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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Schnell die Lust verloren"




15.11.18 07:56
Redaktion boerse-frankfurt.de


Während die institutionellen Investoren versuchen, aus den kleinsten Bewegungen noch Gewinn zu machen und jetzt zum Teil wieder short sind, bleiben die Privatanleger bei ihrer eher optimistischen Haltung. In Summe eine weiter bedenkliche Marktverfassung. Zusammenfassung 

Unter einem Prozent Kursgewinn haben rund einem Zehntel der professionellen Investoren scheinbar gereicht, Gewinne mitzunehmen und auf die Short-Seite zu wechseln. Das nimmt einiges von dem laut Joachim Goldberg übertriebenen Optimismus aus dem Markt, der Sentiment-Index steht bei +23 Punkte. Die privaten Anleger haben sich kaum bewegt, sodass die Erwartungen beider Anlegergruppen wieder in etwa gleich gelagert sind. 

Der Verhaltensökonom weist darauf hin, dass alle Erholungstendenzen im betrachteten Zeitraum recht zügig verebbt sind. Er vermutet, dass dies so bleibt und sieht bei 11.600 Punkten den Deckel nach oben. Nach unten sei die heimische Nachfrage bei weiteren Kursverlusten vermutlich überschaubar. Auch aus dem Ausland rechnet Goldberg nicht mit Nachfrage, deswegen bleibe die Lage für deutsche Aktien "alles andere als erfreulich". 14. November 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eigentlich sind die Probleme, mit denen sich die Finanzmärkte während der vergangenen Tage beschäftigt haben, nicht neu. Aber sei es nun der ungelöste Haushaltsstreit Italiens mit der EU oder auch die schwebenden Brexit-Verhandlungen - all dies sind Unsicherheitsfaktoren, die letztlich auch die Aktienmärkte hierzulande belasten. Und so wundert es auch nicht, dass der DAX nicht so recht vorankommen will. Zwar sah die aktuelle Entwicklung bei den Brexit-Verhandlungen zum Zeitpunkt unserer heutigen Stimmungserhebung recht vielversprechend aus, wenngleich fraglich scheint, ob der jüngste zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ausgehandelte Entwurf überhaupt das britische Unterhaus passieren wird. Und auch die Haltung Italiens, das zuletzt keine Kompromissbereitschaft signalisierte, wenn es darum ging, zu optimistische Wachstumsprognosen oder gar eine Korrektur bei der Neuverschuldung des Landes vorzunehmen, stimmt nicht gerade optimistisch. Dies alles mag dazu beigetragen haben, dass internationale Investoren nach der jüngsten Umfrage von BofA Merrill Lynch Aktien der Eurozone in ihren Portfolios kaum mehr übergewichten wollten: Netto gerade 1 Prozent der Investoren taten dies noch - das ist das niedrigste Niveau seit Dezember 2016.

Auch ein Teil der von uns wöchentlich befragten institutionellen Investoren hat dem DAX mittlerweile den Rücken gekehrt. Denn deren Optimismus, gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index, hat sich um 19 Punkte auf einen Stand von immer noch +23 Punkten zurück gebildet. Dabei haben sich fast 10 Prozent aller Befragten von den Bullen direkt auf die Seite der Bären geschlagen. Dieser Stimmungswechsel ist insofern bemerkenswert, als der DAX seit unserer vergangenen Befragung nicht nur in der Punktbetrachtung um 2 Prozent gefallen ist, sondern während dieses Zeitraums auch zwischendurch nicht einmal ein halbes Prozent höher als zum Erhebungszeitpunkt der vergangenen Woche (11.600 DAX-Zähler) gehandelt wurde. Mit anderen Worten: Es erforderte einiges Geschick, um sich profitabel aus den aufgelösten bullishen Engagements lösen zu können.

Privatanleger halten durch


Bei den Privatanlegern gab es dagegen kaum Veränderungen im Optimismus, so dass der Börse Frankfurt Sentiment-Index in dieser Anlegergruppe gerade einmal um 2 Punkte auf einen Stand von +21 Punkte zurückgefallen ist - die Verschiebungen zwischen den einzelnen Lagern waren minimal.

Per Saldo ist der in der vergangenen Woche überzogene Optimismus der institutionellen Akteure damit wieder in die Nähe des Niveaus von vor 14 Tagen zurück gefallen - der Börse Frankfurt Sentiment-Index lag zu jener Zeit bei +18. Auch zeigt der Verlauf des DAX während der vergangenen Handelstage, dass man dem Börsenbarometer vielfach keine allzu großen Kursgewinne mehr zugetraut hatte - Aufwärtsbewegungen kamen jeweils bei DAX-Ständen von 11.600 oder etwas darüber zum Erliegen. Mit anderen Worten: Zumindest bei der Gruppe der zuletzt wechselwilligen Optimisten muss zwischenzeitlich ein Umdenken stattgefunden haben. 

Am Ende haben sich jedenfalls die Sentiment-Indizes von institutionellen und privaten Investoren fast wieder auf gleichem Niveau angenähert. Allerdings haben sich die belastenden Faktoren für den DAX dabei nicht verbessert. Denn es ist davon auszugehen, dass die verbleibenden Bullen deutlich mehr als 11.600 Zähler erwartet/benötigt haben. Gut möglich, dass man nunmehr bereit ist, sich bei einem erneuten Anstieg des Börsenbarometers in diese Regionen von derzeitigen bullishen Engagements zu lösen. Engagements, die bei weiteren Verlusten des DAX zunehmend unter Druck geraten würden, zumal man sich hier und da auf eine Jahresendrallye eingestellt haben mag. Zumindest wäre die heimische Nachfrage bei größeren Rückschlägen des Börsenbarometers überschaubar. Und da man derzeit wahrscheinlich auch nicht auf größeres Kaufinteresse aus ausländischen langfristigen Quellen setzen kann, bleibt die Situation für den DAX alles andere als erfreulich. 

14. November 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de 

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Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.




Video-Kommentar von Joachim Goldberg


 

Sentiment-Index institutioneller Anleger 


Bullish Bearish Neutral
Total 51% 28% 21%
ggü. letzter Erhebung -10% +9% +1%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.370 (-230 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: Punkte +23 (Stand Vorwoche: +42 Punkte)




Sentiment-Index privater Anleger

Bullish Bearish Neutral
Total 52% 31% 117%
ggü. letzter Erhebung +0% +2% -2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.370 (-230 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +21 Punkte (Stand Vorwoche: +23 Punkte)





Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 




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