POLYTEC: Schwaches Q3, aber Aussicht auf Ergebnisanstieg in Q4 - Aktienanalyse




17.11.21 16:49
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - POLYTEC-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Bernd Maurer und Markus Remis, Analysten der Raiffeisen Bank International AG, raten in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der POLYTEC Holding AG (ISIN: AT0000A00XX9, WKN: A0JL31, Ticker-Symbol: P4N, Wiener Börse-Symbol: PYT) weiterhin zu kaufen.

POLYTEC habe in Q3 2021 einen, den Erwartungen entsprechenden, Umsatzrückgang um ca. 9% auf EUR 124 Mio. verzeichnet. Während sich der Industrie-Bereich dank zusätzlicher Produktionskapazitäten für Transportboxen sehr stark gezeigt habe, sei der Umsatz mit PKW- (-9%) und LKW-Komponenten (-44%) gegenüber dem schwachen Vergleichsquartal weiter zurückgegangen. Das EBIT sei mit rund EUR -3 Mio. etwas schwächer ausgefallen als von den Analysten prognostiziert (EUR -1 Mio.). Neben den anhaltenden negativen Effekten kurzfristiger Auftragsstornos seitens der OEMs, sei der Margendruck vor allem den deutlich höheren Materialkosten zuzuschreiben gewesen. Der Verlust je Aktie von EUR -0,15 habe dank niedrigerer Steuern allerdings im Rahmen der Analystenschätzung gelegen.

Bei der Nettoverschuldung habe sich ein klarer sequenzieller Anstieg auf EUR 146 Mio. gezeigt. Gegenüber Q2 impliziere dies eine Erhöhung um EUR 25 Mio., gegenüber dem Jahresende 2020 ergebe sich ein Anstieg um EUR 40 Mio. Neben dem Ergebnisrückgang sei dies höheren Investitionen und dem Aufbau des Nettoumlaufvermögens (primär höhere Vorräte) geschuldet gewesen. Die Bilanzkennzahlen (z.B. Eigenkapitalquote von rund 46%) seien dennoch weiterhin sehr solide geblieben. Zudem sollte sich im Schlussquartal die Verschuldungssituation wieder etwas verbessern.

Für das GJ 2021 sei das Unternehmen beim vagen Ausblick geblieben, ein "deutlich positives EBIT" zu erzielen. Das Management habe konstatiert, dass die kurzfristigen Abrufstornierungen der Kunden, welche in direktem Zusammenhang mit den Engpässen bei Halbleitern bzw. elektronischen Komponenten stünden, sich in Q4 weiter fortsetzen und so die eigentliche gute Nachfragesituation konterkarieren würden.

Nicht zuletzt aufgrund der Saisonalität sollte der Umsatz in Q4 aber über dem Q3 liegen. Ergebnisseitig sollte sich ebenfalls eine deutliche Verbesserung im Quartalsvergleich einstellen. Neben einer Personalreduktion seien auch weitere interne Effizienzsteigerungsmaßnahmen initiiert worden. Zudem erwarte das Management, dass Verhandlungen mit den Kunden bezüglich Kompensationszahlungen für die massiv gestiegenen Rohstoffpreise in einem positiven Ergebnisbeitrag resultieren würden. Insgesamt würden die Aussagen suggerieren, dass die EBIT-Prognose der Analysten von rund EUR 16 Mio. zwar ambitioniert, aber noch im Bereich des Möglichen sei.

Obwohl der Bereich Elektromobilität derzeit nur einen insignifikanten Anteil am Geschäft ausmache, habe POLYTEC eine aussichtsreiche Entwicklungspipeline. Der Gewichtsvorteil der Kunststofflösungen gegenüber Metallkomponenten könnte zukünftig stärker in den Vordergrund treten.

Die Expansion der Produktionskapazitäten für Transportboxen sollte sich als margenstarker Geschäftszweig positiv bemerkbar machen.

