Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Die Geduld verloren"




10.12.20 08:21
Redaktion boerse-frankfurt.de

Hiesige Anleger haben scheinbar mit einem Jahresschlusssprint abgeschlossen. Genau das könnte aber laut Joachim Goldberg eben diesen auslösen.


Zusammenfassung

Der DAX hält sich oben und die mittelfristig agierenden Anleger reagieren mit Short-Engagements. Zumindest 14 Prozent der Profis und 6 Prozent der Privatanleger sind auf die Bärenseite gewechselt. 9 und 12 Prozent haben Aktien verkauft. Das drückt die beiden Sentiment-Indizes auf 8 bzw. 13 Punkte. 


Für Joachim Goldberg sind die Bullen enttäuscht, dass der DAX am diesjährigen Hoch festgeklemmt zu sein scheint. Aber auch die Bären haben vergeblich auf weitere Rücksetzer gewartet. Die hiesigen Akteure hätten mit einem Jahresendspurt wohl bereits abgeschlossen. Der Verhaltensökonom vermutet, dass ausländische Anleger die Preise tragen. Allerdings seien durch den neuen Pessimismus die Aussichten auf steigende Kurse wieder besser geworden. Die Bären sollten ab 12.950/12.900 Punkte glatt stellen und nach oben könnte gen 13.795 Punkte ein kleiner Short-Squeeze Dampf machen.


9. Dezember 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Im Gegensatz zu den drei großen US-Indizes (S&P 500, Dow und Nasdaq), die allesamt neue historische Höchstkurse markierten, hat sich der DAX auch in der Woche bis zur jüngsten Stimmungserhebung nur träge entwickelt. Die gehandelte Wochenbandbreite betrug gerade einmal etwa 2,2 Prozent, und tatsächlich hat das Börsenbarometer nun die vierte Woche hintereinander vergebens versucht, das bisherige Hoch der Covid-19-Rallye bis zum Erhebungsschluss zu überwinden. Auch wenn es durchaus Stimmen gab, die die derzeitigen Aktienniveaus für überzogen halten, wurden diejenigen, die auf einen größeren Rücksetzer des DAX wetteten, abermals enttäuscht.


So schien es kaum jemanden zu interessieren, dass es mit den Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU nicht so richtig vorangehen will. Auch daran, dass es mit der Eindämmung der Covid-19-Pandemie hapert und die Zahl der Neuinfizierten dies- und jenseits des Atlantiks eher steigt als fällt, scheinen sich die Börsianer mittlerweile gewöhnt zu haben. Auf der anderen Seite schwinden allmählich auch die Hoffnungen auf ein fiskalpolitisches Stimulus-Programm in den USA, da sich die dortigen Republikaner und Demokraten anscheinend nicht einigen können. Und ein am Dienstag angekündigtes vergleichbares Konjunkturprogramm in Japan mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet 700 Mrd. US-Dollar scheint gar vollends an den Akteuren vorbeigegangen zu sein.


Short auf attraktivem Niveau


Nun zeigt die heutige Stimmungserhebung unter den mittelfristig orientierten institutionellen Investoren, dass viele Akteure beim DAX die Geduld verloren haben. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist mit einem Minus von 23 Punkten nach zuvor sechs Wochen kontinuierlich steigender Werte geradezu eingebrochen und notiert nur noch bei +8. Dabei ist insbesondere das Bärenlager deutlich angewachsen und zog 14 Prozent aller Befragten auf seine Seite.


Knapp zwei Drittel davon stellen ehemalige Optimisten, die nun ihre Position um 180 Grad gedreht haben – das letzte Drittel rekrutiert sich aus ehemals neutral eingestellten Akteuren. Dabei dürften die vergleichsweise günstigen Einstandspreise bei den jüngsten Engagements eine treibende Rolle gespielt haben.


Auch bei den Privatanlegern gab es einen deutlichen Stimmungsrückgang. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um 18 Punkte auf einen Stand von +13 gefallen und hat sich ähnlich wie die Stimmung bei den institutionellen Pendants entwickelt. 12 Prozent aller Befragten trauen dem DAX offenbar keine weiteren Kurssteigerungen zu und haben deshalb zur Hälfte Gewinne mitgenommen, die anderen 50 Prozent der Wechselwilligen haben direkt das Bärenlager aufgesucht. Auch in diesem Panel scheint man sich teilweise damit abgefunden zu haben, dass es in diesem Jahr wohl nichts mehr wird mit einer Schlussrallye.


