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Kolumnist: Stephan Heibel

Portfolio auf neue Situation anpassen - Einkaufsliste mit Wunschpreisen




31.03.22 10:52
Stephan Heibel

Portfolio auf neue Situation anpassen - Einkaufsliste mit
        Wunschpreisen




Wenn wir uns die derzeitige Situation mit etwas Abstand anschauen, könnte es kaum schlimmer sein: Die Inflation droht davon zu galoppieren. Der Ukraine-Krieg zeigt derzeit keine schnelle Lösung. Immerhin ist China noch passiv und Corona scheint sich zu bessern. Doch ob das allein schon ausreicht, um für steigende Kurse an den Aktienmärkten zu sorgen, wage ich zu bezweifeln.

Für die europäische Wirtschaft, insbesondere für die deutsche Konjunktur, ist die Energielieferung (Öl & Gas) aus Russland wichtig. Ein Lieferstopp würde uns in eine Rezession stürzen. Putin kündigte an, die Lieferungen nur noch gegen Rubel bezahlen zu lassen. Darauf kann Europa eigentlich nicht eingehen und es wird händeringend nach einem Ausweg gesucht.

Ein Lieferstopp würde die Energiepreise (Öl & Gas) nochmals weiter nach oben treiben und für viele Betriebe würde die Produktion unrentabel. Verbraucher müssten mehr Geld für ihre Heizung und ihr Auto berappen und so käme es sehr schnell zu einer Rezession, die nicht nur Deutschland und Europa, sondern vermutlich die ganze Welt erfassen könnte.

Wenn Sie von mir in einer so ungewissen Situation nun hören wollen, ob wir Aktien kaufen oder verkaufen sollen, dann kann ich Ihnen darauf nicht die "eine" Antwort geben. Vielmehr müssen wir unser Portfolio dahingehend überarbeiten, dass wir möglichst viele Titel haben, die zwar im Börsencrash mit ausverkauft werden, deren Geschäftsmodell jedoch weitgehend unabhängig von den hier aufgeführten Ereignissen ist. Außerdem brauchen wir eine Strategie für den Fall, dass die Situation sich nochmals verschlimmert, aber auch für den Fall, dass es nicht mehr schlimmer wird.


Irgendwann ...

Irgendwann wird die US-Notenbank mit Zinsanhebungen die Marktteilnehmer davon überzeugt haben, dass sie die Inflation in den Griff bekommt. Irgendwann werden wir unseren Energieengpass für den kommenden Winter entweder beseitigt, oder aber den Winter durchstanden haben. Irgendwann werden also die Energiepreise wieder rückläufig sein, was der Konjunktur gut tun und auch die Inflation eindämmen wird. Irgendwann wird auch Putin entweder verloren, oder schlimmstenfalls gewonnen haben. Irgendwann werden die belastenden Faktoren verschwinden. Und dann wird der DAX deutlich höher stehen, als heute... es sei denn, der Krieg weitet sich auf ganz Europa aus, aber dann haben wir andere Probleme.

Wenn "irgendwann" eintritt, ohne dass es vorher nochmals schlimmer wird, werden wir den Aktienkursen hinterher blicken, ohne nennenswert investiert zu sein. Das möchte ich vermeiden, daher sammeln wir derzeit Aktien ein. Ich habe eine Liste von Kandidaten, die ich je nach Tagesgeschehen dann empfehle. Die unten abgedruckte Einkaufsliste gibt schon einen Hinweis darauf.

Die Situation ist so ungewiß, die Ereignisse sind so bedrückend, dass es schwer fällt, sich jetzt um Aktienkäufe zu kümmern. Doch irgendwann ist es zu spät und Sie werden sich Geschichten von anderen Anlegern anhören müssen, die das derzeitig niedrige Kursniveau für Käufe genutzt haben.

Ich habe es oft genug betont: die Situation ist ungewiß und ich kann nicht ausschließen, dass es noch schlimmer wird. für diesen Fall müssen wir schnell reagieren und einige Aktien abstoßen. Ich habe mir entsprechende Marken notiert. Doch solange keine schlimmeren Ereignisse eintreten, werden die Märkte sich beruhigen und irgendwann weiter ansteigen. Für diesen Fall positionieren wir uns in diesen Tagen.