POLYTEC befinde sich in der frustrierenden Situation, dass die eigentlich gute Nachfragelage nicht adäquat monetarisiert werden könne. Die Probleme, die sich aus der globalen Knappheit an Halbleitern und Elektronikteilen ergeben würden, würden die Autoindustrie und damit POLYTEC noch einige Zeit begleiten. Die damit einhergehenden Effekte, d.h. Umsatz- und Deckungsbeitragsentgang und höhere "Flexibilitätskosten" aufgrund der kurzfristigen Disposition der Kunden, verunmöglichen es dem Konzern, von der in den letzten Jahren substanziell verschlankten Fixkostenstruktur (Werkschließungen, Personalstandsreduktion) zu profitieren. Die starke bilanzielle Position ermögliche es jedoch, diesen Gegenwind gut zu meistern. Es sei davon auszugehen, dass die Ertragskurve des Unternehmens bei einer Normalisierung der Situation deutlich nach oben zeigen werde. Daher sähen die Analysten POLYTEC, trotz aktuell fehlender Kurzfristkatalysatoren, weiterhin als attraktive "Value"-Aktie.

Bernd Maurer und Markus Remis, Analysten der Raiffeisen Bank International AG, bestätigen die "Kauf"-Empfehlung für die POLYTEC-Aktie und das Kursziel von EUR 10,50. (Analyse vom 17.11.2021)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.

5. Zwischen RBI oder einer mit ihr verbundenen juristischen Person und dem Emittenten war in den vorangegangenen zwölf Monaten eine Vereinbarung über die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Kraft bzw. ergab sich in diesem Zusammenhang die Verpflichtung zu einer Zahlung oder zum Erhalt einer Entschädigung; wobei eine Offenlegung nur dann erfolgt, wenn dadurch die Vertraulichkeit von Geschäftsinformationen nicht verletzt wird.

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

12. RBI erbrachte für den Emittenten in den vorangegangenen zwölf Monaten Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze POLYTEC-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs POLYTEC-Aktie:
8,09 EUR -1,10% (17.11.2021, 16:32)

Wiener Börse Aktienkurs POLYTEC-Aktie:
8,09 EUR -1,34% (17.11.2021, 16:08)

ISIN POLYTEC-Aktie:
AT0000A00XX9

WKN POLYTEC-Aktie:
A0JL31

Ticker-Symbol POLYTEC-Aktie:
P4N

Wiener Börse-Symbol POLYTEC-Aktie:
PYT

Kurzprofil POLYTEC Holding AG:

POLYTEC (ISIN: AT0000A00XX9, WKN: A0JL31, Ticker-Symbol: P4N, Wiener Börse-Symbol: PYT), 1986 gegründet, ist ein führender Entwickler und Hersteller von hochwertigen Kunststoffteilen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich beschäftigt weltweit rund 3.600 Mitarbeiter und bietet seinen Kunden seit mehr als 35 Jahren Erfahrung und Know-how als Komplettanbieter im Bereich Spritzguss, als Spezialist für faserverstärkte Kunststoffe, als Hersteller von Originalzubehörteilen aus Kunststoff und Edelstahl.

POLYTEC zählt renommierte Weltmarken der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie zu ihren Kunden, beliefert zunehmend aber auch Märkte außerhalb dieses Sektors. Wichtigste Erfolgskriterien sind in beiden Fällen innovative Technologien, perfekte Qualität und absolute Liefertreue kombiniert mit wettbewerbsfähigen Preisen. Sowohl im Bereich Automotive als auch bei Non-Automotive-Anwendungen bietet POLYTEC in allen Segmenten eine sehr hohe Wertschöpfungstiefe. Sie umfasst Design und Projektentwicklung ebenso wie die Herstellung von Werkzeugen und Halbzeugen für Faserverbundwerkstoffe, Bauteilsimulation und -prüfung sowie nahezu alle verfügbaren kunststoffverarbeitenden Technologien. Darüber hinaus überzeugt POLYTEC in nachgelagerten Prozessen wie Lackierung und Montage sowie Just-in-Time- oder Just-in-Sequence-Lieferung mit exzellenter Performance. (17.11.2021/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
Finanztrends Video zu Polytec Holding


 
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