Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Keine Euphorie am Allzeithoch"




23.01.20 10:40
Redaktion boerse-frankfurt.de

image-4138

Der DAX reißt die Rekordlatte (zumindest im Verlauf), und (fast) keiner macht mit. Das ist eine gute Ausgangssituation aus verhaltensorientierter Sicht.


Zusammenfassung "Ohne uns" scheinen sich etliche professionelle Investoren zu sagen, deren Stimmung am neuen Allzeithoch des DAX mit +1 Punkt nahezu auf der Nulllinie steht. Nach Ansicht von Joachim Goldberg nehmen diese Anleger die politischen Entwicklungen wohl nicht so euphorisch auf wie kolpitiert. Deutlich postiver agieren dagegen die privaten Anleger, von denen 5 Prozent Aktien gekauft haben und deren Sentiment-Index jetzt bei +16 Punkten steht.

Der Verhaltensökonom weist darauf hin, dass vor allem ausländische Investoren für die Kursgewinne ausschlaggebend zeichnen. Die Stimmung bei den hiesigen Institutionellen sei fast schon unterkühlt. Was den hiesigen Markt in eine komfortable Lage bringe, da im Falle von größeren Rücksetzern mit guter Nachfrage bereits zwischen 13.200 und 13.250 Punkten zu rechnen sei. Aber auch nach oben gebe es Luft, denn bei weiteren Anstiegen wären Absicherungen und Short-Positionen kaum noch zu rechtfertigen.

22. Januar 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Lange hat es gedauert. Aber nun ist es dem DAX endlich gelungen, die nötige Kraft aufzubringen, um nach Tagen des Zögerns heute ein neues Allzeithoch zu markieren, oberhalb des bisherigen Höchststandes von knapp 13.597 Zählern, das auf den 23. Januar 2018 zurückgeht. Immer noch wird als einer der Hauptgründe das in der vergangenen Woche abgeschlossene Teilabkommen im Handelsstreit zwischen den USA und China für die Börsenhausse genannt. Und die deswegen angeblich gesunkenen Konjunktursorgen hierzulande.


Obgleich mancherorts von Euphorie und von einem nicht mehr enden wollenden Bullenmarkt gesprochen wird, präsentiert sich die Stimmung der internationalen Investoren zwar „bullish, aber nicht euphorisch“. So jedenfalls der Eindruck, den die gestern publizierte Umfrage von BofA Merrill Lynch vermittelt. Danach gaben zwar netto 32 Prozent der Befragten an, in globalen Aktien übergewichtet zu sein, was allerdings nur einer Zunahme von einem Prozentpunkt gegenüber der Dezember-Umfrage entspricht. Letztere entstand übrigens noch deutlich, bevor die Einigung im US-chinesischen Handelsstreit bekannt wurde. Mit anderen Worten: Der in der vergangenen Woche abgeschlossene Teilvertrag hat die Investoren offenbar nicht so beeindruckt, wie es immer noch tagtäglich kolportiert wird.


Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren ähnlich, wenn nicht gar noch zurückhaltender äußerten. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist sogar um 2 Punkte auf einen Stand von +1 gefallen. Gut möglich, dass sich sogar ein paar Investoren in der Nähe des Allzeithochs des DAX lieber auf der Bärenseite engagierten. Vielleicht in der Hoffnung, dass das Börsenbarometer sich auf dem Niveau der Höchstkurse von 2018 schwertun würde. Oder weil man doch befürchtet, dass die Gefahr, die von dem in China aufgetauchten Corona-Virus ausgehen könnte, bislang unterschätzt wurde. Kurzum: Von Euphorie kann weiterhin keine Rede sein.


Privatanleger mutiger


Anders stellt sich die Situation bei den Privatanlegern dar, die sich möglicherweise von der bullishen Stimmung aus den USA – dort markierte etwa der breitgestreute S&P 500-Index während der vergangenen neun Handelstage immerhin acht neue Rekordstände – haben anstecken lassen. Dennoch: Die Zunahme um 8 Punkte beim Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels auf einen neuen Stand von +16 ist immer noch als moderat zu bezeichnen und kaum auf Panikkäufe zurückzuführen.


Damit ist die Stimmung hierzulande noch weit entfernt von derjenigen der internationalen Investoren. Deren Übergewichtung in globalen Aktien ist – sofern man wie BofA Merrill Lynch als Maßstab für Euphorie in der Vergangenheit Übergewichtungen von 50 Prozent und höher nimmt – noch nicht als Kennzeichen einer Überhitzung zu werten. Dies gilt auch für die Übergewichtung von Aktien in der Eurozone, die von den Befragten mit netto 27 Prozent (+3 Prozent ggü. Vormonat) angegeben wurde.


