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Ölmärkte: Taktisch "bullish" im Hinblick auf neue OPEC-Foerderkuerzungen




05.12.18 12:35
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - An diesem Donnerstag (06.12.) findet in Wien die halbjährliche OPEC-Sitzung statt, auf der die Organisation der ölfördernden Staaten über mögliche Angebotskürzungen beraten und diese wohl auch beschließen wird, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Darauf würden nicht nur die in den vergangenen Wochen gemachten Aussagen der Energieminister Saudi-Arabiens und Russlands - das selbst nicht Mitglied der OPEC sei - schließen lassen, sondern auch das Zusammentreffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin-Salman im Rahmen des G20-Gipfels in Buenos Aires (Argentinien). Auf dem Treffen habe man sich auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im Rahmen der "OPEC+" im Jahr 2019 verständigt. Dies interpretieren die Analysten der HSH Nordbank AG als eine Einigung im Vorfeld der eigentlichen OPEC-Sitzung, auch wenn im Rahmen des Aufeinandertreffens der beiden wichtigsten Produzentenländer innerhalb des Rahmenwerkes "OPEC+" keine Zahlen über den Kürzungsbedarf nach außen getragen wurden.

Den Kürzungsbedarf würden die Analysten auf eine Spanne von 1,3 bis 1,6 Mio. Barrel/Tag im kommenden Jahr schätzen, basierend auf ihren Angebots- und Nachfrageprognosen. Die große Prognosespanne sei auf die Unsicherheit über den künftigen Produktionspfad in Libyen, Nigeria und Venezuela und die daraus resultierenden Produktionskürzungen zurückzuführen. Die Produktionskürzungen in dieser Größenordnung seien notwendig, um den zu dieser Jahreszeit unüblich starken Lageraufbau abzumildern und um die globalen Öllagerbestände auf dem Normalniveau, dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt, zu stabilisieren.

Die Ankündigung der erneuten Produktionskürzungen in das kommende Jahr hinein sollte die gestern (03.12.) eingeschlagene Rallye bei den Ölpreisen fortsetzen und dazu beitragen, dass diese sich in der Handelsspanne von 65 bis 70 US-Dollar/Barrel stabilisieren würden. Eine derartige Preisspanne wäre gemäß aktuellen Lagerbestandsniveau gerechtfertigt. Darüber hinaus dürfte dieses Preisumfeld das Aktivitätsniveau im US-Schieferölsektor nicht überstimulieren. Gleichzeitig wäre ein dauerhafter Ölpreis bei rund 50 US-Dollar/Barrel (WTI) für die US-Schieferölindustrie nicht wünschenswert, da dies die Kostenstruktur der Produzenten untergraben würde.

Zum Jahresende sehen die Analysten der HSH Nordbank AG den Ölpreis nunmehr in einer Preisspanne von 65 bis 70 US-Dollar/Barrel. Im ersten Quartal dürfte der Ölpreis auf Brent-Basis durchaus nochmals die 75 US-Dollar/Barrel-Marke testen. Basierend auf Berechnungen auf Basis von Optionen auf Ölfutures, sähen die Analysten eine knapp 30%-ige Wahrscheinlichkeit, welche der Optionsmarkt dieser Preisentwicklung und damit einer Kürzung der Fördermenge um 1,3 Mio. Barrel/Tag zurechne. (05.12.2018/ac/a/m)






 
 
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