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Öl: Das Schlimmste haben wir hinter uns




06.05.20 16:05
Vontobel Asset Management

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Erste Anzeichen für eine Erholung der Rohöl-Nachfrage haben Ende April einen Anstieg der Ölpreise ausgelöst, so Michel Salden, Senior Portfolio Manager bei Vontobel Asset Management.

Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Nachfrageverluste weniger gravierend seien, als ursprünglich erwartet und dass sich die Lagersituation allmählich entspannen dürfte.

Während der allgemeine Konsens für April einen Nachfragerückgang von 25 bis 30 Millionen Barrel pro Tag (mbpd) erwartete, scheinen sich diese Rückgänge nun zwischen 18 bis 20 mbpd zu bewegen, so die Experten von Vontobel Asset Management. Darüber hinaus würden die Lockdowns von Ländern in Asien und Europa etwas früher als erwartet aufgehoben, der Raffineriebetrieb nehme aufgrund sich verbessernder Margen wieder zu und die OPEC und Non-OPEC hätten im Mai mit der Umsetzung von Produktionskürzungen begonnen. Aus diesem Grund würden die Befürchtungen nachlassen, dass der Welt der Lagerraum für Öl ausgehen könnte. Da wir in den vergangenen Wochen den größten Lageraufbau erlebt haben, der jemals verzeichnet wurde, bedeutet dies auch, dass wir wahrscheinlich ab Ende Mai einen massiven Lagerabbau erleben werden, so die Experten von Vontobel Asset Management. Der Druck auf die Lagerbestände dürfte sich weiterhin verringern angesichts der Tatsache, dass der steile Rückgang der Anzahl von US-Bohrinseln die Ölproduktion der USA im Jahresvergleich um 2 bis 3 mbpd sinken lassen dürfte. Dies sollte auch den Ölpreis weiter stützen.

Die Frage sei nun: Wie gehe es jetzt weiter? Die Nachfrage nach Benzin- und Dieselprodukten werde sich bis Ende dieses Jahres normalisieren, aber für das Gesamtjahr 2020 werde die Nachfrage immer noch um 2 bis 4 mbpd unter dem Vorjahresniveau liegen. Die Nachfrage nach Kerosin werde sich allerdings erst viel später stabilisieren und erst Ende 2022 zur Normalität zurückkehren.

Gegenwärtig würden die Optionspreise jedoch weiterhin stark in beide Richtungen schwanken, da immer noch große Unsicherheit aufgrund der beispiellosen Veränderungen in Hinblick auf Angebot, Nachfrage und Lagerbestände herrsche. Darüber hinaus würden die OPEC und Russland die gegenwärtige Rally ausbremsen, sollte es keine nennenswerten Produktionsstilllegungen durch die US-Schieferproduzenten geben. Tatsächlich würden die OPEC und Russland alles in ihrer Macht Stehende tun, um zu verhindern, dass die Ölpreise auf ein Niveau steigen würden, das für die kostenintensiven US-Schieferproduktionen eine Rettungsleine darstelle. Solche Stilllegungen würden allerdings nur dann erfolgen, wenn die kurzfristigen Preise für Öl unter 30 bis 35 US-Dollar und die längerfristigen Preise unter 40 bis 45 US-Dollar bleiben würden. Diese Preisniveaus dürften von der OPEC im Jahr 2021 angestrebt werden, wenn die weltweiten Öllagerbestände deutlich zurückgegangen seien.

Im Jahr 2021 werde der Markt mit hoher Wahrscheinlichkeit unterversorgt sein. Die Futures-Preise für Dezember 2021 würden dies jedoch immer noch nicht widerspiegeln, da sie derzeit um 35 US-Dollar pro Barrel gehandelt würden. Das bedeute, dass bei längerfristigen Preisen noch erhebliches Aufwärtspotenzial bestehe. Obwohl das vordere Ende der Öl-Futures-Kurve in der vergangenen Woche eine starke Performance verzeichne (Anstieg um 50 Prozent gegenüber dem Tiefstand vom April), zeige sich das lange Ende im Vergleich zum vorderen Ende der Kurve wesentlich weniger volatil und mit ähnlich hohem Aufwärtspotenzial. (06.05.2020/ac/a/m)







 
 
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