Allerdings gilt für die von uns befragten heimischen Anleger, dass sich die Stimmungskluft zwischen privaten und institutionellen Investoren wieder deutlich vergrößert hat. Während Erstere mehrheitlich als moderat bullish zu bezeichnen sind, wirkt die Stimmung bei den Institutionellen fast schon auffallend unterkühlt. Damit bleibt die Situation für den DAX allerdings nach wie vor günstig, da im Falle von größeren Rücksetzern mit guter Nachfrage derjenigen Investoren (nun wahrscheinlich bereits zwischen 13.200 und 13.250 DAX-Zählern) zu rechnen ist, denen das derzeitige Niveau für einen Einstieg zu teuer erscheint. Eine ähnliche Nachfrage ist allerdings auch zu erwarten, wenn sich der jüngste Aufwärtsimpuls des DAX verfestigen und dabei weitere historische Höchststände markieren sollte. Denn spätestens dann wären Absicherungen und Short-Positionen kaum mehr zu rechtfertigen.


22. Januar 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Sentiment-Index institutioneller Anleger image-4139
  Bullish Bearish Neutral
Total 38% 37% 25%

ggü. letzter Erhebung


+0% +2%

-2%


DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.585 (+135 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +1 Punkt (Stand Vorwoche: +3 Punkte)


 


Sentiment-Index privater Anleger image-4140
  Bullish Bearish Neutral
Total 48% 32% 20%

ggü. letzter Erhebung


+5% -3% -2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.585 (+135 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +16 Punkte (Stand Vorwoche: +8 Punkte)


 


Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Die Ergebnisse der Analyse erhalten Sie per E-Mail zugesandt.






Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie.




Disclaimer Inhalte des Onlineangebots Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Terminkontraktes, eines Wertpapiers oder einer Option, die zum Handel an der Eurex Deutschland oder der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen sind oder eines sonstigen Terminkontraktes, einer Emission oder eines hierin erläuterten Produktes. 

Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht dafür, dass die folgenden Informationen vollständig oder richtig sind. Infolgedessen sollte sich niemand auf die hierin enthaltenen Informationen verlassen. Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden. 

Zum Handel an der FWB zugelassene Wertpapiere sowie Eurex-Derivate (mit Ausnahme des DAX®Future-, STOXX® 50 Future-, EURO STOXX® 50 Future-, STOXX 600 Banking Sector Future-, EURO STOXX Banking Sector Future- und Global Titans Future-Kontrakts und Eurex Zinssatz Derivaten) stehen derzeit nicht zum Angebot, Verkauf oder Handel in den Vereinigten Staaten zur Verfügung noch dürfen Bürger, die den US-amerikanischen Steuergesetzen unterliegen, diese Wertpapiere anbieten, verkaufen oder handeln. 

Die in XTF Exchange Traded Funds® gelisteten Fondsanteile sind zum Handel an der FWB Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Nutzer dieses Informationsangebotes mit Wohnsitz außerhalb von Deutschland weisen wir darauf hin, dass der Vertrieb der in XTF Exchange Traded Funds gelisteten Fondsanteile in diesem Land möglicherweise nicht zulässig ist. Die Verwendung der Informationen geschieht auf eigene Verantwortung des Nutzers. Verweise und Links Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Internetseiten ("Links"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Autors liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem der Autor von den Inhalten Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Der Autor erklärt daher ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf der verlinkten Seiten erkennbar waren. 

Der Autor hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der gelinkten/verknüpften Seiten. Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. 

Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Mailinglisten. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. Rechtswirksamkeit des Disclaimers Dieser Disclaimer ist ein Teil des Internetangebots, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern einzelne Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt. Einbindung von weiteren Inhalten Dritter Es ist möglich, dass innerhalb unserer Website Inhalte Dritter unter anderem im Form von sog. iFrames eingebunden werden. Die Anbieter dieser Inhalte werden technisch bedingt Ihre IP-Adresse erfahren, um ihre Inhalte an ihren Browser zu senden, eventuell Cookies setzen wollen oder Analyse-Tools einsetzen. Für den datenschutzgerechten Umgang mit ihren Daten sind diese Drittanbieter eigenverantwortlich. Zu den Kontaktmöglichkeiten des Anbieters, dessen Datenschutzbestimmungen und eventuell eingeräumte Widerspruchsmöglichkeiten verweisen wir auf das Impressum und die Datenschutzerklärung des jeweiligen Drittanbieters.




powered by stock-world.de




 

 

Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...