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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Mega-bullish in das Jahresende"




17.12.20 08:20
Redaktion boerse-frankfurt.de

Gute Stimmung auf den letzten Metern, aber noch nicht in bedrohlichem Ausmaß. Eng könnte es allerdings für hartnäckige Zweifler werden.


Zusammenfassung

Internationale Investoren sind sehr optimistisch, was die weitere Entwicklung der Aktienkurse angeht. Die hiesigen auch, nur leicht gedämpfter. 9 Prozent der professionellen Investoren haben seit vergangenem Mittwoch Aktien gekauft und 6 Prozent ihre Short-Positionen aufgegeben. Von den Privatanlegern immerhin 6 Prozent Käufer und Glattsteller. Die Sentiment-Indizes beider Anlegergruppen stehen bei +23 bzw. +25 Prozent deutlich über Null. 


Joachim Goldberg vermutet, dass einige Ex-Bären beim Rücksetzer im Verlauf Gewinne mitgenommen haben und andere seit gestern in einem Mini-Short-Squeeze stecken. Unterm Strich hält der Verhaltensökonom den Optimismus noch nicht für gefährlich. Sollten die Preise weiter steigen, kämen die verbliebenen hartnäckigen Pessimisten in ziemliche Bedrängnis.


16. Dezember 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung hat sich zumindest unter internationalen Fondsmanagern richtiggehend Euphorie breitgemacht. Insbesondere aufgrund der steigenden Verfügbarkeit von Impfstoffen gegen das Covid-19 Virus und der damit verbundenen Erholung der Wirtschaft. Dass die Impfungen bereits im zweiten Quartal des kommenden Jahres positive Auswirkungen auf die Konjunktur zeitigen werden, davon gehen immerhin 42 Prozent der von der Bank of America (BofA) zwischen dem 4. und 10. Dezember befragten internationalen Fondsmanager aus – 28 Prozent rechnen damit sogar bereits in den ersten drei Monaten des neuen Jahres.


Tatsächlich sind die internationalen Fondsmanager zuletzt richtig bullish geworden. So gaben nicht nur netto 51 Prozent der Befragten an, in Aktien übergewichtet zu sein. Auch die Kassenquote ist auf 4 Prozent gesunken, und erstmals seit Mai 2013 sind die Fonds insgesamt gesehen in liquiden Mitteln untergewichtet.


Deutschland: bullish, aber nicht euphorisch


Deutlich bullisher geworden sind auch die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren: Der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist nämlich um 15 Punkte auf einen neuen Stand von +23 gestiegen. Diese Entwicklung ist durchaus bemerkenswert, zumal sich ein größerer Teil dieses Panels noch in der vergangenen Woche recht skeptisch gezeigt hatte.


Nun hat ein Teil der Pessimisten erwartungsgemäß seine bearishen Engagements zurückgedeckt. Im besten Fall im Zuge des zwischenzeitlichen Rücksetzers des DAX auf knapp 13.000 Zähler mit einem Gewinn von rund 2,9 Prozent. Und im schlechtesten Fall im Rahmen der heute früh begonnenen Mini-Shortsqueeze. Damit hat sich das Bullenlager wieder auf den Stand von vor zwei Wochen aufgefüllt und stellt einen Anteil von 52 Prozent aller Befragten. Da sich ein Teil der neuen Optimisten von vormals „neutralen“ Akteuren rekrutiert, konnte sich das Bärenlager naturgemäß nicht komplett zurückbilden.


Eine ähnliche Entwicklung konnten wir bei den Privatanlegern feststellen. Dort stieg unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um 12 Punkte und notiert nun bei +25. Dabei lässt sich feststellen, dass die Pessimisten aus der Vorwoche vollumfänglich ihre Meinung um 180 Grad gedreht und sich so zu den bereits vorhandenen Optimisten gesellt haben.


Heimische Optimisten hinken hinterher


Mit der heutigen Erhebung wird zweierlei deutlich. Zum einen hat ein Großteil der wechselwilligen Akteure die Gunst der Stunde genutzt, als der DAX einen ordentlichen Rücksetzer produzierte. Zum anderen haben allerdings – und dies gilt insbesondere für die institutionellen Akteure – einige der Pessimisten aus der Vorwoche noch nicht auf das Kursgeschehen reagiert, das den DAX bis zum Ende der Erhebung immerhin auf den höchsten Kurs der Post-Pandemie-Rallye befördert hat.


Auch kann man die derzeitigen Sentiment-Indizes bestenfalls als bullish, aber nicht als euphorisch bezeichnen. Dies wird insbesondere deutlich, wenn man die Stimmungsentwicklung relativ zu den Werten der vergangenen drei bzw. sechs Monate einordnet. So gesehen liegt das heutige relative Sechs-Monats-Sentiment mit +26 rund 30 Prozent niedriger als der bislang höchste Wert des Jahres von vor 14 Tagen (+37). Mit anderen Worten: Die hiesige Stimmung hinkt der internationalen hinterher.


Dass der DAX dennoch recht ordentlich performt hat und in den vergangenen Wochen keine größeren Rücksetzer hinnehmen musste, mag auch – wie von uns in der Vorwoche vermutet – an internationalen Kapitalzuflüssen gelegen haben. Zumindest zeigt die vorgenannte BofA-Umfrage, dass sich der Anteil derjenigen Fondsmanager, die angaben, ihre Engagements in Aktien der Eurozone übergewichtet zu haben, im Dezember netto (der Saldo von positiven abzüglich negativen Aussagen) gegenüber dem Vormonat um 7 Prozentpunkte auf einen Stand von +25 Punkten erhöht hat.


Dass die Stimmung hierzulande noch nicht überbordend ist, sollte als Vorteil für den DAX interpretiert werden. Zumal das Allzeithoch aus diesem Jahr (rund 13.795 Zähler) nicht mehr allzu weit entfernt ist. Und sollte der DAX in den kommenden Tagen auch noch weiter anziehen, müsste aufgrund des Jahresendes mancherorts so manch verpasster Kauf nachgeholt werden.


Dies ist die letzte Stimmungserhebung für dieses Jahr. Wir melden uns am 6. Januar 2021 wieder und wünschen den Teilnehmern und Lesern unserer Sentiment-Umfragen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr!


16. Dezember 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de



Sentiment-Index institutioneller Anleger
  Bullish Bearish Neutral
Total 52% 29% 19%

ggü. letzter Erhebung


+9% -6%

-3%


DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.550 (+150 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +23 Punkte (Stand Vorwoche: +8 Punkte)


Sentiment-Index privater Anleger
  Bullish Bearish Neutral
Total 51% 26% 23%

ggü. letzter Erhebung


+6% -6% unv.

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.550 (+150 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +25 Punkte (Stand Vorwoche: +13 Punkte)


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 




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