Nornickel: Rohstoffpreise kennen kein Halten - Aktienanalyse




19.02.21 10:10
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Nornickel-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Thorsten Küfner vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die die Aktie von Nornickel (ISIN: US55315J1025, WKN: A140M9, Ticker-Symbol: NNIC, US-OTC-Symbol: NILSY) unter die Lupe.

Die Anteilseigner von Bergbauriesen wie BHP, Rio Tinto oder Nornickel dürften sich derzeit die Hände reiben. Die Kurse hätten sich in den vergangenen Wochen und Monaten prächtig entwickelt. Und ein abruptes Ende dieses Trends sei vorerst noch nicht in Sicht. Denn die Rohstoffpreise würden derzeit kein Halten kennen. Ob Kupfer, Platin, Eisenerz oder Zinn - die Preise vieler Industriemetalle würden rasant steigen.

Fachleute von großen US-Banken wie Citigroup oder J.P. Morgan würden bereits von einem neuen "Superzyklus" am Rohstoffmarkt, einem anhaltenden Preisauftrieb, sprechen.

Besonders deutlich seien die Rohstoffpreise zuletzt bei Metallen gestiegen. Der Preis von Kupfer, das aufgrund seiner vielseitigen Verwendung als Konjunkturbarometer gelte, habe sich innerhalb eines Jahres in etwa verdoppelt und rangiere auf dem höchsten Niveau seit etwa neun Jahren. Das Edelmetall Platin, bekannt für seinen Einsatz in der Produktion von Autokatalysatoren, weise ähnlich starke Preiszuwächse auf. Auch der Preis von Eisenerz, aus dem Stahl gewonnen werde, sei in den vergangenen Monaten stark gestiegen.

Die Gründe für den Preisboom seien vielfältig. So sei das Angebot vieler Rohstoffe relativ knapp. Das habe nicht nur mit dem anhaltend großen Rohstoffhunger der zweitgrößten Volkswirtschaft China zu tun, die seit langem einen erheblichen Teil des Angebots auf sich ziehe. Auch hätten viele Minenbetreiber ihre Förderung in der Pandemie zurückgefahren. Das habe dazu geführt, dass die Lagerbestände knapp geworden seien - zumal das Angebot im Rohstoffsektor typischerweise unflexibel sei und nicht rasch ausgeweitet werden könne.

Mindestens ebenso wichtig für den Preisanstieg sei die Nachfrage. Auch hier komme der Corona-Pandemie eine tragende Rolle zu. So werde allgemein erwartet, dass die vielerorts daniederliegende Konjunktur mit fortschreitenden Impfungen und weniger Beschränkungen anziehe. Hiervon dürfte auch die Nachfrage nach Rohstoffen profitieren, was sich bereits jetzt in steigenden Preisen spiegle. "Hinzu kommt die immense Geldschwemme durch viele Staaten und Zentralbanken in der Corona-Krise", habe Eugen Weinberg, Rohstoff-Chefanalyst der Commerzbank, gesagt. Dieser Kurs habe viel Geld in die Rohstoffmärkte gespült und die Preise zusätzlich befeuert.

Welche Konsequenzen könnte der neue Boom der Rohstoffpreise haben? Auf kürzere Sicht dürften steigende Rohstoffpreise den ohnehin erwarteten Inflationsanstieg zusätzlich befeuern. Die Analysten der Frankfurter Privatbank Metzler würden mit Verweis auf weitere preistreibende Faktoren von einem "Inflationscocktail" sprechen. Denn höhere Rohstoffpreise würden auf Unternehmensebene die Produktionskosten steigen lassen. Dies wiederum könnten Verbraucher zu spüren bekommen, wenn die Unternehmen die Steigerungen an die Konsumenten weitergeben würden.

Fachleute könnten sich vorstellen, dass der Preisboom längere Zeit anhalte. Analysten um den Rohstofffachmann Max Layton von der großen US-Bank Citigroup würden bereits von einem neuen "Superzyklus" sprechen. Einen solchen habe es zuletzt Anfang des Jahrtausends gegeben - getragen vor allem durch den steilen wirtschaftlichen Aufstieg Chinas. Auch jetzt gebe es Gründe, die für weiter steigende Rohstoffpreise sprechen würden. Dazu würden die immense Nachfrage aus aufstrebenden Ländern wie Indien oder die durch viele Industrieländer angestrebte Umstellung der Wirtschaft auf grüne Technologien gehören, was ebenfalls viele Rohstoffe benötige.

Die Superzyklus-Hypothese sei umstritten. "Ich bezweifle, dass es einen neuen Superzyklus geben wird", so Weinberg. Allenfalls von einem zeitweisen, wenn auch kräftigen Preisanstieg wolle er sprechen. Über den Fortgang der Corona-Krise bestehe ebenfalls große Unsicherheit, gebe Weinberg zu bedenken. Die Frage, wie rasch und stark sich die globale Wirtschaft erholen werde, sei damit ebenso ungewiss wie die künftige Stärke der Rohstoffnachfrage. In dem für die Weltwirtschaft wichtigen Ölsektor komme hinzu, dass die vielerorts angestrebte Elektrifizierung der Wirtschaft, etwa durch Elektroautos, eher zur Schwächung der Nachfrage führen werde.

"Der Aktionär" bleibe für die Aktien von BHP, Rio Tinto und Nornickel grundsätzlich positiv gestimmt. Nach den kräftigen Kursanstiegen wäre allerdings eine Korrekturbewegung mittlerweile durchaus gesund. Die Anteilscheine von Rio Tinto und BHP seien nach wie vor für konservative Anleger geeignet. Investierte Anleger sollten ihre Positionen hier mit Stoppkursen bei 19,50 Euro (BHP) beziehungsweise 57,00 Euro (Rio Tinto) absichern.

Die russische Dividendenperle Nornickel erfordert etwas mehr Mut, so Thorsten Küfner von "Der Aktionär". Hier sollte der Stopp nun auf 23,50 Euro nachgezogen werden. (Analyse vom 19.02.2021)

Mit Material von dpa-AFX

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Nornickel.

Hinweis auf Interessenkonflikte: Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hie¬rauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Rio Tinto.

Börsenplätze Nornickel-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Nornickel-Aktie:
30,30 EUR +1,00% (19.02.2021, 10:22)

US-OTC-Aktienkurs Nornickel-Aktie:
36,05 USD +0,19% (18.02.2021)

ISIN Nornickel-Aktie:
US55315J1025

WKN Nornickel-Aktie:
A140M9

Ticker-Symbol Nornickel-Aktie:
NNIC

US-OTC Ticker-Symbol Nornickel-Aktie:
NILSY

Kurzprofil MMC (Mining and Metallurgical Company) Norilsk Nickel:

MMC (Mining and Metallurgical Company) Norilsk Nickel (ISIN: US55315J1025, WKN: A140M9, Ticker-Symbol: NNIC, US-OTC-Symbol: NILSY) ist ein russisches Bergbauunternehmen. Das Unternehmen gilt als einer der weltgrößten Produzenten von Nickel, Palladium, Platin und Kupfer. Zu den Schwerpunkten der Tätigkeit gehören die Erkundung, der Abbau, die Verarbeitung und der Vertrieb von Metallen und nicht-metallischen Mineralien. (19.02.2021/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
US55315J1025 A140M9 31,60 € 23,20 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
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Düsseldorf 26,00 € -0,19%  08:31
München 26,25 € -0,19%  08:10
Berlin 26,05 € -0,19%  08:10
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