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May-Nachfolger bleibt in der Brexit-Sackgasse




20.06.19 16:06
AB

München (www.aktiencheck.de) - Mark Phelps, CIO, Global Concentrated Equities beim Asset Manager AllianceBernstein (AB), kommentiert die Abstimmungsrunden der konservativen Regierungspartei in Großbritannien:

Die Wahl des nächsten Parteivorsitzenden der Konservativen in Großbritannien, und damit auch des nächsten britischen Premierministers, gehe aller Voraussicht nach (Anmerkung: nach einer weiteren Abstimmung) an die Parteimitglieder. Die Debatte - wie auch die britische Politik in den letzten drei Jahren - sei vom Brexit dominiert und der ultimative Gewinner werde mit einer unveränderten parlamentarischen Sackgasse konfrontiert sein, habe dabei aber wenig Zeit eine Lösung zu finden.

Der klare Spitzenreiter, der frühere Außenminister Boris Johnson, wolle, dass Großbritannien zum Stichtag 31. Oktober 2019 die Europäische Union verlasse. Diese Vorgehensweise erhöhe die Wahrscheinlichkeit eines Austritts ohne Deal. Um dieses Szenario zu vermeiden, sei es jedoch möglich, dass einige konservative Abgeordnete bei einer Vertrauensfrage mit Labour gegen eine Regierung stimmen und somit Neuwahlen auslösen würden.

Der potenzielle Schaden eines harten Brexit sei bereits größtenteils im Britischen Pfund eingepreist. Ohne eine einfache und schnelle Lösung sei es wahrscheinlich, dass die britische Währung, der Aktienmarkt und das gesamte Land bis zum "Halloween-Stichtag" eine weitere Periode erhöhter Volatilität erleben würden.

Die vollen Auswirkungen auf die britische Wirtschaft und die Unternehmen seien weiter ungewiss, die Risiken würden jedoch klar überwiegen. Viele Unternehmen müssten erneut ihre Vorbereitungen auf einen harten Brexit verstärken - also für das Schlimmste planen, aber das Beste hoffen.

Ein harter Brexit würde sich längerfristig negativ auf das Pfund auswirken, und Phelps gehe davon aus, dass die britische Konjunktur aufgrund der Unsicherheit langsamer wachse als die Konkurrenz. In einer Welt von zunehmenden Zöllen und Handelskriegen sei es als kleines Land außerhalb eines der großen Handelsblöcke möglicherweise nicht die stärkste Verhandlungsposition.

Dies bedeute jedoch nicht, dass Anleger britische Unternehmen oder europäische Unternehmen mit Engagement in Großbritannien ganz meiden sollten. Die meisten der großen multinationalen britischen Unternehmen würden ihr Währungsrisiko abgesichert haben und seien dank des Pfund-Rückgangs, im Vergleich zu anderen ‚Global Playern‘ relativ günstig. Der Schlüssel liege darin, Unternehmen zu finden, die unterschiedliche politische Ergebnisse überwinden könnten, über gesichtete Einnahmequellen und eine marktbeherrschende Stellung verfügen würden. Genauso wichtig sei es zu verstehen, ob die Managementteams vorausschauend agieren würden und auf sich verändernde Umstände vollständig vorbereitet seien, wenn die neueste Phase der Brexit-Saga beginne. (20.06.2019/ac/a/m)






 
 
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