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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Die Bullen sind los"




05.11.20 07:37
Redaktion boerse-frankfurt.de

Das Gezerre um die US-Wahl scheint hiesige Anleger kaum zu beschäftigen. Stärker wiegt die Angst, eine Rally zu verpassen, was nun den Markt belastet.


Zusammenfassung

Der DAX hat seit vergangenem Mittwoch gut zugelegt und diesmal waren die hiesigen Anleger beteiligt, indem sie im großen Stil Short-Positionen glattgestellt haben. 16 Prozent der Profis und 6 Prozent der Privatanlager haben ihre Short-Engagements geschlossen. Vor allem Gewinnmitnahmen, wie Joachim Goldberg vermutet. Außerdem identifiziert der Verhaltensökonom größere Angst davor, "die nächste Aktienmarktrally zu verpassen, als vor etwaigen negativen Auswirkungen eines unklaren Ausgangs der US-Wahlen." 


Insgesamt stehen die Sentiment-Indizes mit +22 bzw. +11 Punkten relativ betrachtet ziemlich hoch. Das stelle eine Belastung für deutsche Bluechips dar. Bei 12.300/12.350 Punkten rechnet Goldberg mit Gewinnmitnahmen aus den Long-Engagements. Und nach unten fehlt nun stützende Nachfrage. 


4. November 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Rechtzeitig zum Wochenbeginn hat sich nicht nur das Interesse der Kommentatoren deutlich verlagert. Stand zuvor die besorgniserregende Covid-19-Krise samt ihrer möglichen negativen ökonomischen Auswirkungen im Mittelpunkt, bestimmen seither die US-Wahlen die Medien, und dieses Ereignis ruft bislang ein ausgesprochen positives Echo in den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks hervor. Ja, mancherorts setzte sich gar die Meinung durch, dass, egal, wie das Wahlergebnis am Ende ausfallen würde, die Aktienkurse in jedem Fall nur profitieren könnten. Denn im Zweifel gäbe es ja noch die geldpolitischen Programme der Notenbanken als Sicherung, war zu hören. Mit dem Resultat, dass sich der DAX seit Montag zeitweise um 4,6 Prozent befestigen konnte.


Kein Erdrutschsieg


Es zeichnet sich bereits ab, dass der mancherorts prognostizierte Erdrutschsieg der Demokraten bei den US-Wahlen ausgeblieben ist. Auch der Vorsprung von Herausforderer Joe Biden gegenüber dem amtierenden Präsidenten Donald Trump stellt sich als weitaus geringer dar, als von den Auguren ursprünglich verkündet. Kurzum: Nicht nur die Teilnehmer an unserer Stimmungsumfrage sahen sich zum Erhebungszeitpunkt mit dem für sie am schwierigsten zu verarbeitenden Szenario konfrontiert: einem Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Präsidentschaftskandidaten mit völlig offenem Ausgang. Und der Drohung von Donald Trump, den obersten Gerichtshof anzurufen, um die Auszählung der Stimmen zu stoppen. Und da auch im US-Senat zum Erhebungszeitpunkt keine Mehrheit für eine der beiden Parteien erkennbar war, wäre eine risikoaverse Einstellung der Akteure durchaus verständlich gewesen.


Die Angst, eine Rallye zu verpassen, scheint größer…


Doch von Risikoaversion war bei den von uns befragten institutionellen Investoren nichts zu spüren. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index zog sogar um 20 Punkte an und liegt nun bei +22 Punkten, dem höchsten Stand seit dem 11. März dieses Jahres. Dabei ist die Gruppe der Optimisten gar nicht einmal so stark gestiegen – lediglich 4 Prozent aller Befragten säumten dieses Lager. Vielmehr ist der Anstieg im Sentiment-Index in erster Linie vormals bearish eingestellten Investoren zu verdanken, die sich vermutlich bereits in der Vorwoche in großem Stil von ihren Engagements getrennt hatten. Immerhin verlor das Bärenlager etwa 40 Prozent seiner Mitglieder, die den temporären Rücksetzer des DAX von rund 2,1 Prozent seit der vergangenen Sentiment-Erhebung zu Rückkäufen bzw. Gewinnmitnahmen genutzt haben dürften.


Eine ähnliche, allerdings nicht ganz so dramatische Entwicklung konnten wir auch bei den Privatanlegern beobachten. Auch der Börse Frankfurt-Sentiment Index dieses Panels zog an, und zwar um 13 Punkte auf einen neuen Stand von +11. Dieser geht zu großen Teilen auf eine direkte Wanderung ehemaliger Bären (6 Prozent aller Befragten) zurück, die sich direkt auf die Seite der Optimisten schlugen.


… als die Furcht vor einer Wahl-Hängepartie


Die Auswertung der heutigen Sentiment-Erhebung macht deutlich, dass die Mehrheit der von uns befragten institutionellen und privaten Investoren offenbar mehr Angst davor hat, die nächste Aktienmarktrallye zu verpassen, als vor etwaigen negativen Auswirkungen eines für längere Zeit unklaren Ausgangs der US-Wahlen. Auch an die Covid-19-Krise und die ökonomischen Folgen der Lockdowns in der Eurozone scheint man sich vielerorts gewöhnt zu haben. 


Unabhängig von den Motiven der Börsianer ist der Zuwachs des Börsenbarometers von 2,6 Prozent (Punktvergleich) seit unserer vergangenen Erhebung in erster Linie auf heimische Nachfrage zurückzuführen. Wie stark der Optimismus der institutionellen Investoren tatsächlich ist, zeigt vor allem die relative Sentiment-Betrachtung auf Sicht von sechs Monaten. Dieser relative Optimismus (+35) ist so hoch wie zuletzt am 28. November 2018.


Mit anderen Worten: Der jüngste Optimismus stellt erfahrungsgemäß eine Belastung für den DAX dar. Nicht nur, weil die neuen Optimisten bei weiter steigenden Kursen vermutlich im Bereich von 12.300/12.350 Zählern anfangen würden, ihre Gewinne festzuschreiben. Zugleich würde im Falle größerer Rücksetzer nunmehr stützende heimische Nachfrage fehlen. Nachfrage, die letztlich durch ausländische langfristige Kapitalzuflüsse ersetzt werden müsste.


4. November 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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