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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Börsenbeben, aber keine Panik"




08.08.19 08:40
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Die preisgetriebenen Anleger unter den von uns befragten aktiven Investoren haben (zumindest in Teilen) vermeintliche Schnäppchenpreise zum Einstieg genutzt, was nach Ansicht von Joachim Goldberg eine Belastung für den Markt bedeutet.


Zusammenfassung

Genug Korrektur? Jedenfalls haben 14 Prozent der professionellen Anleger seit vergangenem Mittwoch Aktien gekauft und 12 Prozent ihre Short-Engagements aufgelöst. Das hebt den Sentiment-Index auf +19 Punkte und damit auf ein bisheriges Jahreshoch. Trotz eines Minus des DAX von 450 Punkten, das sind 3,7 Prozent im Wochenverlauf.


Hinter den Käufen vermutet Joachim Goldberg die Absicht, ein „Schnäppchen“ machen zu können. Das spreche nicht für Panik. Also weniger politisch als preislich motivierte Anleger, trotz der schlechten politischen Vorzeichen. Anders haben private Anleger reagiert, nur wenige sind von der Bären- auf die Bullenseite gewechselt.


Unterm Strich erwartet der Verhaltensökonom, dass die neuen Optimisten dem DAX nicht lange die Treue halten werden, denn sie hoffen auf schnelle Gewinne, die sie vermutlich gegen 11.900 DAX-Punkte realisierten. Denn viele hätten zu früh gekauft und lägen nun im Minus. Für deutsche Aktien "bedeutet der Optimismus eine nicht zu unterschätzende Belastung".


7. August 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es ist viel zusammenkommen seit der vergangenen Stimmungserhebung. Sei es, dass die US-Notenbank mit der Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte einige Börsianer enttäuscht haben mag. Oder sei es die Eskalation im Handelskrieg der USA mit China, nachdem US-Präsident Donald Trump bereits einen Tag nach der Fed-Sitzung angekündigt hatte, dass ab Anfang September zusätzliche Strafzölle in Höhe von 10 Prozent auf Importe aus China erhoben würden. Und zwar auf das restliche, bislang unbesteuerte Import-Volumen von 300 Milliarden US-Dollar. Kein Wunder, dass Vergeltungsmaßnahmen nicht lange auf sich warten ließen. So setzte China die den USA versprochenen Ankäufe von Agrarprodukten wie Sojabohnen oder Weizen umgehend aus. Und die chinesische Währung, der Yuan, fiel zum ersten Mal seit 2008 gegenüber dem Dollar unter die magische 7er Marke. Obgleich dies nicht einmal einer Abwertung von zwei Prozent der chinesischen Valuta entsprach, bezichtigte die Trump-Administration China umgehend und offiziell der Währungsmanipulation. Denn mit einer Abwertung der eigenen Währung könnte sich China einen Wettbewerbsvorteil im Export verschaffen und so die negativen Auswirkungen der Strafzölle seitens der USA ein wenig abmildern. All dies ist den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks nicht gut bekommen. Zumal die Hoffnungen auf einen positiven Ausgang des US-chinesischen Handelskonflikts innerhalb einer Woche praktisch dahingeschmolzen sind.


Umso bemerkenswerter ist die heutige Stimmungslage, wie wir sie bei den von uns befragten institutionellen Investoren vorfinden. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um 26 Punkte auf einen Stand von +19 hochgeschnellt und repräsentiert gleichzeitig den bislang höchsten Optimismus in diesem Jahr. Diese Entwicklung war vermutlich deshalb möglich, weil die Mehrheit der Teilnehmer dieses Panels ohnehin auf fallende Aktienkurse eingerichtet war. Die meisten bearishen Engagements sind jedoch nicht nur einfach glattgestellt, sondern sogleich in bullishe Positionen gedreht worden. Sicherlich auch in der Absicht, im Rahmen des starken Kursverfalls womöglich ein Schnäppchen machen zu können. Das spricht nicht gerade für Panik.


Ob es allerdings bei allen neuen Optimisten tatsächlich zu einem günstigen Einstieg gekommen ist, dürfte angesichts eines Kursverfalls des DAX von 3,7 Prozent (Punktvergleich) gegenüber der Vorwoche fraglich sein. Auf jeden Fall dürften die dem heutigen Optimismus zu Grunde liegenden Käufe weniger politisch als preislich motiviert gewesen sein.


Klaffende Stimmungslücke

Diesen Mut haben die Privatanleger allerdings nicht bewiesen, obwohl sie sich in der Vorwoche pessimistischer als ihre institutionellen Pendants gezeigt hatten. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist nur um 8 Punkte auf einen Stand von -6 Punkte gestiegen. Das Bärenlager ist also ein wenig geschrumpft – fast zu gleichen Teilen zugunsten der Optimisten und der neutral eingestellten Akteure.


Per Saldo stellen wir also eine große Diskrepanz in der Stimmung bei den privaten und den institutionellen Investoren fest. Dabei fällt auf, dass sich das Börsenbarometer trotz des starken Optimismus der institutionellen Akteure seit unserer vergangenen Befragung von seinen Tiefstständen – vorübergehend hatte der DAX fast 4,8 Prozent an Wert verloren – bislang nicht wirklich erholt hat. Dies werten wir als Indiz dafür, dass auch internationales Kapital für den DAX-Rückgang verantwortlich war.


Eines ist aus heutiger Sicht jedenfalls wahrscheinlich: Die neuen Optimisten werden dem DAX nicht lange die Treue halten. Denn Schnäppchenjäger hoffen auf schnelle Gewinne, die wahrscheinlich noch vor der 12.000er Marke (im Mittel ca. bei 11.900 DAX-Zählern) realisiert werden dürften. Dies gilt umso mehr, sofern die Engagements der Käufer auf dem Weg des DAX nach unten zu früh eingegangen wurden und sich nun unter Wasser befinden. Für den DAX bedeutet der Optimismus der institutionellen Anleger jedenfalls eine nicht zu unterschätzende Belastung.


7. August 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Sentiment-Index institutioneller Anleger image-2446
  Bullish Bearish Neutral
Total 48% 29% 23%

ggü. letzter Erhebung


+14% -12%

-2%


DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.700 (-450 Pkt.)


Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +19 Punkte (Stand Vorwoche: -7 Punkte)


 


 


Sentiment-Index privater Anleger image-2447
  Bullish Bearish Neutral
Total 37% 43% 20%

ggü. letzter Erhebung


+3% -5% +2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.700 (-450 Pkt.)


Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -6 Punkte (Stand Vorwoche: -14 Punkte)




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