Erweiterte Funktionen


OPEC+ erzeugt Rückenwind für Ölpreise




11.01.21 16:30
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Die Ölpreise schlossen letzte Woche bei über 56 USD/b (Brent), so die Analysten der Nord LB.

Die Preise lägen jetzt wieder etwa dort, wo sie Anfang März 2020 gewesen seien. Das Jahr habe mit einer spektakulären Entscheidung der OPEC+ begonnen, ihre Förderung im Februar und März um 1,425 Mio. b/d abzusenken. Der genau vor einem Monat getroffene Entschluss, die Produktionsmenge ab Januar um 0,5 Mio. b/d auszuweiten, habe also nicht lange gehalten. Die Verhandlungen seien wieder zäh gewesen. Der Konflikt zwischen den Ländern, die ihre Produktion ausweiten möchten und denen, die angesichts der bestehend Risiken auf der Nachfrageseite eher vorsichtig agieren wollten und mehr an einem höheren Ölpreis interessiert seien, trete immer offener zu Tage. Das Ergebnis habe offenbar nur erreicht werden können, weil die Saudis durch eine einseitige Kürzung ihrer Produktion um 1,0 Mio. Barrel in Vorleistung getreten seien.

Mit Russland habe das Königreich dabei einen mächtigen Gegenspieler, der für sich eine Erhöhung habe aushandeln können. Die sei mit 0,075 Mio. b/d zwar eher symbolischer Natur, man dürfe sich aber durchaus fragen, ob das nicht auch für die Allianz insgesamt gelte, um deren Disziplin es bereits in den letzten Wochen weniger gut bestellt gewesen sei. Der ausgelöste Anstieg der Ölpreise stehe dabei auf wackeligen Beinen. Wie stark die sich weltweit zuspitzende Lage an der Corona-Front negativ auf den Ölverbrauch auswirken werde, sei derzeit eine der Millionen-Dollar-Fragen.

Sicher scheine zu sein, dass es kurzfristig, bevor die Impfkampagnen ihre Wirkung entfalten könnten, erst einmal schlechter werde. Dem Hinweis, dass die Lagermengen in den USA überraschend deutlich gesunken seien, sei entgegenzuhalten, dass die Destillatbestände bei den Raffinerien angestiegen seien. Insgesamt dürfte sich die Erholung weiter nach hinten verschieben und ein Erreichen der Vorkrisenniveaus beim Ölverbrauch in diesem Jahr praktisch ausschließen. Mit Blick auf den Preis werde sich eine eventuell restriktivere Haltung der neuen US-Regierung gegenüber der heimischen Ölindustrie erst mittelfristig auswirken.

Aus Sicht der Analysten sei das aktuelle Preisniveau den fundamentalen Gegebenheiten etwas vorausgeeilt. Die kurzfristigen Risiken würden bestehen bleiben und seien gewachsen; auch das mache das Hin- und Her der OPEC+ deutlich. Möglicherweise werde es auch immer mühsamer, die OPEC+ zusammenzuhalten. Die Analysten würden zur Kenntnis nehmen, dass die Ölpreise kurzfristig immerhin Unterstützung durch den größten Produzenten genießen würden und ihre Prognose leicht anheben. (11.01.2021/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...