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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Risikofreude ist zurück, bleibt aber verhalten"




18.07.19 07:42
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Vor allem internationale Investoren mussten kaufen, aber auch den hiesigen Anlegern fehlten wirklich passende Einstiegspreise ­– was den Sommer nach Ansicht von Joachim Goldberg eher für alle schwieriger macht.


 


Zusammenfassung

Ab in den Urlaub – wer noch im Markt ist, bleibt eher skeptisch. Das zeigt zumindest das heutige Ergebnis unserer Sentiment-Erhebung bei 1.200 aktiven Anlegern. Obwohl immerhin 6 Prozent der professionellen Anleger seit vergangenem Mittwoch deutsche Bluechips gekauft und 7 Prozent Ihre Short-Positionen glattgestellt haben, überwiegt der Pessimismus. Der Sentiment-Index steht mit -6 Punkten unter der Nulllinie.


Private Anleger ziehen mit, zumindest was das Auflösen der Short-Engagements angeht. 6 Prozent haben die Positionen geschlossen, der Sentiment-Index dieser Anlegergruppe steht bei -8 Punkten. Der DAX ist dagegen unverändert geblieben.


Für Joachim Goldberg sind es vor allem internationale Investoren, denen die Kursgewinne der vergangenen Wochen zu verdanken sind. Diese hätten allerdings in den steigenden Markt hinein kaufen müssen. In einer ähnlichen Lage sieht der Verhaltensökonom die hiesigen Anleger, die im Wochenverlauf keine wirklichen Kaufgelegenheiten bekommen hätten. Diese erwartet Goldberg nun als Stütze an der Unterseite ab 12.200 DAX-Punkten. Mit tatsächlichem Kaufinteresse rechnet er erst deutlich darunter, was die Marktlage unterm Strich etwas ungemütlicher macht. 


 


17. Juli 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es mag in der vergangenen Woche Kommentatoren gegeben haben, die sich über den Anstieg der US-Indizes, vor allem beim breitgestreuten S&P 500, überschwänglich geäußert haben. Zwar kann man es bemerkenswert finden, dass dieser die runde 3.000er Marke überschritten hat – für das Gros der Investoren dürfte dies dennoch kein Anlass für Freudentänze gewesen sein. Ohnehin: Hierzulande war die Entwicklung des DAX sogar vergleichsweise mau. Und das, obwohl Jerome Powell bei seiner zweitägigen Anhörung vor Ausschüssen des US-Kongresses nach Ansicht vieler Akteure „geliefert“ hatte. Denn der Fed-Chef hatte durchblicken lassen, dass es wohl bei der kommenden Sitzung der US-Notenbank Ende Juli zu einer Zinssenkung kommen werde.


Warum die Freude bei vielen Börsianern jenseits des Atlantiks trotz neuer Allzeithochs nur verhalten ausfiel, ergibt sich aus der jüngsten Umfrage von BofA Merrill Lynch. Waren die internationalen Fondsmanager im Juni hinsichtlich der Beurteilung globaler Aktienmärkte so pessimistisch wie zuletzt im März 2009, hat sich die Stimmung nun deutlich gebessert: Per Saldo gaben 10 Prozent der Fondsmanager in der Umfrage vom 5. bis 11. Juli an, aktuell in globalen Aktien übergewichtet zu sein. Mit anderen Worten: Die Risikofreude ist zumindest teilweise zurückgekehrt. Aber dieser Stimmungsumschwung hatte seinen Preis. Denn die starke Untergewichtung musste zu steigenden Aktienkursen zurückgenommen werden. Damit bestätigte sich nicht nur unsere Vermutung, sondern auch diejenige aller aufgrund der BofA Merrill Lynch-Umfrage antizyklisch eingestellten Beobachter: Der Teil der seit Mitte Juni entstandenen Rallye am Aktienmarkt verdankte sich vor allem einer Kapitulationsbewegung und Fehleinschätzung vieler internationaler Fondsmanager.


Allerdings ist bei den von uns allwöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Marktteilnehmern die Risikofreude noch nicht so richtig zurückgekehrt. Aber immerhin hat sich unser Börse Frankfurt Sentiment-Index von seinem Jahrestief um 13 Punkte auf einen Stand von -6 Punkten erholt. Dabei sind die Kaufgelegenheiten seit vergangenem Mittwoch nicht gerade als attraktiv zu bezeichnen, denn der DAX hatte sich zwischenzeitlich nicht einmal um 1 Prozent abgeschwächt und notiert gegenüber der Vorwoche im Punktvergleich unverändert.


Warten auf günstigeren Einstieg

Noch weniger risikofreudig zeigten sich naturgemäß die Privatanleger, die gegenüber der Vorwoche sowohl bullishe als auch – in etwas größerem Maße – bearishe Engagements abbauten, so dass der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels gerade einmal um 4 Punkte auf einen Stand von -8 Punkte anzog. Gleichzeitig hat sich der Abstand zu den institutionellen Pendants wieder etwas verringert.


Aus der heutigen Erhebung wird deutlich, dass die heimischen Investoren insgesamt vermutlich etwas optimistischer eingestellt wären, wenn sich zwischenzeitlich eine bessere Kaufgelegenheit beim DAX ergeben hätte. Diese erwarten wir ähnlich wie bereits in der vergangenen Woche nunmehr frühestens zwischen 12.150 und 12.200 DAX-Zählern. Damit ist die Unterseite, wenn auch in einiger Entfernung, durch die Nachfrage der verbliebenen Pessimisten halbwegs abgesichert. Zumal der Pessimismus auf Sicht von sechs Monaten sogar etwas stärker zu beurteilen ist, als dies die absoluten Zahlen von heute vermitteln. Allerdings ist es fraglich, ob langfristige internationale Nachfrager ebenfalls auf ermäßigtem Niveau zugreifen würden. Denn die vorgenannte BofA Merrill Lynch-Umfrage förderte auch zutage, dass per Saldo 9 Prozent der Fondsmanager angaben, ihre Untergewichtung für Aktien der Eurozone (Juni -8 Prozent) zwischenzeitlich in eine Übergewichtung gedreht zu haben.


Damit hat sich der vormals positive Ausblick für den DAX etwas eingetrübt, zumal die verbliebenen Pessimisten wahrscheinlich nicht um jeden Preis den im Falle eines Falles wahrscheinlich ohnehin nicht stark steigenden Kursen hinterherlaufen werden. Kurzum: Neue bullishe Engagements gibt es höchstwahrscheinlich nur gegen eine Risikoprämie, also zu niedrigeren Kursen.


17. Juli 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


 


Sentiment-Index institutioneller Anleger image-2051

 


 


  Bullish Bearish Neutral
Total 33% 39% 28%

ggü. letzter Erhebung


+6% -7%

+1%


DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.420 (+0 Pkt.)


Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -6 Punkte (Stand Vorwoche: -19 Punkte)


 


 


Sentiment-Index privater Anleger image-2052

 


 


  Bullish Bearish Neutral
Total 31% 39% 30%

ggü. letzter Erhebung


-2% -6% +8%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.420 (+0 Pkt.)


Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -8 Punkte (Stand Vorwoche: -12 Punkte)




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