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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Gute Argumente für Gewinnmitnahmen"




11.04.19 08:16
Redaktion boerse-frankfurt.de


Die runde Zahl von 12.000 DAX-Zählern scheint für heimische Börsianer das Maß der Dinge zu sein. Denn vielerorts wurden Gewinne auf bullishe Engagements mitgenommen. Zusammenfassung 

Es ist nicht gesichert, ob die jüngsten Gewinnmitnahmen beim DAX tatsächlich auf das Jahreshoch knapp jenseits der 12.000er Marke zurückzuführen sind. Dass man mancherorts den deutschen Aktienmarkt jedoch für überbewertet hält, zeigt sich anhand der Wanderung der meisten ehemaligen Optimisten vom Bullen- direkt ins Bärenlager. Besonders interessant stellt sich dabei die Entwicklung bei den Privatanlegern dar, für die wir nach einer ausgedehnten Phase eines robusten Optimismus seit Jahresbeginn den stärksten Stimmungseinbruch innerhalb einer Woche registrieren mussten. Für den Verhaltensökonomen Joachim Goldberg ist die Verschlechterung der Stimmung sowohl bei den privaten als auch bei den institutionellen Investoren gut nachvollziehbar. Denn für diese Positionsverschiebungen waren nicht nur aufgelaufene Gewinne, sondern auch eine gut begründbare und gewachsene Risikoaversion ausschlaggebend.

10. April 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die doch auffällig niedrige Handelsspanne des DAX von rund 1,5 Prozent seit unserer vergangenen Stimmungserhebung scheint längst nicht mehr alle Ereignisrisiken und die Sorgen vieler Akteure zu reflektieren. Sei es, dass sich die USA in Sachen Handelskonflikt mit der Drohung von Strafzöllen auf Importe der EU langsam warm zu boxen scheinen. Oder die mit Spannung erwartete, für heute anstehende Sitzung der Europäischen Zentralbank. Ganz zu schweigen vom Brexit-Drama, an das sich die Finanzmarktakteure allerdings insofern gewöhnt haben, da es sich dabei um eine "never ending story" zu handeln scheint. Auch die Senkung der globalen Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Finanzkrise scheint fast spurlos am Aktienmarkt vorübergegangen zu sein. Andererseits stellen sich Analysten mancherorts die Frage, wie es sein kann, dass sich die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantik seit Jahresbeginn in so starker Verfassung präsentiert haben, während die Renditen für Staatsanleihen während des gleichen Zeitraums gesunken sind. Sind die Anleihemärkte mit ihren eingepreisten negativen Wachstumsaussichten zu pessimistisch oder handelt es sich bei der Rallye der Aktienmärkte während der vergangenen Wochen um einen Spiegel zu optimistisch eingeschätzter Wachstumsaussichten? Eine Antwort auf diese Frage haben möglicherweise die von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren gegeben. Denn deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gegenüber der Vorwoche mit einem Minus von 16 Punkten auf einen Stand von -2 deutlich zurückgefallen. Dabei dürften auf den ersten Blick Gewinnmitnahmen für dieses Umdenken vormals optimistisch eingestellter Akteure ausschlaggebend gewesen sein. Allerdings zeigt die Wanderung von 7 Prozent aller Befragten aus dem Bullen- direkt in das Bärenlager, dass man mancherorts den DAX mit zwischenzeitlich mehr als 12.000 Zählern und einem neuen Jahreshoch für überbewertet gehalten haben mag. Mit anderen Worten: Nachdem ein Teil des Panels mit steigenden Kursen gut Geld verdient hat, setzt man nunmehr auf eine deutliche Abwärtskorrektur des DAX. Was gibt es Besseres als Gewinnmitnahmen, die man auch noch gut begründen kann? 

Ist ein DAX von 12.000 zu hoch?


Noch bemerkenswerter ist allerdings die Entwicklung bei den Privatanlegern. Dort ereignete sich nämlich geradezu ein Exodus bei den Optimisten, so dass der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels um 17 Punkte gefallen und sich mit einem Stand von +/- 0 auf dem niedrigsten Niveau dieses Jahres befindet. Diese Entwicklung fällt deswegen so auf, weil die Privatanleger in diesem Jahr über weite Strecken durch einen überwiegend robusten Optimismus aufgefallen sind, dem auch zwischenzeitlich deutlichere Rücksetzer des DAX nichts anhaben konnten. Auch hier zeigt die starke Bewegung hinaus aus dem Bullen- und hinein ins Bärenlager, dass ein DAX von 12.000 mancherorts als zu hoch betrachtet wurde. Hinzu kommt, dass sich viele Anleger von diesem psychologisch (angeblich) so wichtigen Niveau dieses Mal offenbar besonders stark angezogen gefühlt haben. Ganz zu schweigen von allen anderen eingangs genannten Risiken, die ein gutes Argument für einen Ausstieg dargestellt haben mögen. 

Unter dem Strich befindet sich die Stimmung der Anleger im Großen und Ganzen im neutralen Bereich der Nulllinie. In der Betrachtung auf mehrere Monate hinweg handelt es sich jedoch um einen relativen Pessimismus. Darüber hinaus fällt auf, dass sich der DAX im Wochenvergleich mit 11.870 Zählern praktisch nicht verändert hat, so dass die jüngsten Abgaben der institutionellen und privaten Investoren dem DAX nicht wirklich geschadet haben. Für das Börsenbarometer sind das gute Vorzeichen, da auf niedrigerem Niveau (vermutlich zwischen 11.650 und 11.700 Zählern) die Pessimisten von heute ihre Engagements wieder mit Gewinn zurückdecken dürften. 

10. April 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de 

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Sie erhalten die Ergebnisse der Analyse per E-Mail zugesandt.




Video-Kommentar von Joachim Goldberg


 

Sentiment-Index institutioneller Anleger 


Bullish Bearish Neutral
Total 39% 41% 20%
ggü. letzter Erhebung -7% +9% -2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.870 (+/- 0 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -2 Punkte (Stand Vorwoche: +14 Punkte)




Sentiment-Index privater Anleger 


Bullish Bearish Neutral
Total 39% 39% 21%
ggü. letzter Erhebung -10% +7% +2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.870 (+/- 0 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +/- 0 Punkte (Stand Vorwoche: +17 Punkte)



Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 




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