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Öl: Mittelfristig dürften dem Weltmarkt zusätzlich bis zu 2 Mio. Barrels iranische Exporte zur Verfügung stehen




08.06.21 11:40
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Immer wieder ändern sich die Aussichten, wie schnell iranische Ölexporte wieder auf den Markt kommen, berichten die Analysten der DekaBank.

Mittelfristig dürften jedoch dem Weltmarkt zusätzlich bis zu 2 Mio. Barrels iranische Ölexporte zur Verfügung stehen. Dies sei in etwa die Größenordnung, die die US-Ölförderung seit Ausbruch der Corona-Krise eingebüßt habe und unter der aktuellen politischen Führung wohl auch nicht mehr wieder draufsatteln werde. Der globalen Ölnachfrage würden noch ca. 5 Mio. Barrels bis zum Vor-Corona-Niveau fehlen, aber die Mitglieder der OPEC+ würden das Angebot so knapp halten, dass die OECD-Öllagerbestände unter ihren Fünfjahresdurchschnitt gefallen seien. In einem Umfeld steigender Inflationsraten und -erwartungen dürfte die OPEC grundsätzlich an ihrer Strategie festhalten, sodass die Ölpreise auf über 60 US-Dollar je Barrel gut verankert seien. Das Preisrisiko sei auf der oberen Seite stärker ausgeprägt als auf der unteren.

Die Analysten hätten eine Aufwärtsrevision über den gesamten Prognosezeitraum vorgenommen.

Die Corona-Rezession werde im Jahr 2021 aufgrund der vorhandenen Impfmöglichkeiten überwunden. Die rasche Erholung der Weltwirtschaft ziehe einen Anstieg des globalen Rohölkonsums nach sich, nachdem die Nachfrage im Jahresdurchschnitt 2020 aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie zum ersten Mal seit 2009 gesunken sei. So werde im Prognosezeitraum bis 2022 immer wieder im Fokus stehen, ob und in welchem Ausmaß die freiwilligen Produktionskürzungen seitens der Mitglieder der OPEC+ noch benötigt würden. Die Fracking-Industrie in den USA werde unter dem neuen Präsidenten Biden nicht mehr die politische Unterstützung erfahren, wie dies unter der Präsidentschaft von Trump der Fall gewesen sei. Es werde erwartet, dass sich die US-Ölförderung auf einem hohen Niveau stabilisieren werde. Dies gebe den OPEC-Ländern, insbesondere, wenn sie mit anderen großen Produzenten wie Russland zusammenarbeiten würden, wieder mehr Marktmacht, über die eigenen Produktionsmengen die Ölpreise stärker zu beeinflussen.

In einem Umfeld, in dem Inflationssorgen eine größere Rolle spielen würden, würden höhere Ölpreise leichter durchsetzbar sein. Gleichzeitig würden die OPEC und ihre Verbündeten darauf achten, dass sich Öl nicht zu stark verteuere, weil dann Öl aus kostenintensiverer Förderung wie dem Fracking wieder wirtschaftlicher werde. Aus Sicht der Nachhaltigkeit, der eine immer größere Bedeutung beigemessen werden müsse, hätten zwar höhere Ölpreise eine wünschenswerte Signalwirkung, aber nur dann, wenn in der Folge regenerative Alternativen zu fossilen Energieträgern stärker zum Zuge kämen. (Ausgabe Juni 2021) (08.06.2021/ac/a/m)






 
 
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