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Österreich: Fremdwährungskredite nehmen weiter ab - Deckungslücke hoch




27.09.17 12:35
FONDS professionell

Wien (www.aktiencheck.de) - Immer mehr Kreditkunden können das Fremdwährungskapitel schließen, so die Experten von "FONDS professionell".

Doch meist geschehe dies mit Verlusten. Jene, die noch einen FX-Kredit laufen hätten, würden weiter auf eine hohe Deckungslücke blicken, würden die aktuellen Zahlen der FMA zeigen.

Das Volumen der Fremdwährungskredite in österreichischen Privathaushalten sei im zweiten Quartal wechselkursbereinigt zum Vorjahr um 14,5 Prozent auf 18,74 Milliarden Euro gesunken. Allein im zweiten Quartal 2017 habe es einen Rückgang um 4,2 Prozent gegeben.

Die erfreuliche Entwicklung werde dadurch getrübt, dass bei den noch bestehenden Verträgen eine hohe Deckungslücke ausstehe. Drei Viertel der privaten FX-Ausleihungen seien endfällige Kredite mit einem Tilgungsträger: Zur Tilgung der Kreditschuld am Ende der Laufzeit werde bei drei Vierteln in eine Lebensversicherung investiert, insbesondere in der fonds- und indexgebundenen Variante, die dem vollen Kapitalmarktrisiko unterlägen. Und weil diese wegen der Tiefzinssituation oft schlecht abschneiden beziehungsweise der Wertanstieg der Fremdwährungen hoch gewesen sei, heiße es für die Kreditkunden draufzahlen.

Bei zwei Drittel reicht der Tilgungsträger nicht

2016 habe nur bei einem Drittel der abgereiften Tilgungsträgerkredite der gesamte Betrag durch das angesparte Finanzvermögen gedeckt werden können. Bei einem Fünftel habe die verbliebene Deckungslücke durch einen Anschlusskredit in Euro gedeckt werden müssen. In 15 Prozent der Fälle sei die Deckungslücke durch sonstige Maßnahmen wie Einmalzahlungen auf bestehende Tilgungsträger geschlossen worden. In den restlichen Fällen sei der Tilgungsträgerkredit verlängert worden oder es sei eine Kombination von Maßnahmen zum Einsatz gekommen, berichte die FMA.

Bei den heute noch laufenden FX-Krediten gehe die Behörde von einer Deckungslücke am Laufzeitende von 32 Prozent oder rund sechs Milliarden Euro aus. Zahlen aus dem ersten Quartal würden zeigen, dass von den ausstehenden Krediten ein großer Teil - nämlich 10,2 Milliarden Euro - erst in zehn Jahren oder später endfällig werde.

"Lücke offenkundig schwierig zu schließen"

"Die unter konservativen Annahmen zum Laufzeitende prognostizierte Tilgungsträgerlücke von knapp sechs Milliarden Euro ist aus Sicht der Banken durch die hypothekarische Besicherung selbst unter sehr vorsichtigen Annahmen voll gedeckt. Aus Sicht der Kreditnehmer hingegen ist die Lücke offenkundig sehr schwierig zu schließen", heiße es bei der FMA.

96,2 Prozent des FX-Forderungsvolumens würden auf Schweizer Franken entfallen, der Rest beinahe zur Gänze auf Japanische Yen. Lediglich 5,2 Prozent des Fremdwährungskreditvolumens seien gegen das Wechselkursrisiko durch Hedgegeschäfte beziehungsweise Einkommen oder Vermögen in der fremden Währung abgesichert.

Anteil am Gesamtmarkt schrumpft weiter

Der Fremdwährungsanteil gemessen an allen aushaftenden Krediten an private Haushalte sei im zweiten Quartal 2017 auf 12,8 Prozent gesunken. Das seien 2,8 Prozentpunkte weniger als ein Jahr davor. Am Höhepunkt des FX-Kreditbooms habe dieser Anteil noch bei 31,8 Prozent gelegen. Die Finanzmarktaufsicht FMA habe im Herbst 2008 einen Neuvergabe-Stopp verhängt. Seitdem sei das aushaftende Volumen an private Haushalte wechselkursbereinigt um 29,49 Milliarden Euro oder 63,8 Prozent zurückgegangen. (News vom 26.09.2017) (27.09.2017/ac/a/m)






 
 
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