Wahrscheinlich von internationalen Kapitalzuflüssen getragen


Trotz dieser doch recht deutlichen Stimmungsverschiebung und den dahinterliegenden Glattstellungen bullisher Engagements hat der DAX nur vorübergehend geringfügig an Wert verloren und steht am Ende mit +0,5 Prozent (im Punktvergleich) sogar etwas besser als in der Vorwoche dar. Mit anderen Worten: Den jüngsten Abgaben unserer Investoren könnten mittel- bis langfristige Kapitalzuflüsse aus dem Ausland gegenüberstehen. Aber nicht nur absolut betrachtet sind die Sentiment-Indizes deutlich zurückgegangen. Auch im Sechs-Monatsvergleich gab es eine starke Einbuße, und auf Sicht von drei Monaten müssen wir bei den institutionellen Investoren sogar schon von leichtem relativen Pessimismus sprechen (-2,0).


Per Saldo handelt es sich zumindest aus Sentiment-technischer Sicht um gute Nachrichten für den DAX. Denn die Pessimisten von heute dürften auf niedrigerem Niveau (vermutlich zwischen 12.950 und 12.900 Zählern) zumindest teilweise ihre bearishen Engagements zurückdecken. Sollte der DAX auf diesen Rücksetzer jedoch verzichten und sich direkt weiter in Richtung des Rekordhochs (13.795) entwickeln, könnte es sogar noch vor Weihnachten zu einer kleinen Short-Squeeze kommen.


9. Dezember 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




Disclaimer Inhalte des Onlineangebots Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Terminkontraktes, eines Wertpapiers oder einer Option, die zum Handel an der Eurex Deutschland oder der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen sind oder eines sonstigen Terminkontraktes, einer Emission oder eines hierin erläuterten Produktes. 

Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht dafür, dass die folgenden Informationen vollständig oder richtig sind. Infolgedessen sollte sich niemand auf die hierin enthaltenen Informationen verlassen. Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden. 

Zum Handel an der FWB zugelassene Wertpapiere sowie Eurex-Derivate (mit Ausnahme des DAX®Future-, STOXX® 50 Future-, EURO STOXX® 50 Future-, STOXX 600 Banking Sector Future-, EURO STOXX Banking Sector Future- und Global Titans Future-Kontrakts und Eurex Zinssatz Derivaten) stehen derzeit nicht zum Angebot, Verkauf oder Handel in den Vereinigten Staaten zur Verfügung noch dürfen Bürger, die den US-amerikanischen Steuergesetzen unterliegen, diese Wertpapiere anbieten, verkaufen oder handeln. 

Die in XTF Exchange Traded Funds® gelisteten Fondsanteile sind zum Handel an der FWB Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Nutzer dieses Informationsangebotes mit Wohnsitz außerhalb von Deutschland weisen wir darauf hin, dass der Vertrieb der in XTF Exchange Traded Funds gelisteten Fondsanteile in diesem Land möglicherweise nicht zulässig ist. Die Verwendung der Informationen geschieht auf eigene Verantwortung des Nutzers. Verweise und Links Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Internetseiten ("Links"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Autors liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem der Autor von den Inhalten Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Der Autor erklärt daher ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf der verlinkten Seiten erkennbar waren. 

Der Autor hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der gelinkten/verknüpften Seiten. Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. 

Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Mailinglisten. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. Rechtswirksamkeit des Disclaimers Dieser Disclaimer ist ein Teil des Internetangebots, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern einzelne Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt. Einbindung von weiteren Inhalten Dritter Es ist möglich, dass innerhalb unserer Website Inhalte Dritter unter anderem im Form von sog. iFrames eingebunden werden. Die Anbieter dieser Inhalte werden technisch bedingt Ihre IP-Adresse erfahren, um ihre Inhalte an ihren Browser zu senden, eventuell Cookies setzen wollen oder Analyse-Tools einsetzen. Für den datenschutzgerechten Umgang mit ihren Daten sind diese Drittanbieter eigenverantwortlich. Zu den Kontaktmöglichkeiten des Anbieters, dessen Datenschutzbestimmungen und eventuell eingeräumte Widerspruchsmöglichkeiten verweisen wir auf das Impressum und die Datenschutzerklärung des jeweiligen Drittanbieters.




powered by stock-world.de




 

 

Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...