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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Wenn der Optimismus die Oberhand gewinnt ..."




19.12.19 08:04
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Professionelle Anleger sind ziemlich bullish, während die Privaten schon in der Weihnachtspause zu sein scheinen. Besonders ersteres könnte den Handelsstart 2020 belasten.


Zusammenfassung Die Stimmung der institutionellen Investoren ist sehr positiv, hierzulande wie international. Von den einheimischen Profis haben nochmal 4 Prozent seit vergangenen Mittwoch Aktien gekauft. Das hebt den Sentiment-Index auf +24 Punkte. Weltweit sind die konjunkturellen Erwartungen der Fondsmanager ziemlich bullish. Anders reagieren die von uns befragten Privatanleger. Deren Sentiment-Index verharrt bei +6 Punkten.

Joachim Goldberg vermutet, dass die Bücher der Privatanleger bereits geschlossen sind, während die Institutionellen wohl noch versuchen würden, ihre Performance zum Jahresschluss aufzuhübschen. Nach Ansicht des Verhaltensökonoms bringt das die Akteure am Aktienmarkt in eine recht unkomfortable Lage. Es könnte zum Jahresbeginn schwer werden, all den positiven Erwartungen, was Wachstum und Aktienpreise angeht, gerecht zu werden.

18. Dezember 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zeitweise muss die Stimmung unter den Börsianern seit unserer vergangenen Erhebung überbordend gewesen sein. Denn die Einigung der USA und China auf ein Teilabkommen im Handelsstreit sowie das eindeutige Wahlergebnis in Großbritannien zugunsten von Premierminister Boris Johnson und seinen konservativen Tories wurden von den Aktienmärkten in den USA mit neuen Rekordständen quittiert – der hiesige DAX markierte immerhin ein neues Jahreshoch. Aber auch international ist die Stimmung ausgesprochen positiv. So zeigte etwa die jüngste Fondsmanagerumfrage von BofA Merrill Lynch, dass die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft für das kommende Jahr nunmehr von netto 29 Prozent der Befragten positiv bewertet werden. Damit hat sich der Anteil der Optimisten seit Oktober um 66 Prozentpunkte erhöht. Einen so hohen Anstieg gab es noch nie bei der Umfrage. Unterdessen ist die Kassequote der Fondsmanager mit 4,2 Prozent im Dezember auf dem niedrigsten Stand seit 2013 geblieben, wobei sich der Optimismus auch in einer Übergewichtung in globalen Dividendentiteln niederschlägt, die immerhin von netto 31 Prozent (+10 Prozent gegenüber Vormonat) der Befragten angegeben wurde. Interessant in diesem Zusammenhang: Die Erhebung fand bereits zwischen dem 6. und 12. Dezember statt, also vor Bekanntgabe der Einigung im Handelsstreit und dem Wahlergebnis in Großbritannien.


Aber auch die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Anleger präsentierten sich heute so optimistisch eingestellt wie im ganzen Jahr noch nicht. So ist unser Börse Frankfurt Sentiment-Index bereits zum vierten Mal in Folge gestiegen, dieses Mal um 6 Punkte auf einen Stand von nunmehr +24. Und dies, obwohl ein harter Brexit, also ein Austritt Großbritanniens aus der EU ohne Handelsabkommen, seit gestern wieder Thema ist. Die Angst, womöglich einen positiven Jahresausklang beim DAX zu verpassen, ist offenbar größer als die vor einem deutlichen DAX-Rückschlag.


… droht normalerweise Ungemach


Bei den Privatanlegern haben sich indes zur letzten Sentiment-Erhebung kaum Veränderungen ergeben. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist lediglich um einen Punkt auf einen Stand von +6 zurückgegangen – die Bücher scheinen also weitgehend geschlossen zu sein.


Bei einem derart hohen Optimismus der institutionellen Anleger stellt sich naturgemäß die Frage, ob sich womöglich eine Euphorie angebahnt hat. Indes: Mit einem Stand von +24 Punkten befindet sich der Sentiment-Index zwar auf Jahreshoch, bleibt aber im historischen Vergleich nach wie vor hinter viel höheren Werten zurück. So notierten wir etwa Ende November 2018 einen Indexwert von +50 Punkten. Allerdings hat die oben zitierte Umfrage von BofA Merrill Lynch auch gezeigt, dass die Übergewichtung der Fonds in der Eurozone noch einmal gestiegen ist: Per Saldo gaben dies 24 Prozent (+11 Prozentpunkte) der internationalen Fondsmanager an. Damit würde sich normalerweise ein recht hohes Enttäuschungspotenzial ergeben, wenn nicht das Jahresende bevorstünde, zu dem man angesichts der hohen Aktienkurse hier und da noch sogenannte Window-Dressing-Aktivitäten vornehmen muss. Für den Beginn des kommenden Jahres wird es aber schwer werden, all den positiven Erwartungen der institutionellen und privaten Anleger hinsichtlich der globalen Wachstumsentwicklung und weiter steigender Aktienmärkte gerecht zu werden bzw. diese noch zu toppen.


Dies ist die letzte Stimmungserhebung für dieses Jahr. Wir melden uns am 8. Januar 2020 wieder und wünschen den Teilnehmern und Lesern unserer Sentiment-Umfragen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr!


18. Dezember 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Sentiment-Index institutioneller Anleger image-3928
  Bullish Bearish Neutral
Total 53% 29% 18%

ggü. letzter Erhebung


+4% -2%

-2%


DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.270 (+210 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +24 Punkte (Stand Vorwoche: +18 Punkte)


 


Sentiment-Index privater Anleger image-3929
  Bullish Bearish Neutral
Total 43% 37% 20%

ggü. letzter Erhebung


-1% +0% +1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.270 (+210 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +6 Punkte (Stand Vorwoche: +7 Punkte)


 


Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Die Ergebnisse der Analyse erhalten Sie per E-Mail zugesandt.






Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 




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