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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Kein Hoffen mehr auf günstigen Einstieg"




26.11.20 07:24
Redaktion boerse-frankfurt.de

Der Optimismus bleibt dominant, keiner rechnet wohl mehr mit Schnäppchen. Was dem Markt nach Ansicht Joachim Goldbergs die Dynamik raubt.


Zusammenfassung

Nach Ansicht von Joachim Goldberg stecken Anleger seit zwei Wochen in der Klemme zwischen Pandemie-Schrecken und positivem Ausblick. Das macht den DAX träger, dennoch ist der Optimismus der hiesigen Investoren noch einmal gestiegen. Bei den Profis um 2 Punkte auf +29 und bei den Privatanlagern um 19 Punkte auf +33. Letztere hätten das Warten auf bessere Einstiegspreise ausgegeben. 12 Prozent sind long gegangen, 7 Prozent haben Short-Engagements geschlossen.


In der Summe sieht der Verhaltensökonom kaum "Anzeichen von Euphorie". Die Anleger scheinen sich an der Unterseite mit fehlenden Rücksetzern abgefunden zu haben. Bereits ab 12.700 Punkten wäre mit Käufen zu rechnen. Allerding bestünde wegen der zu erwartenden Gewinnmitnahmen nach oben wenig Potenzial. Die Trägheit bleibt uns also erhalten.


25. November 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es waren vor allen Dingen die US-Aktienmärkte, die seit unserer vergangenen Stimmungserhebung von sich reden gemacht haben. Nicht etwa, weil die dortigen Indizes mit riesigen Kursgewinnen aufgewartet hätten. Aber es erregt natürlich immer besonders viel Aufmerksamkeit in den Medien, wenn ein Kurs einen Rekord markiert und eine runde Zahl überschreitet. Und dies war gestern beim Dow-Jones-Index der Fall, als er zum ersten Mal in seiner Geschichte die 30.000er Marke überschritt. Man konnte aber auch bei den Akteuren von einer gewissen Jubelstimmung sprechen. Denn das Einlenken des Noch-Präsidenten Donald Trump, der Behörden und Mitarbeiter angewiesen hatte, mit dem designierten US-Präsidenten Joe Biden zusammenzuarbeiten, wurde vielerorts mit großer Erleichterung aufgenommen.


Börsianer in der Findungsphase


Hierzulande tendierte der DAX ebenfalls nach oben, verhielt sich aber ähnlich zurückhaltend wie in der Vorwoche und produzierte während des Berichtszeitraums lediglich eine Handelsbandbreite von 2,1 Prozent. Tatsächlich hat es zwölf Handelstage gedauert, bis das Börsenbarometer heute zum Erhebungszeitpunkt vorübergehend ein neues Monatshoch erreichte. Dies mag vor allen Dingen daran gelegen haben, dass die Börsianer im Prinzip bereits seit zwei Wochen in einer Findungsphase stecken. Denn die Akteure müssen derzeit vor allem zwischen den unter dem Strich nicht gerade ermutigenden Covid-19-Nachrichten in der Gegenwart und dem allen Anschein nach positiven Ausblick in die Zukunft abwägen. Gemeint ist die positive Entwicklung bei den Impfstoffen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Aussicht auf ein möglicherweise ökonomisch rosiges Jahr 2021.


Mit dem per Saldo leicht gestiegenen DAX (+1,3 Prozent im Punktvergleich) hat sich auch die Stimmung bei den von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren erneut und damit zum fünften Mal hintereinander verbessert, zuletzt um 2 Punkte auf einen neuen Stand von +29. Im gleichen Zuge hat sich das Bullenlager, aber auch das Bärenlager – rrsteres doppelt so stark – noch einmal vergrößert. Mehrheitlich gehen die Akteure wohl davon aus, dass es womöglich auf absehbare Zeit keinen heftigeren Rücksetzer beim DAX geben wird, um noch einmal bullishe Engagements zu erhöhen.


Einsicht ohne Kosten


Diese Erkenntnis hat sich offenbar auch bei den privaten Anlegern durchgesetzt, deren Börse Frankfurt Sentiment-Index deutlich um 19 Punkte angezogen hat und nunmehr mit einem Stand von +33 das höchste Niveau seit fast zwei Jahren aufweist. Dabei hat die zuletzt vorherrschende Seitwärtsbewegung möglicherweise dafür gesorgt, dass die jüngsten Stimmungs- bzw. Positionswechsel vielerorts ohne große Kosten oder sogar mit einem kleinen Gewinn vollzogen werden konnten. Sonst wäre es wahrscheinlich nicht zu einer solch schnellen Einsicht gekommen, dass es in absehbarer Zeit wohl keine richtig günstigen Einstiegskurse geben dürfte.


Mit der heutigen Erhebung hat sich gleichzeitig die Stimmungskluft zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren wieder verringert. Dabei fällt auf, dass sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index der institutionellen Investoren während der vergangenen drei Befragungen nur noch marginal erhöht hat. Auch in der relativen Betrachtung auf Sicht von sechs Monaten ist das Aufwärts-Momentum fast zum Erliegen gekommen.


Und kaum Euphorie


Per Saldo kann man also durchaus von einem robusten heimischen Optimismus sprechen, der allerdings bislang kaum Anzeichen von Euphorie zeitigt. Immerhin scheinen sich die Börsianer auf der anderen Seite damit abgefunden zu haben, dass größere Rücksetzer für eventuelle Nachkäufe zurzeit nicht ohne weiteres zu haben sind. Das Niveau von 12.700 Zählern wäre vermutlich für viele Akteure – auch für internationale Investoren – bereits das Optimum, um noch einmal als Käufer aktiv zu werden. Während der DAX also derzeit gut unterstützt scheint, dürfte es an der Oberseite nicht zuletzt auch aufgrund möglicher, bislang ausgebliebener, Gewinnmitnahmen jedoch nur schleppend vorangehen.


25. November 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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