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Kolumnist: Stock-World Redaktion

Privatanleger flüchten aus britischen Aktien und dem Pfund




18.01.22 09:30
Stock-World Redaktion

 
  • SERIX für FTSE 100 erreicht negativen Rekordwert von 87 Punkten
  • Auch das britische Pfund verliert das Vertrauen der Anleger
  • Stimmung der Privatanleger auf IBEX, MIB und NASDAQ dagegen positiv

Spectrum Markets, der paneuropäische Handelsplatz für verbriefte Derivate, hat seine SERIX-Stimmungsdaten für europäische Privatanleger für Dezember veröffentlicht (weitere Informationen zur Methodik siehe unten). Daraus geht hervor, dass von allen investierbaren Aktienindizes der britische FTSE 100 die meisten Verkäufe in Long-Instrumenten und Käufe in Short-Instrumenten verzeichnete.


Nachdem der SERIX-Wert für den FTSE 100 im September 2021 noch bei 100 lag, was einem ausgeglichenen Verhältnis von Käufen und Verkäufen entsprach, ging die Kurve in den darauffolgenden Monaten stark nach unten und erreichte schließlich im Dezember einen Wert von 87, den niedrigsten Monatswert für den Index seit Einführung des SERIX als Benchmark. Eine positive Anlegerstimmung lässt sich dagegen beim italienischen MIB 40 (101), dem spanischen IBEX 35 (104) und dem amerikanischen NASDAQ 100 (103) beobachten.


Gleichzeitig verlor auch das britische Pfund das Vertrauen der Anleger. Hier fiel der SERIX-Wert für das Währungspaar GBP/USD von 112 im November auf 97 im Dezember, was ebenfalls auf eine rückläufige Anlegerstimmung hinweist. Ein ähnlicher Trend ist für die Stimmung bei den Währungspaaren GBP/JPY und GBP/EUR zu beobachten.


Betrachtet man die SERIX-Daten für die drei wichtigsten Basiswerte, so blieben der NASDAQ 100 und der DAX 40 mit 103 bzw. 99 relativ unverändert. Der S&P 500 stieg dagegen leicht von 97 auf 98, blieb aber insgesamt in der Baissezone.


In Großbritannien sind viele Dinge als mögliche Faktoren zusammengekommen: Der Brexit, der 2021 in Kraft trat, erhöhte die Handelskosten, was wiederum zu einem Rückgang des Handelsvolumens und zur Verlagerung von Unternehmenssitzen führte. Der Verlust der EU-Freiheiten zog Arbeitnehmer ab, was die Produktions- und Vertriebskosten weiter erhöhte. Es gibt einen landesweiten Mangel an Lkw-Fahrern, aber auch an Pflegekräften und an Arbeitskräften in der Lebensmittelindustrie, welches zu Versorgungsengpässen führt. Darüber hinaus wurde Großbritannien auch von der weltweiten Krise der Lieferkette und den damit verbundenen Preissteigerungen hart getroffen, und schließlich dämpfte Omikron die Hoffnungen auf eine Erholung.


„Insgesamt scheinen die Privatanleger zum Jahresende einfach keine ermutigenden Anzeichen auf dem britischen Markt gesehen zu haben und ihn im Gegenteil sogar für überbewertet zu halten, was sich an den zahlreichen bärischen Positionen im FTSE 100-Index zeigt. Die Anleger scheinen auch die leichte Erholung des FTSE nicht als langfristig tragfähig oder als ausreichenden Grund für eine positive Stimmung zu sehen. Alternativen wie der spanische IBEX oder der italienische MIB scheinen die Indexanleger derzeit mehr zu überzeugen“, erklärt Michael Hall, Head of Distribution bei Spectrum Markets.


Im Dezember wurden 72,5 Millionen verbriefte Derivate auf Spectrum Markets gehandelt, wobei 37,2 % der Abschlüsse außerhalb der traditionellen Handelszeiten (d.h. zwischen 17:30 und 9:00 MEZ) stattfanden. 83,2 % der gehandelten Derivate bezogen sich auf Indizes, 9,8 % auf Währungspaare, 5,4 % auf Rohstoffe und 1,6 % auf Aktien, wobei die drei meistgehandelten Basiswerte der DAX 40 (24,1 %), der NASDAQ 100 (17,8 %) und der S&P 500 (14,6 %) waren.



SERIX 2021 für FTSE100, GBPUSD und GBPJPY (Quelle: Spectrum Markets)



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Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.





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