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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Weiter gegen den Trend"




28.05.20 07:45
Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Weiter gegen den Trend"

Obgleich der DAX seit den vergangenen beiden Stimmungsumfragen fast um 1.000 Punkte zugelegt hat, haben die sich in der Mehrheit befindenden Pessimisten per Saldo nicht auf den Kursanstieg reagiert.


 


Zusammenfassung

Die jüngste Sentiment-Umfrage unter institutionellen Akteuren hat eines ans Tageslicht gebracht: Die Stimmung bleibt vor allen Dingen bei den institutionellen Investoren schlecht. Und dies trotz einer seit Tagen überschwänglich positiv anmutenden Nachrichtenlage: Während allerorten Erleichterung hinsichtlich der sich abflauenden Corona-Pandemie festzustellen ist, werden gleichzeitig negative Nachrichten weitgehend ausgeblendet.


Dennoch haben – für den Verhaltensökonomen Joachim Goldberg etwas überraschend – institutionelle Investoren an ihren bearishen Engagements festgehalten und diese teilweise sogar erhöht, während Privatanleger partiell entgegengesetzt reagiert haben. Daraus ergibt sich eine recht deutliche Stimmungskluft zwischen beiden Panels.


 


27. Mai 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). In nicht einmal drei Monaten hat der DAX seit seinem Tiefpunkt infolge der Corona-Pandemie rund 40 Prozent an Wert gewonnen. Blickt man auf die Nachrichtenlage der vergangenen Handelstage zurück, fällt die einseitig positive Betrachtung der aktuellen Lage bei den Kommentatoren und Analysten auf. So meinen viele Akteure erste Anzeichen dafür wahrzunehmen, dass die schlimmsten ökonomischen Folgen der Corona-Krise bereits hinter uns liegen könnten. Hinzu kommen die schrittweisen Aufhebungen der Kontaktbeschränkungen im Rahmen besagter Krise und die Hoffnung auf Rückkehr zu einer gewissen Normalität. Ganz zu schweigen von den massiven fiskalpolitischen Hilfsprogrammen dies- und jenseits des Atlantiks und den umfangreichen geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken. Negative Entwicklungen wie etwa die sich verschlechternden Beziehungen zwischen den USA und China und die damit unverhohlenen Androhungen neuer Sanktionen wurden von den Teilnehmern an den Aktienmärkten hingegen weitgehend ignoriert. Um die Pessimisten ist es jedenfalls ruhig geworden.


Notbremse nur teilweise gezogen


Was allerdings nicht heißen soll, dass die Bären unter den mittelfristig orientierten, von uns befragten institutionellen Investoren verschwunden wären. Im Gegenteil: Unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist sogar um 9 Punkte auf einen Stand von -21 gefallen. Und zwar überwiegend, weil sich einige in der Vorwoche aufgetretene Optimisten angesichts eines DAX-Gewinns von 5,5 Prozent seit der vergangenen Stimmungserhebung von ihren Engagements profitabel getrennt haben dürften – ein großer Teil dieser Akteure hat sogar seine Positionierung um 180° auf „short“ gedreht.


Eine ganz andere Entwicklung beobachten wir allerdings bei den Privatanlegern. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ist nämlich um 9 Punkte auf einen Stand von -1 gestiegen. Und zwar in erster Linie, weil sich ein überschaubarer Teil der Pessimisten direkt auf die Bullenseite geschlagen und mit Rückkäufen gewissermaßen die Notbremse gezogen hat. Damit ergibt sich für dieses Panel praktisch ein neutrales Stimmungsbild.


Große Stimmungskluft


Im gleichen Zuge hat sich eine recht große Stimmungskluft zwischen institutionellen und privaten Investoren aufgetan. Dabei ist kaum anzunehmen, dass die Privatanleger für den jüngsten Kursaufschwung des DAX verantwortlich gewesen sind. Genauso wenig wie unsere institutionellen Investoren. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der deutliche Anstieg des Börsenbarometers auf langfristige Nachfrage zurückzuführen ist. Dabei könnte ausländisches Kapital eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben. Denn die Mai-Umfrage unter Fondsmanagern, die von der Bank of America in der vergangenen Woche publiziert wurde, hat neben anderen wichtigen Ergebnissen die Erkenntnis zu Tage gefördert, dass internationale Investoren in Aktien der Eurozone deutlich unter- und in US-Werten übergewichtet waren. Und daher ist es gut möglich, dass dieses Ungleichgewicht inzwischen zugunsten hiesiger Aktien verringert wurde.


Pessimisten immer noch in der Mehrheit


Per Saldo bleibt festzuhalten, dass es unter den institutionellen Investoren während der ganzen Erholungsrallye des DAX zu den jeweiligen Erhebungszeitpunkten einen erstaunlich robusten Anteil von Pessimisten in Höhe von mindestens 45 Prozent der Befragten gegeben hat. Womit nicht zwingend gesagt ist, dass sich die Pessimisten während der ganzen Zeit durchweg gegen den Trend gestellt haben. Zumindest scheint der durchschnittliche Einstandspreis der dem Pessimismus zu Grunde liegenden Absicherungen – etwa für den Fall eines Wiederaufflammens der Corona-Krise oder bei einer deutlichen Verschlechterung der US-chinesischen Beziehungen – sehr weit vom derzeitigen DAX-Stand entfernt zu liegen. Damit dürfte eine etwaige Nachfrage aus Eindeckungen dieser Engagements im Falle eines deutlicheren DAX-Rücksetzers im Wesentlichen erst spät greifen. Immerhin wird auf der anderen Seite zumindest ein Teil der heutigen Pessimisten einem weiteren Anstieg des Börsenbarometers nicht mehr lange tatenlos zusehen können und muss dann letztlich die Notbremse in Form von Rückkäufen ziehen. Kurzum: Die Gefahr eines sogenannten Short-Squeeze ist nicht gebannt.


27. Mai 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Sentiment-Index institutioneller Anleger
  Bullish Bearish Neutral
Total 30% 51% 19%

ggü. letzter Erhebung


-4% +5%

-1%


DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.600 (+600 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -21 Punkte (Stand Vorwoche: -12 Punkte)


Sentiment-Index privater Anleger
  Bullish Bearish Neutral
Total 39% 40% 21%

ggü. letzter Erhebung


+4% -5% +1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.600 (+600 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -1 Punkt (Stand Vorwoche: -10 Punkte)


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 




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