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Kolumnist: Lars Brandau

Nachhaltigkeit bedeutet Verantwortung




15.05.17 13:44
Lars Brandau

Attraktive Renditechancen gepaart mit gutem Gewissen, das scheint für immer mehr Kleinanleger eine interessante Investitionsalternative zu sein. So bescheinigt eine aktuelle Studie insbesondere der Generation der Millennials, dass diese bei der Geldanlage besonders großen Wert auf Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung legen. Die sogenannten ESG-Kriterien (Environmental, Social & Corporate Governance) spielen demnach bei Anlageentscheidungen für Investoren zwischen 18 und 35 Jahren eine deutlich größere Rolle als für Anleger anderer Altersgruppen. Somit wächst hier die Bedeutung, die Kleinanleger Nachhaltigkeitsfragen einräumen. Grün liegt im Trend. Nachhaltigkeit etabliert sich zunehmend neben dem Renditeaspekt zu einem immer wichtigeren Kaufargument.


 


Analysten nehmen vor jeder Investitionsentscheidung die Unternehmen genau unter die Lupe und prüfen die Einhaltung vereinbarter Standards. Werden diese Standards nicht erfüllt, bestraft der Kapitalmarkt diese Gesellschaften. Dass „grüne“ Investments mehr denn je im Trend liegen, zeigen auch die Ergebnisse der monatlichen Online-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands im Mai 2017. 3.300 Personen, in der Regel gut informierte Anleger, die als Selbstentscheider ohne Berater investieren, haben  sich an dieser Umfrage beteiligt.


 


Fast 20 Prozent der Zertifikateanleger in Deutschland, und damit 9 Prozentpunkte mehr als noch im Jahre 2015, weisen ethischen und ökologischen Aspekten im Rahmen ihrer Portfolioallokation eine hohe Bedeutung zu. Immerhin noch jeder Vierte gibt an, dass er diese Kriterien bei seiner Entscheidungsfindung zunehmend in Betracht zieht. Insgesamt ein deutlicher Anstieg zur Vergleichsumfrage zwei Jahre zuvor.


Für etwas mehr als die Hälfte der Investoren haben Nachhaltigkeitsaspekte bei ihrer Geldanlage jedoch eine geringere oder gar keine Relevanz.


Um die Relevanz von Nachhaltigkeit noch mehr zu verdeutlichen, ist Klarheit und Einfachheit in der Terminologie und Umsetzung gefragt. An dieser Stelle sollte  insbesondere die Nachhaltigkeitsindustrie Stellung beziehen. „Nachhaltigkeit“ und „ökologische/ethische Anlagen“ werden geradezu inflationär verwendet. ESG-Faktoren sind oftmals eher schlecht als recht dokumentiert. Zahlreiche Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene haben Methoden entwickelt, die Nachhaltigkeitsfaktoren in Unternehmen zu erkennen. Auch Rating-Agenturen mischen hier mit und messen entsprechende Standards.


Angesichts dieser Angebotsvielfalt kann es interessierten Anlegern schwerfallen, die Spreu vom Weizen zu trennen und eine Anlageentscheidung zu treffen. Eine wünschenswerte Klarheit würde Anlegern zusätzliche Sicherheit bei ihren Investment-Entscheidungen geben. Erst dann sind grüne Investments wirklich etabliert im Anlageuniversum und nicht nur eine temporäre Erscheinung.


 


 



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