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Nahost: Instabile Region kämpft mit Corona und Ölpreisverfall




11.09.20 12:35
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Nahe Osten leidet 2020 in besonderer Weise, so Patrick Heinisch von der Helaba.

Neben der Pandemie würden die in der Region prominent vertretenen großen Ölförderländer mit dem Ölpreisverfall kämpfen. Dazu kämen politische Krisen, Bürgerkriege und geopolitische Konflikte, die ebenfalls zahlreiche Länder betreffen würden.

Der Internationale Währungsfonds habe im Juni geschätzt, dass die Wirtschaft der Region, die in seiner Abgrenzung auch Zentralasien und Nordafrika einschließe, 2020 um 4,7% schrumpfen werde. Unter den Schwellenländerregionen sei der Wirtschaftseinbruch damit nicht ganz so groß wie in Osteuropa einschließlich Russland (-5,8%) und Lateinamerika (-9,4%), aber größer als in Subsahara-Afrika (-3,2%) und Südostasien (-0,8%).

Für 2021 rechnen wir bei den allermeisten Ländern des Nahen Ostens mit einer Rückkehr zu positiven Wachstumsraten, so die Analysten der Helaba. Lediglich die Bürgerkriegsländer Syrien und Jemen sowie der Krisenstaat Libanon würden ihre Rezession wohl fortsetzen. Verglichen mit den doch heftigen Rückgängen 2020 werde die Erholung aber verhalten ausfallen.

Neun der 14 Länder im Nahen Osten seien bedeutende Öl- und/oder Gasförderstaaten. Den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt habe der Ölsektor im Irak und in Kuwait mit jeweils über 35%. Kleine Förderstaaten seien Bahrain und Jemen mit nur 2%. Nahezu alle Länder würden versuchen, ihre Volkswirtschaften zu diversifizieren, um die Bedeutung des Ölsektors zu reduzieren. Dies sei den meisten Staaten sogar gelungen, allerdings eher notgedrungen wegen des starken Preisrückgangs 2013, der zu einer Neuausrichtung der Wirtschaftsmodelle gezwungen habe.

Deutsche Unternehmen hätten im vergangenen Jahr Waren im Wert von 27,6 Mrd. Euro in die Region exportiert. Die deutschen Exporte in den Nahen Osten würden damit nur 2% der Gesamtausfuhren ausmachen. Die Importe aus der Region seien mit 5,9 Mrd. Euro noch geringer (0,5% der deutschen Gesamteinfuhren). Die politische Kooperation Deutschlands mit dem Nahen Osten erfolge hauptsächlich auf bilateraler Ebene, sei es über humanitäre Hilfe für Jemen und Palästina, Nuklearvereinbarungen mit dem Iran oder Vermittlungsbemühungen im Nahost-Konflikt. Im Rahmen einer so genannten "Transformationspartnerschaft" unterstütze die Bundesrepublik die Demokratisierungs- und Reformprozesse im Nahen Osten und in der arabischen Welt insgesamt. Möglicherweise würden auch die wirtschaftlichen Beziehungen davon profitieren. (11.09.2020/ac/a/m)







 
 
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