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Kolumnist: HypoVereinsbank onemarkets

Nachlese zu den Konjunktur- und Inflationsdaten




01.08.22 09:44
HypoVereinsbank onemarkets

Das Glas ist zur selben Zeit halbvoll und halbleer. Halbvoll, weil die Märkte im Juli eine eindrucksvolle Erholungsbewegung zeigten, halbleer, weil die Kombination aus anhaltendem Inflationsdruck und sich abschwächender Konjunktur eine toxische Mischung für die Notenbankentscheidungen bedeuten. Der Monat August beginnt an den Finanzmärkten etwas verkatert, und es ist nicht offensichtlich, woher die Marktteilnehmer in den kommenden Tagen ihre Inspiration beziehen werden.


Der Daten-Mega-Marsch am Donnerstag und Freitag vergangener Woche hat den seit Monaten vorherrschenden Eindruck insgesamt bestätigt: Während der Inflationsauftrieb unvermindert dynamisch verläuft, trübt sich der Konjunkturausblick zusehends ein. Die USA befinden sich nach einem zweiten BIP-Minusquartal in einer technischen Rezession Das nationale Komitee zur Identifikation von Rezessionsphasen dürfte dennoch davon absehen, das erste Halbjahr als „Rezession“ zu definieren, wurden in diesem Zeitraum doch mehr als zweieinhalb Millionen neuer Jobs geschaffen. Gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck in den USA hoch. Dies wurde vergangene Woche durch die Daten zum PCE Preis-Deflator und auch zur Lohnkostenentwicklung gezeigt. Der Employment Cost Index, ein von der Fed bevorzugter Indikator, zeigte für das zweite Quartal einen stärkeren Auftrieb der Lohnkosten als von den Beobachtern erwartet worden war.


In der Eurozone belegten die BIP-Zahlen für das zweite Quartal eine stärkere konjunkturelle Dynamik als allgemein befürchtet worden war – wobei Deutschland mit einem Nullwachstum der negative Ausreißer war. Das Statistische Bundesamt revidierte jedoch sämtliche BIP-Daten seit dem Jahr 2018 um teilweise mehr als einen vollen Prozentpunkt nach oben oder unten. Und so steht für das erste Quartal in Deutschland plötzlich ein Wachstum von 0,8% ggü. Vq. an der Tafel, nachdem bislang lediglich von einem kleinen Plus von 0,2% ausgegangen worden war. Zeitnähere Indikatoren wie die Einkaufsmanager-Indizes (PMIs) und der Ifo Geschäftsklimaindex hatten zuvor allerdings signalisiert, dass der die Wachstumsdynamik zu Beginn des dritten Quartals in weiten Teilen der Eurozone mehr oder weniger zum Erliegen gekommen ist. Im Laufe des heutigen Vormittags wird sich zeigen, ob die endgültigen PMI-Daten den ernüchternden Eindruck der vorläufigen Berechnungen bestätigen werden. In der vergangenen Nacht wurden bereits PMI-Daten veröffentlicht, die in weiten Teilen Asiens und vor allem in China auf eine erneute konjunkturelle Verlangsamung schließen lassen. Wie in den USA, bleibt auch hierzulande der Inflationsdruck hoch, und deutlich höher als vermutet. Die Inflationsrate in der gesamten Eurozone kletterte im Juli auf 8,9% (Deutschland: 7,5% nach Destatis, 8,5% nach Eurostat), wobei im Herbst mit dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts sowie mit der möglichen Einführung der Gasumlage weitere preistreibende Sonderfaktoren auf uns warten.


Die teils alarmierenden Konjunktursignale haben unter den Anlegern zu einer Neueinschätzung der Leitzinsaussichten geführt. Das Ausmaß an erwarteten Zinsanhebungen seitens der Fed und der EZB wurde deutlich reduziert, was die Kapitalmarktrenditen auf ein Mehrmonats-Tief gedrückt hat. Dies wiederum hat die Aktienmärkte gestützt, vor allem durch eine Ausweitung der Bewertungskomponente, dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Die Quartalsberichtssaison scheint bislang bessere Ergebnisse und Geschäftsaussichten zu bringen, als es im Vorfeld befürchtet worden war, was die Kurserholung zusätzlich stützt. Nach dem schwachen ersten Halbjahr verbuchten die bedeutenden Indizes im Juli jedenfalls ihr stärkstes Kursplus seit November 2020 (dem „Wir-haben-einen-Impfstoff“-Monat), bei den US-Tech-Werten sogar seit April 2020.


Mit der Kurserholung an den Aktienmärkten (und auch an den Unternehmensanleihemärkten) einher geht eine Verbesserung der allgemeinen Finanzierungsbedingen. Dies konterkariert jedoch die Bemühungen der Zentralbanken, mit einer Straffung jener Finanzierungsbedingungen dem Inflationsdruck Einhalt zu gebieten. Die wenigen Verlautbarungen, die wir in den kommenden Tagen seitens der Notenbankvertreter hören werden, dürften vor diesem Hintergrund im Zweifel eher in die „hawkishe“ Richtung gehen. Bei der Einordnung des Füllstandes im Glas kommt es eben sehr auf die Perspektive des Betrachters an…


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