Als Anleger können wir nicht ewig in Schockstarre verharren. Ich habe letzte Woche mit einer guten Freundin in Portugal und einem guten Freund in Slowenien telefoniert. Überall hat man Angst vor Putin, der in die Ecke gedrängt wird und so zu noch schlimmeren Werkzeugen greifen könnte. Die Gefahr ist real und wir müssen auch ein solches Szenario berücksichtigen.

Doch die Finanzmathematik hat mich gelehrt, alles mit einer Wahrscheinlichkeit zu versehen. Es ist alles andere als gegeben, dass Putin schlimmere Werkzeuge nutzen wird. Sollte er es nicht tun, werden die Aktienmärkte weiter seitwärts, vielleicht sogar nach oben laufen.


Ich habe die vergangenen Wochen damit verbracht, unsere Portfoliostrategie an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Die Linie steht, wir befinden uns mitten in der Umsetzung und wenn ich die Rückmeldungen von Ihnen als Wasserstandsmeldung nehme, dann befinden wir uns auf einem guten Weg.


Ich halte es daher für sinnvoll, unser Heibel-Ticker Portfolio wieder aufzustocken, die Cashquote zu reduzieren, dabei jedoch der neuen Situation Rechnung zu tragen. Das heißt auf der einen Seite, dass wir viele unserer Positionen (nicht alle) mit einem Stop Loss versehen - für den Fall der Fälle. Auf der anderen Seite heißt das, dass wir jegliche Portfoliokandidaten auf ihre Abhängigkeit von den vier großen Themen dieses Jahres abklopfen. Ich erarbeite daher für unsere Portfolioübersicht weitere drei Spalten, die im Stile der C19-Spalte angeben, wie sich eine Verschlimmerung des entsprechenden Themas auf das Unternehmen auswirken dürfte.


Das ist gar nicht so einfach, daher nehme ich mir noch eine weitere Woche, bevor ich Ihnen das Ergebnis präsentiere. Zur Erinnerung: Während der Pandemie hatte ich eingeführt, jede Position daraufhin abzuklopfen, ob sie durch Covid-19 (C19) profitiert (+), wie beispielsweise Zoom Video, BioNTech oder Flatex, ob sie dadurch belastet wird (-), wie bspw. TUI, der BVB oder der FraPort, oder aber ob die Pandemie kaum einen Einfluss hat (0). Ähnliches möchte ich also auch für die Themen Inflation, Russland-Ukraine-Krieg und China-Taiwan-Bedrohung erstellen.


Ich habe mir einen Analysten zu Hilfe geholt, der mich bei der Detailanalyse unterstützt. Außerdem haben wir Zugriff auf eine professionelle Datenbank, mit deren Hilfe wir über Screenings in die Detailanalyse einzelner Kandidaten einsteigen können. In den kommenden Wochen werden wir unser Portfolio also sukzessive, je nach Marktentwicklung, auf die neuen Rahmenbedingungen umstellen. Und wir werden sukzessive, je nach Arbeitslast, unsere Investmententscheidungen nachvollziehbar darlegen. Heute stelle ich eine neue Dividendenaktie im Detail vor.

Ich schreibe dies, weil ich um Verständnis bitten möchte, dass ich meine "Verfügbarkeit" in dieser turbulenten Börsenphase gerne vorwiegend meinen zahlenden Kunden zur Verfügung stellen möchte.


Wer Bedarf hat, sein eigenes Portfolio in diesen Tagen zu überdenken, für den halte ich es derzeit für lohnenswert, sich zumindest mal ein Schnupperabo zu holen :-). Die langjährigen Leser wissen, dass ich selten so direkt Werbung für mein Produkt mache. Aber wenn ich das tue, dann wirklich nur dann, wenn ich überzeugt davon bin, dass es für Sie ein guter Zeitpunkt ist.


Unser Dividendenportfolio bauen wir bereits um, wie Anfang März angekündigt. Wir haben eine neue Position in Wienerberger eröffnet. Das Unternehmen hat mich in allen Bereichen überzeugt. Wir holen die Aktie in unseren Dividendenbereich und ich hoffe, dass wir nochmals eine Gelegenheit erhalten, die Position zu günstigeren Kursen voll zu machen.


Auf unserer Einkaufsliste haben wir aktuell bereits interessante Aktien und werden diese laufend beobachten und weitere Titel hinzufügen. Ich warte hier noch auf die richtigen Kaufgelegenheiten. Updates gibt es regelmäßig in meinem Heibel-Ticker.


DIVIDENDEN


  • Devon Energy
  • Cewe
  • Vetropack
  • Snap-On

WACHSTUM


  • Marvell

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