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Kolumnist: Sebastian Hoffmann

Notenbanken: Noch lässt das zarte Pflänzchen den Kopf nicht hängen




11.06.12 10:47
Sebastian Hoffmann

Kommen wir gleich auf den Punkt: Die B\xF6rsianer verhalten sich im Augenblick wie kleine Kinder. Kaum knicken die M\xE4rkte nach unten ab, werden prompt die Rufe nach den Notenbanken lauter. Klar, QE1 und QE2 haben die M\xE4rkte kr\xE4ftig nach oben geschoben und auch die massiven Geldspritzen der EZB f\xFCr den angeschlagenen Bankensektor befl\xFCgelten die Notierungen im ersten Quartal ordentlich – auch wenn das hohe Niveau nachhaltig nicht gehalten werden konnte.

Verlauf der Erstantr\xE4ge f\xFCr Arbeitslosenhilfe in den USA
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Aber: Es ist leider nicht die Aufgabe der Notenbanken den Aktienmarkt oben zu halten, das muss an dieser Stelle klar gesagt werden. F\xFCr eine weitere Intervention bzw. ein zus\xE4tzliches Anleihekaufprogramm (Stichwort: QE3) fehlen derzeit einfach die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Zwar rechnet die B\xF6rse derzeit mit deutlich tr\xFCberen Konjunkturdaten in den kommenden Monaten, doch – und das ist f\xFCr die W\xE4hrungsh\xFCter entscheidend – sieht es im Augenblick nicht nach einer neuen Rezession aus. Im Gegenteil: In den USA wurde jetzt in zw\xF6lf Quartalen in Folge ein Wirtschaftswachstum ausgewiesen. Zugegeben, ein durchschnittliches Plus von 0,92% pro Quartal kann nicht gerade als Boom-Phase bezeichnet werden. Aber trotz des schw\xE4chsten Aufschwungs der Nachkriegsgeschichte, bleibt es eben ein Aufschwung. Der Fed, die ihr Pulver mit den historisch niedrigen Leitzinsen bereits verschossen hat, wird in einer solchen Phase niemals zur letzten Waffe greifen und ein weiteres Anleihekaufprogramm auf den Tisch legen. Nein, die W\xE4hrungsh\xFCter werden sich dieses Ass im \xC4rmel aufbewahren und die Karte dann ausspielen, wenn es auch angebracht ist. Nur weil es der B\xF6rse nicht schnell genug nach oben geht und nur weil die Wirtschaft im Schneckentempo aufw\xE4rts kriecht, werden die Notenbanken nicht zum \xC4u\xDFersten greifen. Jedenfalls nicht in den USA und wahrscheinlich vorerst auch nicht in Europa. Wieso auch? Die w\xF6chentlichen US-Erstantr\xE4ge auf Arbeitslosenhilfe haben sich nach dem Spitzenwert im April 2009 (674.000 Antr\xE4ge) nahezu halbiert und verharren nun unter der magischen Marke von 400.000. Bei einer Bev\xF6lkerung von knapp 300 Mio. Menschen hei\xDFt das: Rund 0,13% der Amerikaner beantragen derzeit w\xF6chentlich zum ersten Mal Arbeitslosenhilfe. Demgegen\xFCber stiegen die monatlichen Besch\xE4ftigungszahlen an – nat\xFCrlich extrem schwach.

Grafik US-BIP
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Fazit: Das zarte Pfl\xE4nzchen des Aufschwungs braucht Pflege, keine Frage. Die Notenbanken sehen die Gefahren, trauen ihm aber derzeit noch zu von alleine gro\xDF und stark zu werden. D\xFCnger, in Form von niedrigen Zinsen, gibt es noch bis 2014. Doch die Chemiekeule (QE 3) wird wohl erst ausgepackt, sobald die ersten Bl\xE4tter braun werden. Noch leuchten sie aber in einem schwachen Gr\xFCn. Die B\xF6rse ist hingegen wesentlich skeptischer und bereits wieder f\xFCnf Schritte voraus. Nach ihrer Ansicht ist es nur eine Frage der Zeit bis die Blume den Kopf h\xE4ngen l\xE4sst – eventuell helfen dann auch keine Pestizide mehr. Die Quintessenz: Wir werden vorerst einen schwankungsanf\xE4lligen Trading-Markt mit scharfen Richtungswechseln behalten. F\xFCr langfristige Investoren sind das Horrorbotschaften, f\xFCr kurzfristig agierende Trader das Paradies.

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