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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Mögliche Wende im Handelskonflikt zwischen China und USA




11.04.18 10:38
Sven Weisenhaus

Kommt es nun doch zu einer Entspannung im Handelsstreit? Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat nämlich eine weitere Öffnung seines Landes verkündet. In dessen Rahmen soll der Marktzugang vereinfacht werden, die Investitionsbedingungen verbessert und die Zölle auf Autoimporte (derzeit 25 %) reduziert werden. Weiterhin soll der Finanzsektor weiter geöffnet und Beschränkungen für Beteiligungen ausländischer Firmen insbesondere in der Auto-, aber auch in der noch stärker verschlossenen Schiffs- und Flugzeugindustrie, „so schnell wie möglich“ aufgelockert werden. Sogar ein besserer Schutz des geistigen Eigentums versprach Xi Jinping, womit er neben dem erzwungenen Technologietransfer auf einen großen Kritikpunkt Trumps einging.


Angebrachte Skepsis bei ausländischen Unternehmen


Jedoch thematisierte Chinas Präsident in seiner Rede auf einem asiatischen Wirtschaftsforum den Handelsstreit mit den USA nicht konkret und wiederholte zum Teil auch nur frühere Ankündigungen. Da man aus China schon seit mehreren Jahren solche leeren Zusagen hört, herrscht angebrachte Skepsis bei ausländischen Unternehmen. Denn auch diesmal fehlen konkrete Zahlen oder ein Datum, wann es zu einer Öffnung kommen soll.


Märkte wirken erleichtert


Sollten diese Pläne aber tatsächlich realisiert werden, wäre das für die Aktienmärkte eindeutig bullish zu werten. Schließlich wird damit eine Entspannung im Handelskonflikt möglich und die Umsetzung der angekündigten Zölle könnte dann vielleicht sogar fallen gelassen werden.


Noch bleiben beiden Seiten mindestens zwei Monate, um einen möglichen Handelskrieg abzuwenden. Eine sofortige Reaktion gab es aber schon an den Finanzmärkten, die nach den Signalen der Entspannung eine Erleichterung zeigten. Über diverse Börsen hinweg, von Asien über Europa bis in die USA, stiegen die Aktienkurse leicht.


Bullisher Ausbruch im DAX bietet Tücken


Dies verhalf auch den DAX zu dem erwarteten Ausbruch (grüne Ellipse) aus seinem mehrwöchigen Abwärtstrendkanal (rot im folgenden Chart).


DAX - Target-Trend-Analyse


Aber dieses eigentlich klar bullishe Signal hat seine Tücken. Denn auch schon am ehemaligen Allzeithoch aus dem Jahr 2015 bei 12.390,75 Punkten (rote horizontale Linie)  ging der Aufwärtsbewegung die Kraft aus. Schaut man sich zudem den folgenden Stundenchart an, sieht man, dass der der Ausbruch nicht sehr dynamisch war und deshalb auch noch nicht nachhaltig. Zumal sich die Kurse noch in einer Seitwärtstendenz bewegen (oranger Pfeil).


DAX - Seitwärtstendenz


Damit von einem möglichen Ende der Korrektur bzw. Seitwärtskonsolidierung die Rede sein kann, muss der DAX wenigstens in die alte Broadening-Formation (gelbe Linien in den Charts) zurückkehren. In diesem Fall wäre es auch nur noch ein Katzensprung bis zur Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten als Kursziel nach der Target-Trend-Methode.


Falls der DAX aber wieder nach unten in den Abwärtstrendkanal zurück abdreht, hätten wir es mit einem Fehlausbruch zu tun. Dann wären entsprechend bearishe Konsequenzen zu erwarten.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage


Ihr
Sven Weisenhaus


(Quelle: www.stockstreet.de)



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