingestuft werde. Dies zwinge die US-Notenbank dazu, ihre Anleihekäufe reduzieren zu wollen, während die Europäische Zentralbank das Tempo ihrer Anleihekäufe nur leicht verringere.

Der größte unerwartete Schock gehe von China aus, dessen Wachstum sich von einem erhöhten Niveau aus leicht verlangsamt habe. Die Bereitschaft der Behörden, der übermäßigen Fremdfinanzierung insbesondere in der Immobilienbranche entgegenzutreten, scheine zu einem Moment der Abrechnung in diesem wirtschaftlich entscheidenden Sektor geführt zu haben. Der hohe Verschuldungsgrad sei auf den Erwartungen eines fortwährenden Anstiegs des Wohlstands und des Wachstums aufgebaut worden. Es würden nun Vergleiche zwischen Evergrandes Niedergang und dem Zusammenbruch von Lehman Brothers angestellt, die viele Analysten allerdings zurückweisen würden. Tatsächlich dürfte es Wochen dauern, bis man verstehe, welchen Einfluss Evergrande durch seine Auswirkungen auf den Immobilienmarkt auf Chinas Wachstum gehabt habe.

2. Ausblick auf Wachstum und Inflation

Am Ende werde der Markt diese von China angeführte raschere Verlangsamung des globalen Wachstums einpreisen. Den vorübergehenden Charakter des Inflationsschocks einzupreisen, unter dem man derzeit leide, dürfte da länger dauern. Tatsächlich würden die Erdgaspreise in diesem Winter wahrscheinlich höher sein, und die OPEC+ habe jeden Anreiz, während des Übergangs zu grünen Energiequellen hohe Ölpreise beizubehalten. Während sich die Weltwirtschaft verlangsame, werde der Markt mit der Tatsache konfrontiert sein, dass das Tempo, in dem die FED ihre Anleihekäufe reduziere, immer noch reichlich nicht-investierte Liquidität hinterlasse.

Zudem würden die fiskalischen Impulse nachwirken, die die USA gesetzt hätten. So dürfte Liquidität von den Vereinigten Staaten letztlich in Richtung China und Europäische Union fließen. Im Laufe der Zeit dürfte der Optimismus im Markt erneut zunehmen, gespeist durch die enorme Menge an Liquidität und die sehr ordentlichen Wachstumsperspektiven. Bis dahin müsse die US-Haushaltsobergrenze durch Schlichtung ausgehandelt werden.

3. Auswirkungen auf den Markt

Das derzeitige Auf und Ab an den Märkten werde wieder nachlassen. Was bleibe, sei ein ziemlich solides Wachstumstempo in den Industrieländern. Dennoch würden solche Phasen daran erinnern, wie wichtig es sei, Vertrauen in die eigenen Investments zu haben. Investoren würden gut daran tun, sich auf die langfristige Nachhaltigkeit ihrer Investments zu konzentrieren. Zudem lohne es sich, Pfandbriefe in den Blick zu nehmen aufgrund des hohen Maßes an Sicherheit, das sie böten, sowie Multi-Asset-Lösungen, aufgrund der Flexibilität, die sie ermöglichen würden.

Die aktuelle Volatilität an den globalen Aktienmärkten dürfte sich schließlich abschwächen, da die überschüssige Liquidität bei Kursverfall zu verstärkten Käufen führen dürfte. Dadurch werde der Trend des Marktes hin zu bestimmten Anlagestilen und Produkten wie Growth, Quality und nordamerikanische Aktien zurückkehren. Aber noch wichtiger sei, dass sich Anleger auf die langfristigen Kräfte konzentrieren sollten, die die Märkte in den kommenden Jahrzehnten vorantreiben würden, allen voran der Klimawandel. (11.10.2021/ac/a/m)







 
 
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