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Kolumnist: CMC Markets

Das Milliardenrennen um den Impfstoff – Wer hat die besten Chancen?




18.09.20 11:40
CMC Markets

Der Wettlauf um die Entwicklung eines sicheren und wirksamen Covid-19-Impfstoffs ist in vollem Gang. Die Bekämpfung des Coronavirus ist derzeit nicht nur das wohl brennendste Thema aus Gesundheitssicht, sondern sorgt auch an der Börse teilweise zu gewaltigen Kurssprüngen bei Biotechnologie-Unternehmen. Aber es war auch selten so schwierig für Investoren zu entscheiden, ob und wo es Sinn macht, an diesem Milliardenrennen mitzuverdienen.
 
Die Welt gemeinsam gegen das Virus
Niemals zuvor hat die Welt schneller, effektiver und koordinierter an einem solchen Projekt gearbeitet. Und noch nie dürfte ein Impfstoff so schnell entwickelt werden wie der gegen das neuartige Coronavirus. So hat es zum Beispiel anderthalb Jahre gedauert, bis ein Impfstoff gegen das Zikavirus entwickelt wurde, vier Jahre für einen Mumps-Impfstoff und zehn Jahre für einen heute genutzten Grippe-Impfstoff. Derzeit sind Dutzende von Coronavirus-Impfstoffen in der Entwicklung, sie befinden sich hauptsächlich in der präklinischen Phase, in der sie zunächst an Tieren getestet werden. In den USA sind bereits sieben Kandidaten in klinische Studien mit menschlichen Teilnehmern eingetreten, darunter drei in die entscheidende Phase 3. Die erste und zweite Phase dient dazu, die Sicherheit zu testen, während die dritte und letzte Stufe verwendet wird, um festzustellen, ob Impfstoffe wirksam sind und eine Infektion unter den Teilnehmern tatsächlich verhindern können.
 
Drei Kandidaten auf der Zielgeraden
Die Covid-19-Impfstoffe von AstraZeneca und der Universität Oxford, von Biontech und Pfizer und das Vakzin von Moderna befinden sich in den USA in dieser letzten und damit entscheidenden klinischen Testphase. Die Hersteller sind optimistisch, dass es möglich ist, noch in diesem Kalenderjahr klinische Daten aus den Studien für ihre Impfstoffkandidaten zu erhalten. Damit dürften sich die drei Unternehmen derzeit in der Spitzenposition befinden, einen Impfstoff erfolgreich auf den Markt zu bringen. Liegen die Daten vor, entscheiden die Impfstoffhersteller, ob und wann sie eine Notfallgenehmigung der amerikanischen Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) und/oder eine vollständige Genehmigung einholen. Die Mehrheit der in der Entwicklung befindlichen Impfstoffe wird von der US-Regierung unterstützt, um entweder die klinische Entwicklung oder die Herstellung und den Vertrieb der Impfstoffe im Rahmen des Programms „Operation Warp Speed“ (OWS) der Trump-Regierung zu finanzieren. Mit diesem Bündnis aus Staat, Unternehmen und Behörden soll verhindert werden, dass die Entwicklung des Impfstoffs gerade im laufenden Wahlkampf um das Präsidentenamt für politische Taktikspiele missbraucht wird. Auch in Deutschland haben sich die Bundesregierung und die Europäische Union an einigen Projekten beteiligt. Die vielversprechendsten Projekte hierzulande werden von der Tübinger Firma CureVac und dem Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech angeführt.
 
Produzenten stecken in einem Dilemma
Wie groß das Potenzial eines möglichen Corona-Impfstoffes ist, wird deshalb nicht nur aus gesundheitlicher Sicht in der Gesellschaft heiß diskutiert, sondern sorgt auch für Gewinn- und damit Kursfantasie an der Börse. Während sich immer mehr Experten und Regierungen für eine kostenlose Behandlung aussprechen, wollen die forschenden Pharmafirmen nicht auf ihren Gewinn verzichten. Hier entsteht ein Dilemma. Auf der einen Seite stehen die Profitneigung und der Aufwand eines Unternehmens für Forschung und Entwicklung, für die sie aber andererseits staatliche Unterstützungen erhalten haben, die nicht zuletzt den Steuergeldern der Bürger entstammen. Damit kommt die Frage auf, ob die erfolgreichen Unternehmen, die dann privatwirtschaftlich profitieren, die erhaltenen Staatshilfen am Ende zurückzahlen müssen. 
 
Nur wenige werden – wenn überhaupt – profitieren
Der Trend geht derzeit in die Richtung, dass Unternehmen vorab Kaufverträge mit Regierungen abschließen. Somit sind die Umsätze klar und gedeckelt. So haben Pfizer und Biontech einen Vertrag mit der US-Regierung geschlossen, der bis zum Jahresende 100 Millionen zu liefernde Impfdosen für 1,95 Milliarden US-Dollar beinhaltet. Hat der Pfizer-Biontech-Deal Bestand, würde eine Einzeldosis 16,80 Euro kosten. AstraZeneca will den möglichen Impfstoff zum Selbstkostenpreis anbieten. Wie viele Impfstoffdosen insgesamt benötigt werden, ist zwar noch nicht realistisch abschätzbar, die große Euphorie um explodierende Gewinne und Umsätze wird sich bei vielen Pharmafirmen wohl aber nicht bewahrheiten. Die jetzt im Vorfeld entstehenden hohen Bewertungen könnten für nicht erfolgreiche oder einseitig fokussierte Unternehmen zur großen Belastung in der Zukunft werden. Denn früher oder später werden an der Börse immer noch Margen, Umsätze und Gewinne bewertet. Bleiben diese aus, wird aus einem Hype schnell wieder der graue Unternehmensalltag. Für Anleger, die von diesem Milliardenrennen profitieren wollen, dürfte eine Selektion der einzelnen Unternehmen in den nächsten Monaten damit immer wichtiger werden.
Hinweise zum Artikel und zum Handel mit CFDs:

Die Inhalte dieser Pressemitteilung/dieses Artikels (nachfolgend: „Inhalte“) sind Bestandteil der Marketing-Kommunikation von CMC Markets, Niederlassung Frankfurt am Main der CMC Markets UK Plc (nachfolgend “CMC Markets”) und dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahin gehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. Insbesondere berücksichtigen die Inhalte nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die in den Inhalten wiedergegebenen Bewertungen, Schätzungen und Prognosen reflektieren die subjektive Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweils zitierten Quelle, können jederzeit Änderungen unterliegen und erfolgen ohne Gewähr. In jedem Fall haftet CMC Markets nicht für Verluste, welche Sie direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung erleiden, die Sie aufgrund der Inhalte getroffen haben.


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